Putins Elite schlägt Alarm: Russlands größter Industrieller warnt vor düsterer Zukunft


Stand: 12.07.2026, 19:11 Uhr

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Russlands größter Industrieller warnt vor einer gefährlichen Sackgasse für sein Land.

Moskau – Ausgerechnet einer der mächtigsten Unternehmer Russlands stellt die bisherige Entwicklung des Landes offen infrage. Der Oligarch Andrej Melnitschenko, nach Einschätzung des britischen Magazins The Economist Russlands größter Industrieller, warnt vor einer gefährlichen Sackgasse.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Der Krieg gegen die Ukraine, wirtschaftlicher Druck und politische Verhärtung könnten Russland langfristig in eine schwere Krise führen. Melnitschenko gehört nicht zur Opposition. Seine Unternehmen profitierten nach Darstellung des Magazins von der Kriegswirtschaft, und auch öffentlich habe er den Angriff auf die Ukraine bislang nicht kritisiert.

Putins Elite schlägt Alarm: Russlands größter Industrieller warnt vor düsterer Zukunft

Russlands größter Industrieller warnt vor einer gefährlichen Sackgasse für sein Land. © © IMAGO / ITAR-TASS / Archivbild

Er zählt zu den reichsten Unternehmern Russlands. Der Milliardär kontrolliert unter anderem den Düngemittelhersteller EuroChem sowie den Kohle- und Energiekonzern SUEK. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein aktuelles Vermögen auf gut 20 Milliarden Dollar.

In stundenlangen Gesprächen mit dem britischen Wirtschaftsmagazin The Economist und einem begleitenden Gastbeitrag schilderte er nun erstmals ausführlich seine Sorge um die Zukunft Russlands und warnte vor düsteren Szenarien.

Warnung vor Eskalation und politischer Sackgasse

Nach Einschätzung Melnitschenkos sei Russland in eine Lage geraten, aus der alle denkbaren Entwicklungen gefährlich seien, wie The Economist berichtet. Er sehe die Gefahr, dass das Land in Chaos und Machtkämpfe zerfallen könnte.

Ebenso denkbar sei eine wachsende Abhängigkeit von China oder eine dauerhafte wirtschaftliche Verarmung am Rand Europas. Als weiteres Szenario nennt er einen weitgehend abgeschotteten Staat nach nordkoreanischem Vorbild, der sich dauerhaft im Konflikt mit der Außenwelt befinde.

Der russische Präsident Wladimir Putin stößt bei einem Treffen im Kreml mit Absolventen der höchsten Militärschulen des Landes an.

Der russische Präsident Wladimir Putin. © Gavriil Grigorov/dpa

Der Unternehmer fordere deshalb einen Kurswechsel. Russland müsse nach außen berechenbarer werden und die Zustimmung der eigenen Bevölkerung gewinnen, ohne sich auf Zwang zu stützen. Einen Machtwechsel verlangt Melnitschenko laut dem Magazin zwar nicht ausdrücklich. Seine Vorschläge liefen aber auf ein Ende der Alleinherrschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin und eine breitere Verteilung politischer Macht hinaus.

Gleichzeitig warnt Melnitschenko westliche Staaten davor, Russland in eine ausweglose Lage zu treiben. Statt einer weiteren Eskalation müsse langfristig ein Weg zum Zusammenleben gefunden werden.

Melnitschenko befürchtet Einsatz von Atomwaffen

The Economist verweist auf Berichte westlicher Geheimdienste, nach denen Russland seine Konfrontation mit der NATO verschärfen könnte. Melnitschenko befürchte sogar den Einsatz einer taktischen Atomwaffe, um europäische Unterstützer der Ukraine einzuschüchtern. Westliche Analysten hielten ein solches Szenario allerdings weiterhin für unwahrscheinlich, berichtet das Magazin.

Melnitschenko sieht nach Darstellung des Economist einen Ausweg: Russland müsse zu einem berechenbaren Staat werden, der seinen Bürgern Sicherheit, Eigentum und wirtschaftliche Perspektiven biete.

Dafür brauche es einen offenen Streit über den künftigen Kurs des Landes und eine stärkere Beteiligung von Unternehmern, Technokraten und anderen gesellschaftlichen Eliten. Nur wenn Russland wieder ein Land werde, in dem Menschen leben wollten – und in das Ausgewanderte zurückkehrten –, könne es wirtschaftlich dauerhaft bestehen. Quellen: The Economist, Forbes, eigene Recherche