Polizeikontrolle zeigt: Hessische Autofahrer rasen nachts eher als am Tag – Mercedes 78 km/h zu schnell


Stand: 23.07.2026, 06:00 Uhr

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Einsatz

Einsatz der Polizei (Symbolbild). © IMAGO/Rolf Poss

Bei einer landesweiten Nachtkontrolle gegen Raser in Hessen hat die Polizei rund 43.000 Fahrzeuge kontrolliert – knapp 3000 davon waren zu schnell.

Gießen – Die hessische Polizei hat in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 2026 im Rahmen des landesweiten „Action Day Speed“ verstärkt nächtliche Raser kontrolliert. Wie die Polizei mitteilte, waren an insgesamt 65 Kontrollstellen im gesamten Bundesland rund 250 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

Dabei kamen sowohl klassische Kontrollen zum Einsatz, bei denen Verkehrsteilnehmer direkt nach der Messung angehalten und mit ihrem Verstoß konfrontiert wurden, als auch automatisierte Messanlagen. Wer durch Letztere erfasst wurde, erfährt von seinem Geschwindigkeitsverstoß erst später per Post.

Nächtliche Kontrollen bei „Action Day Speed“ in Hessen

Nach Angaben der Polizei registrierte die Messtechnik in der Kontrollnacht rund 43.000 Fahrzeuge. Knapp 3000 davon waren zu schnell unterwegs. Die Polizei betonte, dass sich die überwiegende Mehrheit der Verkehrsteilnehmenden an die geltenden Tempolimits gehalten habe. Dennoch habe es auch einzelne deutliche Ausreißer gegeben.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Osthessen war laut Polizei ein 20-jähriger Motorradfahrer der Spitzenreiter der Nacht. Er bog in Hünfeld von der Wellastraße in die Hersfelder Straße ab und beschleunigte dabei auf gemessene 89 km/h – erlaubt waren dort lediglich 50 km/h. Ihn erwarten nach Polizeiangaben ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein Monat Fahrverbot.

Zum „Raser des Tages“ kürte die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen den Fahrer eines hochmotorisierten Mercedes. Er wurde auf der Autobahn 661 in Höhe Dreieich-Sprendlingen mit 158 km/h gemessen – wegen des nächtlichen Lärmschutzes gilt dort eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von nur 80 km/h. Laut Polizei muss der Fahrer nun mit einem Bußgeld von 700 Euro, zwei Punkten sowie einem dreimonatigen Fahrverbot rechnen.

Ebenfalls in Südosthessen kontrollierten Beamte auf der Bundesstraße 448 einen Pkw, der bei erlaubten 100 km/h mit 144 km/h geblitzt wurde. Der Fahrer befindet sich nach Angaben der Polizei noch in der Probezeit. Ihn erwarten ein Bußgeld von 320 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot, zwei Punkte sowie die Verpflichtung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar.

480 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte

In Mittelhessen war laut Polizei eine 38-jährige Mazda-Fahrerin auffällig: Sie war nahe Gießen auf der Bundesstraße 457, in Verlängerung der Licher Straße, bei erlaubten 100 km/h mit 147 km/h unterwegs. Auf sie kommen nun ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot zu.

Bei Geschwindigkeitsmessungen auf der Autobahn 45 im Bereich einer Baustelle war laut Polizei zudem ein Audi-Fahrer „Spitzenreiter“: Bei erlaubten 80 km/h wurde er mit 140 km/h geblitzt. Ihm drohen nach Polizeiangaben 480 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte.

Die sogenannte Beanstandungsquote – das Verhältnis der gemessenen zu den zu schnell gefahrenen Fahrzeugen – liegt der Polizei zufolge bei 7,2 Prozent. Damit falle sie zur Nachtzeit deutlich höher aus als im Durchschnitt vergleichbarer Tageskontrollen. Die Polizei wertet dies als Hinweis darauf, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen während der Nachtzeit offenbar nicht immer ernst genommen würden.