Online shoppen ohne Kauf: Hilft das wirklich?


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Ratgeber

Online shoppen ohne Kauf: Helfen Dopamin-Shops gegen Impulskäufe?

Anders als beim echten Online-Shopping simulieren sogenannte Dopamin-Shops nur den Prozess - Geld fließt keines. Aber bremsen sie Kaufgelüste effektiv?

Scrollen, auswählen, Warenkorb füllen – aber am Ende wird nichts gekauft: Sogenannte Dopamin-Shops simulieren das Online-Einkaufen. Experten sehen darin Chancen, aber auch Risiken.

Erst durch Angebote stöbern, Bewertungen lesen, einen Warenkorb füllen und anschließend die Lieferung verfolgen: Das komplette Online-Shopping-Erlebnis gibt es inzwischen auch ohne echten Kauf.

Sogenannte Dopamin-Shops simulieren genau diesen Ablauf. Nutzerinnen und Nutzer können etwa virtuelle Taschen oder Kopfhörer auswählen, eine Bestellung abschicken und anschließend sehen, wie die Ware angeblich verpackt oder verschickt wird.

Tatsächlich passiert nichts: Es gibt keinen Kauf, keine Abbuchung und kein Paket.

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Das Konzept soll vor allem helfen, den Reiz des Einkaufens zu erleben, ohne Geld für unnötige Spontankäufe auszugeben. Besonders in Südkorea sollen solche Angebote derzeit im Trend liegen.

Dopamin-Shops: Warum das Einkaufserlebnis selbst reizvoll sein kann

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Ob die Idee tatsächlich funktioniert, hält Jan Michael Rasimus, Experte für Medienpsychologie und Konsumverhalten, grundsätzlich für plausibel.

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Denn beim Online-Shopping gehe es nicht nur um den eigentlichen Kauf. Auch das Entdecken von Produkten, das Auswählen, das Füllen des Warenkorbs und die Vorfreude auf eine Lieferung können einen Reiz auslösen.

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Der Begriff „Dopamin-Kick“ sei dabei allerdings vereinfacht, erklärt Rasimus. Dopamin sei nicht einfach ein Glückshormon, sondern spiele unter anderem bei Motivation, Erwartung und Belohnung eine wichtige Rolle.

Genau diese Schritte des Einkaufens greifen Dopamin-Shops auf – ohne dass tatsächlich ein Produkt gekauft wird.

Für Menschen, die aus Langeweile, Stress oder Frust spontan online einkaufen, könnte eine solche Simulation helfen, den unmittelbaren Kaufimpuls zunächst zu bremsen, sagt der Experte.

Dopamin-Shops sind bei Kaufsucht kein Ersatz für Hilfe

Ob solche Angebote langfristig wirklich dazu führen, dass Menschen weniger einkaufen, ist laut Rasimus jedoch unklar.

Gerade bei problematischem Kaufverhalten oder einer Kaufsucht sei Vorsicht geboten. Forschungsergebnisse zeigen dem Experten zufolge, dass bereits shoppingbezogene Reize das Kaufverlangen auslösen können.

Produktbilder, typische Shop-Oberflächen oder bekannte Einkaufssituationen könnten bei anfälligen Personen den Wunsch nach einem echten Kauf sogar verstärken.

Sein Fazit: Als spielerische Methode, um einen spontanen Kauf zu unterbrechen, könnten Dopamin-Shops interessant sein. Einen therapeutischen Ansatz bei einer Kaufsucht ersetzen sie aber nicht.

Datenschutz und digitale Gewohnheiten im Blick behalten

Auch beim Datenschutz sollten Nutzer aufmerksam sein. Betreiber solcher Angebote könnten analysieren, für welche Produkte sich Menschen interessieren.

Bei kostenlosen Apps oder Webseiten lohnt sich deshalb ein Blick auf das Geschäftsmodell, die Nutzung persönlicher Daten sowie mögliche Werbung oder kostenpflichtige Abonnements.

Rasimus warnt zudem davor, wenn solche Anwendungen selbst darauf ausgelegt sind, Nutzer möglichst oft zurückzuholen – etwa durch Belohnungen oder tägliche Anreize. Dann könne lediglich ein Konsumritual durch ein anderes digitales Nutzungsverhalten ersetzt werden. (dpa/mp)

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