Kroatien-Restaurants müssen ab Oktober zwei Preise angeben


Rechtzeitig zu Herbstferien – Verwirrung um neue Regel

Restaurants in Kroatien müssen ab Oktober zwei Preise angeben

Die Preise in Kroatien sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Jetzt will die Regierung mehr Transparenz schaffen. Betriebe müssen neu einen Referenzpreis angeben. Bei den Wirten kommt das nicht gut an.

Publiziert: 19:06 Uhr

Darum gehts

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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

In den meisten Kantonen stehen die Herbstferien vor der Tür. Für viele Schweizerinnen und Schweizer bietet sich damit die letzte Gelegenheit, noch einmal ein paar sommerliche Tage zu geniessen. Hoch im Kurs steht dabei Kroatien. Doch wer in den Ferien an die Adriaküste reist, muss sich auf eine neue Regel einstellen – und die kann bei Touristen für Verwirrung sorgen.

Neben dem aktuellen Preis müssen kroatische Betriebe ab dem 1. Oktober einen sogenannten Ankerpreis angeben, wie das Wirtschaftsministerium in einer Mitteilung erläutert. Als Referenzdatum gilt der 10. September. Betroffen sind zahlreiche Händler, Coiffeure, Mietwagen- und Freizeitangebote sowie Restaurants. Heisst konkret: Wenn eine Pizza im September noch 18 und im Oktober 20 Euro kostet, stehen auf der Speisekarte beide Angaben. Auch wenn die Preise seit September gleich sind, muss das Lokal beide Beträge aufführen.

Kroatien wird teurer

Das Ziel der Massnahme ist klar: Die kroatische Regierung will den Besucherinnen und Besuchern eine höhere Transparenz bei den Preisen bieten. Kroatien verliert in den letzten Jahren seinen Ruf als günstige Alternative zu Italien und Spanien immer mehr. Der Adriastaat kämpft seit Längerem mit einer erhöhten Inflation – im August stand sie bei 4,2 Prozent. 

Hinzu kommt die Euro-Einführung Anfang 2023. Den Währungswechsel nutzten viele touristische Betriebe, um an der Preisschraube zu drehen. Die Folge: Die Touristen müssen tiefer ins Portemonnaie greifen, die Preise für Unterkünfte, Restaurants und Freizeitangebote schnellen hoch. Die hohen Preise an der Adria sorgten schon letzten Sommer für Schlagzeilen. Laut offiziellen Zahlen des kroatischen Statistikamts stiegen zwischen 2015 und 2024 die Preise in der Tourismusbranche um 70 Prozent.

Wirte sind hässig

Derweil ist der Frust, insbesondere bei den kroatischen Wirten, gross. Franz Letica, Präsident des Zagreber Gastronomieverbands, warnt vor der Verwirrung: «Das wird skurrile Szenen an den Tischen geben», sagte er gegenüber dem lokalen Sender Dnevnik Nove TV. Viele Betreiber fürchten sich zudem vor dem steigenden Verwaltungsaufwand. Denn sie müssen Speisekarten und Preislisten ab Oktober stetig aktualisieren und neu drucken.

Beim Buchen der Unterkunft kommt dir die neue Massnahme übrigens nicht entgegen. Das Wirtschaftsministerium stellt klar: Bei Unterkünften gilt die Pflicht zur zusätzlichen Preisangabe nicht.

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