Volleyball: Schwarz-Weiß Erfurt will mit Augenmaß wachsen


Florian Völker ist seit drei Jahren Geschäftsführer bei Volleyball-Bundesligist Schwarz-Weiß Erfurt.

AUDIO: Schwarz-Weiß Erfurt startet mit Ambitionen in die neue Saison (2 Min)

Geschäftsführer Völker im Interview

Entwicklung vor Risiko - Schwarz-Weiß Erfurt will mit Augenmaß wachsen

Stand: 07.10.2026 14:07 Uhr

Wirtschaftlich bodenständig, sportlich mit Ambitionen: Schwarz-Weiß Erfurt will nach dem Playoff-Einzug der Vorsaison nachlegen. Geschäftsführer Florian Völker spricht vor dem Auftakt gegen die Roten Raben Vilsbiburg über Strategie, Kader und Erwartungen.

Auch wenn das Aus im Playoff-Viertelfinale gegen den MTV Stuttgart in der vergangenen Saison erwartbar war, blickt Florian Völker auf eine gelungene Spielzeit mit Schwarz-Weiß Erfurt zurück. "Der erstmalige Einzug in die Playoffs war das Ziel, von daher können wir schon zufrieden sein", sagt der Erfurter Geschäftsführer im Interview mit SPORT IM OSTEN.

2023 hatten sich die Thüringerinnen trotz sportlichen Klassenerhalts freiwillig aus der höchsten deutschen Spielklasse zurückgezogen, um sich auf mehreren Ebenen zu stabilisieren. Ein Jahr später gelang die Rückkehr, seitdem hat sich der Verein langsam, aber sicher in die richtige Richtung entwickelt. Mit Trainer Pablo Sánchez geht es nun in die zweite Saison. Der Spanier überzeuge mit Akribie und "seiner eigenen Idee vom Volleyball mit viel Tempo", erklärt Völker.

Schwarz-Weiß Erfurts Trainer Pablo Sanchez im Kreise seiner Spielerinnen.

Schwarz-Weiß Erfurts Trainer Pablo Sanchez im Kreise seiner Spielerinnen.

Vernunft vor finanziellem Risiko

Auch im wirtschaftlichen Bereich geht es "Schritt für Schritt" nach vorne: So wurde im zweiten Jahr in Folge ein Zuschauerrekord aufgestellt. Dennoch sind es nicht die einfachsten Zeiten, was sich laut Völker vor allem bei den Themen Sponsoring und Marketingbudgets bemerkbar macht. Auch deshalb geht man in Erfurt weiterhin keine finanziellen Risiken ein. In der Vergangenheit gab es, etwa im Fall des SC Potsdam, mahnende Beispiele, "wo immer mal wieder ein Verein von der Bildfläche verschwunden ist".

Hier soll man sich entwickeln können. Wir wollen uns als Verein mitentwickeln und auf das nächste Niveau kommen. Florian Völker, Geschäftsführer Schwarz-Weiß Erfurt

Bei Schwarz-Weiß wird in dieser Saison erstmals seit dem Wiederaufstieg mit einem ähnlichen Etat wie im Vorjahr geplant. Dafür setzt man weiter auf junge, hungrige Spielerinnen. "Hier soll man sich entwickeln können", führt Völker aus: "Wir wollen uns als Verein mitentwickeln und auf das nächste Niveau kommen." Außenangreiferin Teresa Ziegenbalg und Zuspielerin Larissa Winter, die beide vom Dresdner SC kamen, stehen exemplarisch für diese Strategie. Von den Verpflichtungen von Dagmar Mourits und Lina-Marie Lieb erhofft man sich zudem mehr Durchschlagskraft im Angriff.

Video: SWE-Geschäftsführer Völker: "Als Verein entwickeln und auf das nächste Niveau kommen" (18 Min)

Erneut kein sportlicher Absteiger in der Liga

Am Ende der Hauptrunde soll das mit dem erneuten Einzug in die Playoffs belohnt werden. Das Thema Klassenerhalt spielt ohnehin keine Rolle, da es auch in dieser Saison keine sportlichen Absteiger gibt, weil die Liga auf Sicht weiter aufgestockt werden soll. Vielmehr will man in Erfurt die nach wie vor bestehende Lücke zu Teams wie Münster, Wiesbaden oder Aachen schließen, die in der Vorsaison allesamt vor den Thüringerinnen landeten.

Auch der Auftaktgegner am Samstag, die Roten Raben Vilsbiburg, zählt in der neuen Saison zu den direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoffs. Der Deutsche Meister von 2008 hatte sich nach der Saison 2023/24 - wie einst auch Erfurt - freiwillig aus der Bundesliga zurückgezogen. Vilsbiburg sei mit seiner "Erfahrung" und "finanziellen Power" aber "kein gewöhnlicher Aufsteiger", warnt Völker: "Ich erwarte ein völlig offenes Duell. Die Wettanbieter werden sich schwertun. Ein 3:0 erwarte ich zumindest nicht."

Schwarz-Weiß Erfurts Isabel Kovacic jubelt nach einem erfolgreichen Netzangriff.

Schwarz-Weiß Erfurts Isabel Kovacic jubelt nach einem erfolgreichen Netzangriff.

Völker: Dresden hat "wohl den besten Kader"

In den Duellen gegen Doublegewinner VfB Suhl, den Dresdner SC, den SSC Schwerin oder Stuttgart sind die Rollen dagegen klar verteilt. Allen voran die Dresdnerinnen sieht Völker stark aufgestellt: "Sie haben wohl den besten und ausgeglichensten Kader, bei dem alle Positionen doppelt gut besetzt sind." Die Dresdner 0:3-Niederlage im Supercup gegen Suhl kam für ihn daher etwas überraschend. In Erfurt will man den Spitzenteams auch künftig ab und an ein Bein stellen, in erster Linie aber die eigene positive Entwicklung vorantreiben. In jedem Fall "ist der Weg der richtige", sagt Völker.

jsc

Volleyball | 1. Bundesliga

Nachrichten personalisieren

MDR.de bei Google als bevorzugte Quelle wählen

Die Nachrichtenlage ist unübersichtlich und Sie wollen aktuelle Informationen aus Ihrer Region, die für Sie relevant sind? Dann legen Sie MDR.de als bevorzugte Quelle in der Google-Suche fest. So funktioniert's.

Volleyball