Preisexplosion: Fliegen in der Schweiz 68% teurer seit 5 Jahren
Publiziert28. Juli 2026, 09:19
Und es wird noch teurerPreisexplosion: Flüge sind 68 Prozent teurer als vor fünf Jahren
Hohe Treibstoff- und Personalkosten treiben die Flugpreise in die Höhe. Besonders die Langstrecke und die Business Class sind betroffen.

Darum gehts
- Reisen wird für Schweizerinnen und Schweizer immer teurer – und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht.
- Flugpreise sind seit Juni 2021 um 68 Prozent gestiegen, auch Hotelübernachtungen kosten im Fünfjahresvergleich 13,6 Prozent mehr.
- Günstiger geworden sind hingegen Camping und Ferienwohnungen, TVs und vor allem PCs.
Krankenkasse, Versicherung, Miete: Vieles wird seit Jahren teurer in der Schweiz. Auch die Preise für Ferien und Reisen sind deutlich gestiegen, wie der Freizeit-Preisindex des Vergleichsdiensts Comparis zeigt. Automiete und Carsharing waren im Juni 4,6 Prozent teurer als noch im Mai.
Flüge waren im Juni zwar 7,3 Prozent günstiger als noch im Mai, als der Iran-Krieg Unsicherheit auslöste und Ängste um die Kerosinversorgung schürte. Fliegen ist aber im Jahresvergleich 3,4 Prozent teurer geworden. Ausserdem zeigt der langjährige Vergleich, dass die Preise seit Juni 2021 mit einem Preisanstieg von 68 Prozent regelrecht explodiert sind.
«Fliegen wird langfristig wohl noch teurer»
Das Ende des Preisanstiegs ist aber noch nicht erreicht. «Fliegen wird in den nächsten zwölf Monaten wohl noch teurer», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. Als Haupttreiber für steigende Flugpreise macht er hohe Treibstoff-, Personal- und Wartungskosten sowie anhaltende Lieferprobleme bei neuen Flugzeugen aus. «Das wirkt sich vor allem auf die Langstrecke aus.»
Zudem dürften die Ticketpreise für die Business Class wegen eines begrenzten Angebots anziehen. Diese Kundschaft reagiere auch weniger empfindlich auf Preisänderungen und habe eine höhere Zahlungsbereitschaft.
Wie haben die höheren Flugpreise deine Reisepläne verändert?
Ich reise seltener mit dem Flugzeug und wähle öfter Bahn oder Auto.
Ich suche bewusster nach günstigen Angeboten und bin flexibler bei den Reisezielen.
Eigentlich gar nicht, ich fliege weiterhin wie gewohnt.
Ich mache jetzt eher Ferien in der Schweiz oder den umliegenden Ländern.
Ich habe meine Reisepläne komplett auf Eis gelegt.
Ich reise sowieso nicht mit dem Flugzeug.
Auch die Preise für Hotelübernachtungen sind im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen. Im Fünfjahresvergleich sind Hotels sogar 13,6 Prozent teurer.
Diese Produkte sind günstiger geworden
Es gibt aber auch einige Freizeitprodukte und -dienstleistungen, die im Fünfjahresvergleich günstiger geworden sind. So kosten Camping und Ferienwohnungen 2,8 Prozent weniger als noch im Juni 2021. Fernseher, Audio- und Videogeräte sind 13,2 Prozent und PCs sogar 22,5 Prozent günstiger (siehe Tabelle).
Comparis-Tipps
- Kurzfristige Preissenkungen nutzen: Flugpreise unterliegen extremen Schwankungen. Fällt der Kerosinpreis oder steigt das Flugangebot – wie vor den Sommerferien –, können die Preise kurzfristig sinken. Wer flexibel ist und Daten vergleicht, kann von solchen Preistälern profitieren, bevor der langfristige Aufwärtstrend die Flugtickets wieder verteuert.
- Flugtage und Nebensaison nutzen: Neben dem Buchungszeitpunkt entscheidet der Flugtag über den Preis. Flüge mitten in der Woche (zum Beispiel Dienstag oder Mittwoch) sind häufig günstiger als an Wochenenden. Wer nicht an Schulferien gebunden ist, sollte Buchungen in die Nebensaison verlegen.
- Anreise mit dem eigenen Fahrzeug durchrechnen: Nebenkosten für Individualverkehr und Auto steigen. Bei Autofahrten in die Ferien sollten Treibstoffpreise, Mautgebühren und Parkkosten vorab eingerechnet werden, um den Gesamtreisepreis realistisch einzuschätzen.
Comparis-Freizeit-Preisindex
Der Comparis-Freizeit-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Freizeit und Kultur, Restaurants und Hotels sowie Reisen ab. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Die Datengrundlage für den Comparis-Freizeit-Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise sowie der Haushaltsbudgeterhebung des Bundes.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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