Betrugsmasche bei PayPal: Falsche Login-Warnung soll Kunden in die Falle locken


PayPal-Betrug: Kriminelle greifen Passwörter und SMS-Codes ab

Stand: 22.10.2026, 20:07 Uhr

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Eine gefälschte PayPal-Mail täuscht einen unbefugten Kontozugriff vor. Wer auf den Mail-Link klickt, soll Passwort und SMS-Code eingeben. So erkennen Sie den Betrug.

Kassel – Ein fremdes Gerät soll sich beim eigenen PayPal-Konto angemeldet haben – und nun ist angeblich schnelles Handeln gefragt. Mit dieser Behauptung versuchen Betrüger, Kunden des Zahlungsdienstes auf eine gefälschte Internetseite zu locken. Dort sollen die Empfänger ihre Zugangsdaten und anschließend einen SMS-Sicherheitscode eingeben. Die Kombination kann den Tätern Zugriff auf das Konto ermöglichen. Die Aufklärungsplattform Mimikama hat die Masche am 19. Oktober 2026 veröffentlicht.

Mit Fake-Nachrichten versuchen Betrüger an die Daten ihrer Opfer zu gelangen.

Mit gefälschten Sicherheitshinweisen versuchen Kriminelle, PayPal-Nutzern Passwörter und SMS-Codes zu entlocken. (Symbolbild) © Felix Kästle/ dpa

„Wichtige Meldung: Neuer Zugriff“ heißt es in der betrügerischen Nachricht. Wer die Anmeldung nicht selbst vorgenommen habe, solle sein Konto „umgehend“ absichern und fremde Geräte entfernen. Dazu enthält die Mail einen Button mit der Aufschrift „Jetzt Konto prüfen“. Eine Geräteangabe wie „Samsung“, ein Ortseintrag und eine Uhrzeit sollen den angeblichen Login glaubwürdig erscheinen lassen. Auch eine Fußzeile mit PayPal-Firmendaten ist enthalten. Das zeigt die von Mimikama veröffentlichte Nachricht.

Gefälschte Anmeldeseite fragt auch SMS-Code ab

Beim Absender und beim Betreff passt das Bild allerdings nicht zusammen: Die dokumentierte Mail wurde unter dem Namen „Service Norenly“ verschickt. Ihr englischer Betreff lautet „You‘re invited to join Service Norenly!“ – eine Einladung, die mit dem angeblichen Sicherheitshinweis im deutschen Nachrichtentext nichts zu tun hat. Mimikama nennt den unpassenden Absender und Betreff als Hinweise auf die Fälschung.

Wer dem Button folgt, gelangt laut Mimikama nicht zu PayPal, sondern zu einer nachgebauten Anmeldeseite unter einer fremden Internetadresse. Dort werden zunächst die E-Mail-Adresse oder Handynummer und das Passwort abgefragt. Anschließend sollen Nutzer einen Sicherheitscode eingeben, der ihnen per SMS zugeschickt wird.

Damit versuchen die Täter, nicht nur die Zugangsdaten, sondern auch die zusätzliche Bestätigung für den Kontozugriff zu erhalten. Mimikama warnt, dass die Eingabe des SMS-Codes zusammen mit den zuvor übermittelten Daten den Zugriff auf das echte PayPal-Konto ermöglichen kann. Eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung ist deshalb kein Grund, einer solchen Abfrage auf einer fremden Seite zu vertrauen.

Konto direkt in der PayPal-App prüfen

Empfänger sollten den Link in der Nachricht nicht öffnen. Mimikama empfiehlt, stattdessen die PayPal-App zu starten oder die offizielle Internetadresse selbst in den Browser einzugeben und das Konto dort zu kontrollieren. Zugangsdaten gehören nicht auf eine Seite, deren Adresse nicht zu paypal.com gehört. Die betrügerische Nachricht sollte an PayPal gemeldet und anschließend gelöscht werden.

Wer bereits Daten preisgegeben hat, sollte sofort handeln. PayPal rät bei einem möglichen unbefugten Kontozugriff dazu, das Passwort umgehend zu ändern und den Betrugsverdacht zu melden. Dafür sollten Betroffene den Dienst direkt aufrufen, nicht erneut den Link aus der E-Mail verwenden.

Auch andere Konten können betroffen sein, wenn dort dasselbe oder ein ähnliches Passwort verwendet wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, solche Passwörter ebenfalls zu ändern und bei Konten mit Bezahlfunktion die Buchungen auf verdächtige Vorgänge zu prüfen. Wurde ein mit Bankkarte oder Zahlungsdienst verknüpftes Konto gehackt, sollten Betroffene ihre Bank beziehungsweise den Finanzdienstleister informieren. Wer keinen Zugriff mehr auf sein Konto hat, sollte sich zur Wiederherstellung an den Anbieter wenden. Auch per Anruf versuchen Betrüger im Namen von PayPal ihr Glück. Quelle: verbraucherzentrale.de, paypal.com, mimikama.org (bk)