Platz unterhöhlt: Wühlmaus stoppt Fußballer in Niederhone
Stand: 07.08.2026, 19:44 Uhr
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Was war denn da los? Der SC Niederhone hat sein Heimspiel in Eschwege ausgetragen. Der Grund dafür liegt im Boden. Dort haben sich Wühlmause ausgebreitet.
Niederhone – Mancher Lokalsport-Leser hatte sich am Montag (3. August) verdutzt die Augen gerieben. Der SC Niederhone trägt sein Heimspiel auf der Torwiese in Eschwege aus? Bis es so weit kommt, muss einiges vorgefallen sein. Wir fragen deshalb: Was war da denn los? „Wir mussten nach Eschwege ausweichen, weil unser Sportplatz derzeit nicht bespielbar ist“, sagt der Vorsitzende des SC Niederhone, Stephan Ehrlich. Auf den ersten Blick fällt das Problem nicht auf: der Rasen satt und grün, dazu frisch gemäht. Die Ursache allen Übels liegt unterirdisch. Wühlmäuse haben den Platz unterhöhlt. „Die Verletzungsgefahr wäre zu hoch, wenn wir auf diesem Rasen spielen würden“, sagt Ehrlich. Doch wie konnte es dazu kommen?
Dass der Sportplatz Niederhone ein Maulwurfproblem hat, ist schon länger bekannt. Jetzt sind die Wühlmäuse dazugekommen. Der SC Niederhone vermutet, dass sie vom benachbarten Flutschutzgraben kommen. „Dort wurden Windmühlen aufgestellt. Die Geräusche sollten die Tiere vertreiben“, berichtet Ehrlich. Anstatt ins Feld zu verschwinden, sind sie Richtung Sportplatz weitergezogen. „Eine wesentliche Ursache ist die intensive Bewässerung der Fläche für den Spielbetrieb, die den Boden für die Tiere besonders attraktiv gemacht hat“, heißt es vonseiten der Stadt Eschwege. In der spielfreien Sommerpause waren sie auf dem Sportplatz zudem ungestört und konnten sich ungehindert ausbreiten.
Wühlmäuse sind hier nur als Oberbegriff zu verstehen. Sie stellen eine Unterfamilie der Wühler mit über 150 Arten dar. Zu den bekanntesten Arten gehören die Feldmaus, die Rötelmaus, die Bisamratte, die Schermäuse und die Lemminge. In Hessen kommt vor allen Dingen die Große Wühlmaus, auch Schermaus genannt, vor. Sie lebt unterirdisch und baut flache Gangsysteme. „Sie gräbt drei bis vier Zentimeter unter der Grasnarbe und sorgt so für Hohlräume auf unserem Platz – besonders auf der Seite des Deichs und in Richtung Tennisplätze“, beschreibt es Ehrlich.
Das Wühlmaus-Problem bringt die Planungen des Niederhoner Spielbetriebs durcheinander. Für das Intermezzo auf der Torwiese sind sie dankbar, es bringe aber „großen logistischen Aufwand“ mit sich, um den Spielbetrieb zu organisieren. Oberhone fällt als Spielort ebenfalls flach, weil dort der Maulwurf haust. Deswegen hat die SCN-Fußballsparte für die nächsten beiden Heimspiele der beiden Seniorenteams das Heimrecht mit dem Gegner getauscht. Bis September ist damit das Problem verschoben. „Bis dahin muss sich aber etwas tun“, sagt Ehrlich.
„Die Stadt arbeitet an einer umfassenden Lösung, um das Problem nachhaltig zu beheben“, berichtet eine Sprecherin. Die bisherigen Einsätze eines Schädlingsbekämpfers hätten leider noch nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Deshalb werden weitere geeignete Maßnahmen umgesetzt, um die Spielfläche schnellstmöglich wieder in einen sicheren und nutzbaren Zustand zu bringen. Notwendig seien unter anderem weitere Maßnahmen zur Regulierung des Wühlmausbestands sowie eine genaue Untersuchung der Platzbedingungen. „Dazu gehören die Prüfung der Bewässerung, mögliche Anpassungen der Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen sowie weitere Schritte zur Wiederherstellung einer stabilen Rasenfläche.“ Ein genauer Zeitpunkt zur uneingeschränkten Nutzung lasse sich laut Kreisstadt derzeit noch nicht verbindlich nennen. „Möglichst bald“ solle das der Fall sein. (Tobias Stück)