Patrick Lesser im Millionengeschäft: geil, krass und manchmal eklig


Stand: 19.08.2026, 07:00 Uhr

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Patrick Lesser und Noel Futkeu

Patrick Lesser (rechts) ist hauptberuflich als Spielerberater tätig: Zu seinen Klienten zählt Noel Futkeu, den er am Wochenende auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt zur SV Elversberg transferierte. © sports360

Patrick Lesser hat seinen Traumjob gefunden – und darauf jahrelang hingearbeitet. Der in Osthessen bekannte Fußballtrainer ist hauptberuflich als Spielerberater für die profilierteste deutsche Agentur tätig.

Fulda – Das vergangene Wochenende war kein Zuckerschlecken für den 37-Jährigen: Am Freitag und Sonntag stand er mit der Spvgg. Großentaft auf dem Platz, um zwischendurch noch schnell die Leihe von Noel Futkeu von Eintracht Frankfurt zu Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg unter Dach und Fach zu bringen. Morgens um 6 setzte er sich ins Auto, beobachtete den obligatorischen Medizincheck, traf Futkeu samt Familie und posierte in seiner Rolle als Berater selbstredend für die Pressefotos beim saarländischen Bundesliga-Neuling.

Zur Person:

Patrick Lesser (37) entstammt einer Fußballerfamilie: Vater Henry (63) war DDR-Nationalspieler und Erfolgstrainer in Osthessen. Bruder Max (31) arbeitet im Trainerstab bei Brighton & Hove Albion in der Premier League. Patrick Lesser ist Familienvater und lebt in Künzell. Nach seiner Spielerkarriere bei Borussia Fulda und dem TSV Lehnerz wurde er Spielertrainer, aktuell ist er für den KOL-Tabellenführer Spvgg. Großentaft tätig.

Futkeu, im Vorjahr Zweitliga-Torschützenkönig für Greuther Fürth, ist einer von zwei Klienten, die Lesser für die Kölner Agentur sports360 betreut. Sein zweiter Spieler ist Noahkai Banks, ein US-amerikanisches Toptalent vom FC Augsburg, dessen Marktwert mit 20 Millionen Euro taxiert wird. Newcastle United und der FC Arsenal sollen ein Auge auf den 19-Jährigen geworfen haben. Lesser hat beide Spieler selbst akquiriert, sie von sich und der Agentur überzeugt. Die Spieler vertrauen ihm die wichtigsten Entscheidungen ihrer Karriere an. Und dabei geht es um Geld. Um viel Geld.

Lesser begann vor etwa fünf Jahren nebenberuflich in der Branche Fuß zu fassen. Vor einem Jahr wurde es konkreter und er hängte seinen Job als Vertriebler an den Nagel, um sich vollends seinem Traumjob zu widmen. Bei der Agentur sports360 ist Volker Struth das bekannteste Gesicht, wenngleich er das operative Geschäft hauptsächlich Sascha Breese überlässt. Struth fädelte einst den Millionen-Vertrag mit Toni Kroos bei Real Madrid ein. Aktuell stehen Hochkaräter wie Tom Bischof und Angelo Stiller bei der Kölner Agentur unter Vertrag, die auch die Karrieren von Kevin Trapp, Mario Götze und vielen weiteren Topstars begleitete. Toni Kroos ist Gesellschafter der Agentur. Patrick Lesser ist nun Teil der elitären Szene, die einem Haifischbecken gleicht: „Schon geil, schon krass und manchmal eklig, weil es einfach um sehr viel Geld und die sportliche Zukunft von Spielern geht.“

Dass sein Job nicht den besten Ruf genießt, weiß er. Und damit findet er sich ab. Seiner Meinung nach liegt das daran, dass es einerseits viele schwarze Schafe gibt, die Versprechen nicht einhalten könnten, und andererseits Spieler oft schlecht beraten sind, wenn sie sich keinem Berater anvertrauen. „Das Wissen und die Kontakte, die eine große Agentur mitbringt, kann kein Spieler und auch selten eine Familie leisten“, sagt Lesser, der betont: „Das ist kein Job, bei dem du heute anfängst und morgen Erfolg hast. Bei mir hat es fünf Jahre gedauert, bis ich die ersten Früchte geerntet habe.“ Sein früherer Job als Vertriebler habe ihm geholfen, denn auch jetzt vermarktet er Produkte. Millionenschwere.

FC Augsburg - Hamburger SV

Augsburgs Noahkai Banks (links, im Zweikampf mit Jean-Luc Dompé vom HSV) zählt ebenfalls zu Patrick Lessers Klienten. © Tom Weller/dpa