Real-Life-Format: Grenzerfahrung "Alpenüberquerung" im ZDF
TV-Tagebuch
Real-Life-Format: Grenzerfahrung "Alpenüberquerung" im ZDF
Dokureihe begleitet eine Wandergruppe von Bayern bis nach Italien – Nicht nur die Landschaft beeindruckt, sondern auch die Menschen, die sich das antun
Astrid Ebenführer
"Ich dachte mir, hoffentlich überlebe ich das", sagt Lisa einmal mitten im Steinernen Meer. Rechts neben ihr der Abgrund, links ein Seil, das sie mit beiden Händen festhält. Lisa ist Teil der Wandergruppe einer neuen ZDF-Dokureihe. Alpenüberquerung: Bis an die Grenzen nennen die Filmemacherinnen Caroline Drees und Anna Gürth ihr Real-Life-Format mit fünf je rund 15-Minuten-Episoden. Es geht von Bayern bis nach Italien. 79 Kilometer und täglich rund 1000 Höhenmeter mit zehn Kilo Gepäck auf dem Rücken, zu sehen in der ZDF-Mediathek.
Das gerät nicht nur landschaftlich eindrucksvoll. Sehenswert ist die Reihe auch, weil die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sympathisch und sehr authentisch über sich erzählen. Darüber, was Hitze, Höhenangst, Atemnot, Angst vorm Gewitter mit ihnen macht und wie es ist, diese Reise gemeinsam mit zuvor völlig Fremden zu unternehmen.
Vorgeführt wird hier niemand. Dass die Gruppe so respektvoll miteinander umgeht, Bergführerin Christina formt mit Humor und auch mit Durchsetzungskraft aus der Gruppe eine Gemeinschaft. Und sie hilft, wenn es so richtig schwer wird, findet die richtigen Worte, motiviert.
Hier hat jeder sein emotionales Packerl und nicht nur seinen Rucksack zu tragen. Jannik will durch die gemeinsame Wanderung etwa mehr Nähe zu seinem Vater Uwe finden. Nina hat gerade ihren Job gekündigt und braucht einen Neuanfang. Dejon besteht auf Kaffee und Zigaretten, läuft teils barfuß und hält auch sonst nicht viel von Vorschriften. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei diesem Experiment zu beobachten ist nicht nur lehrreich, sondern macht vor allem viel Spaß. Am Ende freut man sich mit ihnen, sie gemeinsam vor den drei Zinnen zu sehen. (Astrid Ebenführer, 7.10.2026)
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