PlayStation 5: EU stellt klar: Sony darf physische Spiele-Discs einstellen, solange Verbraucherrechte geschützt bleiben
Sony kann physische Spiele-Discs abschaffen – die EU sieht keine Möglichkeit, den Konzern daran zu hindern.
Sony kann seinen Kurs Richtung digitale Spiele weiterverfolgen: Ein EU-Kommissar hat erklärt, dass die Europäische Union Unternehmen nicht daran hindern kann, Spiele nur noch digital anzubieten, solange geltende Verbraucherrechte eingehalten werden.
Michael McGrath, EU-Kommissar für Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Verbraucherschutz, äußerte sich zu Fragen rund um die Zukunft physischer Spielemedien und mögliche Maßnahmen gegen den Rückgang von Spiele-Discs.
Unternehmen dürfen Vertriebsform selbst bestimmen
Bei einer Befragung in Straßburg erklärte McGrath, dass Unternehmen grundsätzlich frei seien, selbst zu entscheiden, in welcher Form sie ihre Spiele und Dienstleistungen anbieten.
„Es geht letztlich um unternehmerische und vertragliche Freiheiten. Unternehmen können Spiele und Dienstleistungen in der Form anbieten, die sie für angemessen halten, sofern die Verbraucherrechte vollständig im Einklang mit nationalem und europäischem Recht geschützt werden.“
Die EU hatte sich zuvor mit einer europäischen Bürgerinitiative beschäftigt, die sich dafür einsetzte, dass Videospiele auch nach Einstellung der Unterstützung durch Entwickler weiterhin nutzbar bleiben. Die Europäische Kommission entschied jedoch, keine entsprechenden Gesetze vorzuschlagen.
Sony plant offenbar Abschied von physischen Discs
Die Diskussion wurde durch Berichte angeheizt, wonach Sony die Produktion physischer Discs für PlayStation-5-Spiele ab Januar 2028 einstellen könnte. Demnach sollen nur Titel, die bis 2027 veröffentlicht wurden, weiterhin neue physische Auflagen erhalten können.
Die Meldung sorgte bei Fans physischer Medien für deutliche Kritik. Eine Petition gegen die Pläne sammelte bereits mehrere Hunderttausend Unterschriften.
Analyst erwartet keine Kursänderung
Trotz der Kritik geht Marktanalyst Dr. Serkan Toto davon aus, dass Sony seine Strategie nicht ändern wird.
„Ich habe Verständnis für Fans physischer Medien, aber Sony wird diese Entscheidung nicht rückgängig machen.“
Seiner Einschätzung nach sei der digitale Markt für Sony zu lukrativ, um den Kurs aufgrund von Protesten zu ändern.
„Sony hat über 120 Millionen aktive PlayStation-Nutzer. Rund 50 Millionen Menschen abonnieren PlayStation Plus. Selbst wenn 500.000 Menschen aus Protest kündigen würden, wäre das nur etwa ein Prozent dieses Geschäfts.“
Die Debatte um digitale Spielekäufe, Besitzrechte und die Zukunft physischer Medien dürfte damit jedoch weiterhin bestehen bleiben.
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