E-Autos: Neuer Höchststand bei Neuzulassungen in Hessen


Der Neuwagenmarkt in Hessen hat im Juni bei Elektroautos einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der neu zugelassenen vollelektrischen Pkw stieg nach Angaben des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes um 62 Prozent auf 7600. Zusammen mit 3360 Plug-in-Hybriden kam die Elektromobilität in Hessen im Juni auf rund 11.000 Neuzulassungen, ein Plus von rund 45 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Monat 29.947 Pkw neu zugelassen, nach 30.599 im Juni des Vorjahres.

Damit lagen die Elektrofahrzeuge im Juni vor den beiden Verbrennern. Benziner und Diesel kamen zusammen auf 9559 Neuzulassungen, nach 13.228 im Vorjahresmonat. Im Einzelnen wurden in Hessen 6276 Benziner und 3283 Diesel neu zugelassen. Hinzu kamen 9267 Hybride ohne Stecker sowie 158 Autogasfahrzeuge.

Michael Kraft, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, verwies bei der Einordnung der Zahlen auf Besonderheiten des hessischen Marktes. Dieser erlebe statistische Verzerrungen vor allem durch einen schwankenden Anteil der Eigenzulassungen. Vor dem Hintergrund solcher Sondereffekte könne man mit dem leicht negativen Monatsergebnis zufrieden sein, sagte Kraft.

Bundesweit haben alternative Antriebe zwei Drittel Marktanteil

Für das erste Halbjahr 2026 weist die Statistik insgesamt 162.732 Pkw-Neuzulassungen aus, damit liegt Hessen leicht über dem Vorjahresniveau. Besonders stark legten in den ersten sechs Monaten vollelektrische Pkw zu. Ihre Zahl stieg in Hessen auf 34.579 Neuzulassungen, nach 25.418 im Vorjahreszeitraum. Plug-in-Hybride kamen auf 17.995 Einheiten, Hybride ohne Stecker auf 53.224. Dagegen gingen die Zulassungen von Benzinern und Dieseln auch in der Halbjahressicht zurück: Benziner sanken von knapp 47.000 auf 36.021 neu zugelassene Pkw, Diesel von gut 23.000 auf 20.388. Die Branche blicke, sagte Kraft, mit wachsender Zuversicht auf die zweite Jahreshälfte, in der vor allem die hohe Nachfrage nach vollelektrischen Neuwagen aufgrund der staatlichen Förderung fortdauern werde.

Die Entwicklung in Hessen fügt sich in einen bundesweiten Trend ein. Nach einer Auswertung der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes durch den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der die Interessen internationaler Pkw- und Nutzfahrzeughersteller in Deutschland vertritt, erreichten alternative Antriebe im ersten Halbjahr bundesweit bei den Neuzulassungen einen Marktanteil von 65,1 Prozent. Dazu zählt der Verband reine Elektroautos, Plug-in-Hybride, Brennstoffzellenfahrzeuge, Hybride ohne Stecker sowie Gasantriebe. Insgesamt wurden in Deutschland 966.000 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben neu zugelassen (bei knapp 1,5 Millionen Pkw insgesamt), 21,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Juni lag ihre Zahl bei 201.706, ein Plus von 36,8 Prozent.

Besonders stark wuchs innerhalb dieser Gruppe auch bundesweit der Markt für reine Batterieautos. In den ersten sechs Monaten wurden 368.006 vollelektrische Pkw neu zugelassen, 48 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit machten sie 24,8 Prozent aller neu zugelassenen Pkw aus. Im Juni erreichte der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge laut VDIK rund 28,4 Prozent. Das sei der „historisch dritthöchste BEV-Marktanteil“ und zugleich „der mit Abstand höchste Anteil seit Ende der gewerblichen E-Kaufförderung im August 2023“, teilte der Verband mit. Allein im Juni wurden bundesweit 84.057 vollelektrische Pkw neu zugelassen, 78,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Auch Plug-in-Hybride verzeichneten zweistellige Zuwächse. Bundesweit kamen sie im ersten Halbjahr auf 163.793 Neuzulassungen, ein Plus von 17,9 Prozent. Ihr Marktanteil lag bei elf Prozent. Zusammen erreichten Elektrofahrzeuge im engeren Sinne – also vollelektrische Pkw, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge – im ersten Halbjahr 531.808 Neuzulassungen und damit einen Marktanteil von 35,8 Prozent. Im Juni lag dieser Elektromarkt bei 116.270 Neuzulassungen, 59,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Während alternative Antriebe deutlich zulegten, verloren reine Verbrenner auch bundesweit weiter an Bedeutung. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im ersten Halbjahr 518.000 Benzin- und Diesel-Pkw neu zugelassen. Die Zahl der Benziner sank um 18,2 Prozent auf 325.000 Fahrzeuge, die der Diesel um 8,6 Prozent auf 193.000. Damit erreichten Benziner noch einen Marktanteil von 21,9 Prozent, Diesel kamen auf 13 Prozent. Auch in Hessen zeigt sich diese Verschiebung deutlich: Dort lagen die vollelektrischen Pkw im Juni allein schon über der Zahl der neu zugelassenen Benziner.