Terror in Berlin, Brände vor Bordeaux
Die Polizei in Berlin fahndet nach dem 21-jährigen Abdul B., der am Samstagabend mit einem Auto in eine Menschenmenge nahe der offiziellen Christopher-Street-Day-Feier gerast sein soll und anschließend Menschen durch Stiche verletzt haben soll. Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen, 29 Personen wurden verletzt, mehrere lebensbedrohlich.
Die genauen Hintergründe der Tat waren am Sonntagnachmittag noch unklar, aber nach Informationen von SZ, NDR und WDR war der Tatverdächtige Abdul B. als islamistischer „Gefährder“ eingestuft, sagt Valerie Höhne, SZ-Korrespondentin in Berlin. Laut Ermittlerkreisen soll Abdul B. bereits als Jugendlicher in der islamistischen Szene Berlins aufgefallen und ab dem 16. Lebensjahr von Sicherheitsbehörden erfasst worden sein.
Er wurde im Mai dieses Jahres wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, aber auf „Vorbewährung“ entlassen. B. erhielt die Auflage, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. SZ, NDR und WDR zufolge wurde in dem Tatfahrzeug ein Mobiltelefon gefunden, das dem Verdächtigen zugerechnet wird. Das Fahrzeug soll B. über private Kontakte angemietet haben.
Unterdessen breiten sich im Südwesten Frankreichs Waldbrände aus. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch etwa 220 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand im Département Gironde hat inzwischen rund 45 000 Hektar Wald und Buschland zerstört. In der Nacht zum Sonntag wurde die vorsorgliche Evakuierung von 55 000 weiteren Menschen in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich von Bordeaux angeordnet.
SZ-Frankreich-Korrespondent Oliver Meiler spricht von einem „extremen Hitzesommer“. Die Waldbrände träfen „nun auch den Norden und Westen, nicht nur den Süden“. Das markiert eine Zäsur in Frankreich – könne aber auch die Wahrnehmung des Klimawandels in der Bevölkerung verändern.
Verstärkt würden die Brände durch den wilden Wuchs von nicht gerodetem Unterholz. Laut Meiler werden auch in Frankreich neun von zehn Waldbränden durch menschliches Verschulden verursacht.
Weitere Nachrichten: CDU-Kritik an Schnieder-Entlassung; Bolsonaros Sohn tritt in Brasilien gegen Lula an.
Zum Weiterlesen:
Hier finden Sie den Liveblog zu dem Anschlag in Berlin, hier einen Text über die Erkenntnisse von SZ, NDR und WDR und hier einen Kommentar dazu.
Zu den Waldbränden lesen Sie hier eine Zusammenfassung über die Situation in Südwesteuropa, hier einen Bericht aus Frankreich und hier einen Kommentar über Ursachen und die Situation in Spanien.

Umwelt
:Es brennt dort, wo es keine Waldbrände geben sollteSind Feuer weltweit häufiger als früher? Daten zeigen: nein. Doch der Klimawandel hat den Charakter der Brände verändert.
Die Recherche über die rechtsextremen, gewaltorientierten „Active Clubs“ lesen Sie hier.
So können Sie unseren Nachrichtenpodcast abonnieren:
„Auf den Punkt“ ist der tägliche Nachrichtenpodcast der Süddeutschen Zeitung zu den wichtigsten Themen des Tages. Sie finden alle Folgen auf sz.de/nachrichtenpodcast. Verpassen Sie keine Folge und abonnieren Sie unser Audio-Angebot in Ihrer Lieblings-Podcast-App oder bei iTunes und Spotify. Eine Übersicht über all unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können.
Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: [email protected].