Norris triumphiert in Budapest
Formel 1
Norris triumphiert in Budapest
Erster Saisonsieg für den Weltmeister im McLaren. Verstappen im Red Bull Zweiter vor dem WM-Führenden Antonelli im Mercedes. Ferrari-Piloten Leclerc und Hamilton knapp hinter dem Podest
Der Weltmeister schlägt zurück: Lando Norris ist bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Hungaroring cool geblieben und hat McLaren den ersten Saisonsieg in der Formel 1 beschert. Der britische Titelverteidiger behielt beim Großen Preis von Ungarn die Nerven, setzte sich bei rund 30 Grad vor Max Verstappen im Red Bull durch – und führte Papaya nach einer langen Durststrecke wieder an die Spitze der Königsklasse.
Während Teamkollege Oscar Piastri in der Schlussphase mit einem technischen Problem ausschied, jubelte Norris über seinen ersten Sieg seit Brasilien im vergangenen November. "Wunderschön. Das Auto war heute unglaublich. Harte Arbeit zahlt sich aus. Lasst uns so weitermachen", funkte Norris an sein Team. "Ich bin erschöpft", sagte er wenig später.
Hinter Verstappen, der sich überraschend über sein nächstes Podium freuen durfte, schaffte es WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli dank einer Aufholjagd von Startplatz sieben auf drei. Im Titelkampf baute der Mercedes-Pilot damit seinen Vorsprung auf Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton, der spät eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse kassierte und Fünfter wurde, vor der vierwöchigen Sommerpause auf 50 Punkte aus. Charles Leclerc im zweiten Ferrari wurde Vierter.
"Die Pace war gut, aber das Ende war nicht ideal", meinte Hamilton, der am Vortag wegen Behinderung von Piastri im Qualifying bereits um drei Positionen auf Startplatz fünf zurückversetzt worden war.
"Es ist die beste Art und Weise, um in die Sommerpause zu gehen", sagte Antonelli: "Heute haben wir gesehen, wo unsere Grenzen sind. Wir müssen weiter achtsam sein und pushen."
Nächster Dämpfer für Russell
George Russell kassierte derweil im zweiten Silberpfeil wieder einen heftigen Dämpfer, nach einem katastrophalen Start erreichte Antonellis Teamkollege nur Rang sieben. Der Brite war zuletzt beim GP in Belgien am Start mit Hamilton kollidiert, im Kiesbett gelandet und ausgeschieden.
Wir haben George in den Start hineingepfuscht", sagte Teamchef Toto Wolff im ORF. Die Drehzahlen hätten nicht gestimmt. "Da kann der Fahrer gar nichts dafür." Wolff war trotz der ausgebauten Führung in der Fahrer-WM alles andere als glücklich mit dem Wochenende. "Wir haben alles falsch gemacht von Freitag an", meinte der Wiener. "Wir haben die Punkte nicht maximiert." Die Plätze zwei und drei wären im Rennen trotz schwächerer Startplätze noch möglich gewesen.
GP von Malaysia im Oktober
Wenige Stunden vor dem elften Saisonlauf hatte der Weltverband FIA für etwas mehr Klarheit im Rennkalender gesorgt. Der Traditionskurs in Malaysia kehrt nach neun Jahren zurück, Anfang Oktober wird auf dem Sepang International Circuit der Große Preis von Bahrain nachgeholt. Das Rennen am persischen Golf war Mitte April aufgrund des Nahost-Krieges ausgefallen.
Dann rückte aber wieder das Geschehen auf dem Hungaroring in den Fokus. Während Leclerc am Start weit zurückfiel, behauptete Polesetter Norris zunächst seine Position – bis er in Kurve zwei zu weit hinaus kam. Piastri nutzte die Gunst der Stunde und übernahm die Führung. Weiter hinten setzten sich derweil für Russell die Probleme fort. Da sein Silberpfeil nur schleppend in die Gänge kam, rutschte dieser bis auf Platz 18 ab.
Für beide Ferraris verlief die Anfangsphase nicht wie geplant. Hamilton und Leclerc hatten auf die schnelleren soften Reifen gesetzt, doch in den ersten Runden hingen sie auf den Plätzen vier und fünf hinter Verstappen auf den Mediums fest. Und so war es Hamilton, der in Runde 14 als erster der Spitzengruppe an die Box ging und auf die harten Pneus wechselte. Verstappen folgte eine Runde später, konnte den Undercut aber nicht verhindern. Mit einem starken Überholmanöver drückte sich der Niederländer aber wieder an seinem langjährigen Rivalen vorbei.
Pech für Piastri
Damit war die alte Reihenfolge wiederhergestellt. Piastri und Norris zogen davon, doch der Brite drängelte. In der 34. Runde wechselte dann der Australier zum zweiten Mal – und ärgerte sich kurz darauf, als es beim Überrunden zu einer Berührung mit Carlos Sainz im Williams kam. "Geh aus dem Weg du Idiot!", fluchte Piastri. Und so lag Norris nach seinem zweiten Stopp vorne. Kurz darauf rollte Piastri dann mit Problemen aus. (sid, red, 26.7.2026)
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