El Niño ist zurück und Wettermodelle glauben schon jetzt: Ereignis wird alles andere als normal
Rechenmodelle glauben: El Niño ist zurück und wirkt für unser Wetter schon jetzt wie ein Verstärker
Stand: 26.07.2026, 11:40 Uhr
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Im Pazifik entsteht gerade etwas, das die Wetterkarten der ganzen Welt durcheinanderwirbelt. Die Modelle rechnen einen Rekordwert nach dem anderen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Mitten im Pazifik hat sich in den vergangenen Wochen eine gewaltige Warmwasserblase an die Oberfläche geschoben. El Niño ist zurück – und die Rechenmodelle der großen Wetterdienste zeigen alle in dieselbe Richtung: Das wird kein normales Ereignis.

Die Meerestemperaturen könnten drei Grad über dem Normalwert landen, örtlich sogar vier. Solche Zahlen tauchen in den Aufzeichnungen seit 1870 kein einziges Mal auf. Auslöser ist der Zusammenbruch der Passatwinde. Normalerweise schieben sie warmes Wasser Richtung Asien, vor Südamerika steigt dafür kaltes Tiefenwasser auf. Genau dieser Motor stottert jetzt.
Der Sommer bekommt einen Extra-Schub
Für die laufende Saison heißt das nichts Gutes. El Niño wirkt wie ein Verstärker, der unter alles noch ein paar Zehntelgrad drunterlegt. Die Hitzewellen, die Europa gerade durchschütteln, werden nicht von ihm ausgelöst – aber sie fallen heftiger aus. Ein oder zwei Grad am oberen Ende der Skala entscheiden darüber, ob eine Region 39 oder 41 Grad sieht.
Die vergangenen Rekordjahre kamen fast alle im Windschatten starker El-Niño-Phasen. Auch die Waldbrände rund ums Mittelmeer passen ins Bild: trockener Boden, überhitzte Luft, kein Regen in Sicht.
Und dann kippt der Winter
Jetzt wird es für uns spannend. Ein starker El Niño schwächt den Polarwirbel über der Arktis – jenen riesigen Luftwirbel, der die Eisluft am Nordpol festhält wie ein Deckel auf dem Topf. Wird er instabil, rutscht die Kälte nach Süden. Genau dieses Signal steckt in den ersten Langfristrechnungen für den Winter 2026/27. Kommt dann noch eine plötzliche Erwärmung in der Stratosphäre dazu, fliegt der Deckel weg, und Schnee wäre bis in tiefe Lagen drin.
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Aber Vorsicht: Eine Winterprognose im Juli ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Vorhersage. 2015 lief ein ähnlich starkes Ereignis – und der Winter danach wurde in Deutschland viel zu mild. Die nächsten sechs Wochen liefern die Antwort.