Pisa-Studie: Verheerende Ergebnisse für deutsche Schüler


Unterschiede zwischen Schülergruppen

Beim Lesen gibt es auch einen größeren Unterschied zwischen den Geschlechtern: Mädchen schnitten bei der Lesekompetenz deutlich besser ab als Jungen, eine vergleichbare Tendenz gibt es auch hier in den meisten anderen Teilnehmerländern.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass es in Deutschland große Unterschiede beim familiären Hintergrund gibt. Der sozioökonomische Status spiele in Deutschland eine große Rolle, betonen die Studienautoren, der Bildungserfolg hänge stärker als in vielen anderen Ländern vom Elternhaus ab.

Das zeigt sich auch beim Thema Migration: Jugendliche aus zugewanderten Familien schneiden zum Beispiel bei Naturwissenschaften deutlich schlechter ab. Sie erreichen im Schnitt nur 438 Punkte, während Schülerinnen und Schüler ohne Migrationsgeschichte im selben Bereich auf 521 Punkte kommen.

Maßnahmen zum Gegensteuern

Die Pisa-Ergebnisse passen zu den Resultaten anderer Bildungsstudien aus den vergangenen Jahren, zum Beispiel den IQB-Bildungstrends. Auch hier schnitten die Schülerinnen und Schüler in fast allen Bereichen schlechter ab als noch einige Jahre zuvor. Und zwar unabhängig vom Alter der getesteten Schüler. Deshalb haben die Bildungsminister der Länder inzwischen auch Maßnahmen beschlossen, die diesen Trend stoppen sollen.

Nach der Veröffentlichung der aktuellen Pisa-Studie zeigte sich die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) betroffen: "Die Ergebnisse sind für Deutschland erschreckend schwach", der Kompetenzrückgang mache ihr große Sorgen. Besonders besorgniserregend sei der sozioökonomische Zusammenhang mit den schulischen Kompetenzen: "Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen", betonte Feller.

Die Ministerin verwies gleichzeitig auf geplante und bereits umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung schulischer Leistungen. Dazu gehört unter anderem die Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Bereits seit Herbst 2023 gibt es eine verbindliche Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche an den Grundschulen des Landes. Und gerade erst hat Feller für die Grundschulen auch eine Stärkung des Schreibens mit der Hand angekündigt.

Kritik der Opposition

Aus Sicht der SPD im NRW-Landtag reicht das aber nicht. "Schulministerin Feller muss früher fördern, Ressourcen gerechter verteilen und Qualität in den Mittelpunkt stellen", fordert der Fraktionsvorsitzende der SPD, Jochen Ott. Und für die FDP-Bildungspolitikerin Franziska Müller-Rech zeigen die Pisa-Ergebnisse ein grundsätzliches Problem. "Das Aufstiegsversprechen funktioniert in unserem Land nicht mehr", betont die Landtagsabgeordnete.

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