Parteiwechsel stärken AfD im Stadtrat Homburg: Markus Loew zieht sich aus der Politik zurück – das sind die Gründe


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Parteiwechsel stärken AfD im Stadtrat Homburg Markus Loew zieht sich aus der Politik zurück – das sind die Gründe

Nach der Sommerpause präsentiert sich der Homburger Stadtrat mit neuem Kräfteverhältnis: Die AfD gewinnt drei Mitglieder zurück, das Bündnis für Homburg wird geschwächt. Was dahinter steckt.

10.09.2026 , 18:00 Uhr

Markus Loew, einst führender Kopf der AfD in Homburg, dann Fraktionschef des Bündnisses für Homburg, will sich aus der Politik zurückziehen.

Foto: Redaktion

Markus Loew, einst einer der prägenden Köpfe der AfD in Homburg und im Kreisverband Saarpfalz, will sich schrittweise aus der aktiven Politik zurückziehen. Sein Rückzug umfasst nach eigenen Angaben sein gesamtes politisches Engagement und soll spätestens zum Ende der laufenden Wahlperiode 2029 abgeschlossen sein, möglicherweise auch früher. Das kündigt er auf Anfrage unserer Zeitung in einem Schreiben an.

Persönliche Gründe für den Schritt

Zuletzt war Loew Fraktionschef des von ihm im Herbst 2024 gegründeten Bündnisses für Homburg (BFH) im Stadtrat. Den Fraktionsvorsitz hat er bereits abgegeben. Das BFH werde voraussichtlich bei der nächsten Kommunalwahl 2029 nicht mehr antreten, gibt er bekannt. Für seinen Rückzug nennt Loew persönliche Gründe. Er wolle seine Prioritäten neu setzen. „Mehrere familiäre Schicksalsschläge in den vergangenen Monaten sowie eine kürzlich entdeckte Erkrankung haben mich dazu bewogen.“ Er will seinen „Fokus künftig stärker auf meine Familie, meinen Freundeskreis und meinen Beruf“ richten, teilt er mit.

AfD gewinnt Mitglieder zurück

Politisch galt Markus Loew als einer der lautstärksten Gegenspieler von AfD-Landeschef Carsten Becker. Er kandidierte zudem in Homburg für das Amt des Oberbürgermeisters. Der Landesvorstand wollte ihn aus der Partei ausschließen, scheiterte damit jedoch. Im Herbst 2024 trat Loew dann selbst aus der AfD aus und rechnete deutlich mit dem Landesvorstand ab (wir berichteten). Loew sitzt aktuell als parteiloses Mitglied im Kreistag Saarpfalz. Dieses Mandat will er zunächst beibehalten.

Zugleich gerät auch Loews BFH im Stadtrat unter Druck. Es hat drei Mitglieder verloren, die wieder zu ihrer alten Partei, der AfD, zurückgekehrt sind. Willi und Patrick Herrmann sowie Markus Maurer seien am 16. Juli vom BFH zurück zur AfD gewechselt, bestätigt Loew. Damit verschieben sich die Kräfteverhältnisse im Homburger Stadtrat: Die AfD-Fraktion wächst von drei auf sechs Sitze an. Sie liegt damit wieder auf Position drei, gleichauf mit den Grünen hinter CDU (16 Sitze) und SPD (13). Bei der Kommunalwahl im Juni 2024 hatte die AfD zunächst neun Sitze (17,3 Prozent). Als Loew im Herbst das BFH als eigene Fraktion gründete, waren ihm weitere fünf AfD-Stadtratsmitglieder gefolgt. Die AfD-Fraktion schrumpfte dadurch auf drei Sitze und verlor ihre Position als drittstärkste Kraft.

Loew: „Kein Streit, kein Zerwürfnis“

Nach den aktuellen Übertritten gehören dem BFH neben Loew noch zwei weitere Personen an: Ulrike Bender und Michael Karg. Bender hat den Fraktionsvorsitz von Loew übernommen. Auch sie wollten „über die laufende Wahlperiode hinaus nicht mehr kommunalpolitisch aktiv sein“, führt Loew aus. Die Rückkehr der drei anderen zur AfD bezeichnete Loew als „nachvollziehbare Konsequenz“, da die drei „auch über das Ende der Wahlperiode hinaus politisch tätig bleiben“ wollten. Diese Entwicklung sei „innerhalb unserer Fraktion frühzeitig, ruhig und sachlich besprochen“ worden. Ein Streit oder politisches Zerwürfnis sei nicht der Grund für die Wechsel gewesen.

Ulrike Bender habe bereits in den vergangenen Monaten einen großen Teil der repräsentativen Termine für die BFH-Fraktion wahrgenommen. Im Zuge der Neustrukturierung sei es daher folgerichtig gewesen, dass sie den Fraktionsvorsitz übernimmt. Diese Entscheidung sei innerhalb der Fraktion einstimmig getroffen worden.

BFH verliert Ausschusssitze

Die Gründung des Bündnisses für Homburg hält Loew auch rückblickend für richtig: „Sie hat es uns ermöglicht, unsere kommunalpolitische Arbeit eigenständig und unabhängig fortzuführen“.

Wegen der Parteiübertritte müssen nun in Homburg städtische Gremien umbesetzt werden: Durch die Wechsel verliert das BFH in den städtischen Ausschüssen jeweils einen regulären Sitz, während die AfD einen zusätzlichen Sitz erhält, so Loew. In den Ortsräten ist das BFH weiterhin in Erbach und Bruchhof-Sanddorf vertreten. Im Ortsrat Homburg-Mitte wird die aus zwei Mitgliedern bestehende BFH-Fraktion nun zur AfD-Fraktion.

(nlk)