Wahlen in Israel: Hamas soll vor Parlamentsabstimmung mit neuem Großangriff drohen – Lage angespannt


Stand: 22.10.2026, 20:02 Uhr

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Vor den Parlamentswahlen in Israel entscheidet sich die Zukunft von Benjamin Netanjahu. Kurz vor der Abstimmung sorgt eine Terrordrohung der Hamas für Unruhe.

Jerusalem – Am kommenden Dienstag wählt Israel ein neues Parlament und entscheidet über die Zukunft von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Das Land steht nach wie vor unter dem Trauma des 7. Oktober 2023, als beim Massaker der Hamas 1221 Menschen getötet und 251 verschleppt wurden.

Im Vorfeld der Parlamentswahlen in Israel gehen Menschen an einer Wand mit Wahlplakaten der Likud-Partei vorbei, auf der der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu neben den Vorsitzenden der Oppositionsparteien zu sehen ist und die den hebräischen Slogan „Rechts oder Palästina“ trägt.

Die Parlamentswahlen in Israel entscheiden über die Zukunft des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. © Oded Balilty/AP/dpa

Der 77-jährige Netanjahu, mit Unterbrechungen mehr als 19 Jahre im Amt, führt seither Krieg an mehreren Fronten: Seine Streitkräfte legten weite Teile des Gazastreifens in Trümmer, besetzten und bombardierten Teile des Libanon und griffen mit Unterstützung der USA Ziele im Iran an. Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde meldete seither mehr als 74.000 getötete Palästinenser; zahlreiche Menschen leben in Notunterkünften und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

In der Öffentlichkeit herrscht Uneinigkeit über die Kriegsführung der Regierung. Allerdings treten Netanjahus rechtsextreme und religiös-nationalistische Koalitionspartner, die aus Israel einen religiös-nationalistischen jüdischen Staat machen wollen, gestärkt auf.

Wie in Israel gewählt wird

Bei den Parlamentswahlen entscheiden die Menschen über die 120 Sitze in der Knesset, dem israelischen Parlament. Gewählt wird nach einem reinen Verhältniswahlrecht mit landesweiten Parteilisten und einer Sperrklausel von 3,25 Prozent. Da keine Partei jemals eine absolute Mehrheit errungen hat, sind Regierungen stets auf Koalitionen angewiesen. Dies verschafft kleinen, oft religiös-nationalistischen oder ultraorthodoxen Parteien eine enorme Verhandlungsmacht als Zünglein an der Waage.

Politisch gilt der Urnengang vor allem als richtungsweisend für Langzeit-Premier Benjamin Netanjahu. Während sein rechtes Lager auf Stabilität und Härte setzt, werfen ihm Oppositionsbündnisse der Mitte und des liberalen Lagers vor, das Land durch umstrittene Justizreformen gespalten, Sicherheitswarnungen vor dem 7. Oktober ignoriert und den Gaza-Krieg in die Länge gezogen zu haben.

UN-Gesandter übermittelt angebliche Hamas-Drohung

Ihnen könnte nützlich sein, dass es kurz vor den Wahlen nun eine erneute Drohung der Hamas gegeben haben soll, in der vor einem Angriff gewarnt wird, der dem Überfall vom 7. Oktober ähneln könnte. Die Warnung wurde laut dem Portal ynet am Mittwoch bei einem Treffen des UN-Nahostgesandten Ramiz Alakbarov mit einem Vertreter der israelischen Behörde Cogat übermittelt; die Behörde bestätigte den Bericht. Ob die Darstellung zutrifft, lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

ynet begründet die Drohung unter anderem mit dem Vorgehen der israelischen Armee, die auch lange nach einer Waffenruhe mehr als die Hälfte des Gazastreifens kontrolliert und „gezielt“ gegen mutmaßliche Hamas-Kader vorgeht. Hinzu komme die Absage der für November angekündigten palästinensischen Wahlen, weshalb die Hamas nicht bereit sei, diese Lage länger hinzunehmen. Israels politische Führung und die Sicherheitsbehörden seien umgehend informiert worden.

Drohung der Hamas vor Israel-Wahl: Zweifel an Schlagkraft der Organisation

Zudem reiche die Warnung über Israel hinaus: Ein ähnlicher Angriff könne sich demnach überall ereignen – im Land selbst, im besetzten Westjordanland oder im Ausland. Ob die Terrororganisation nach drei Jahren Krieg dazu noch in der Lage ist, bleibt jedoch fraglich. Zwar gibt es Berichte über neue Kämpfer, doch deren Erfahrung und militärische Ausbildung gelten als gering. (Quellen: AFP, eigene Recherche) (ktho)