Regenbogenschule Sontra wird für 4,9 Millionen Euro zum Kindergarten
Stand: 02.10.2026, 07:40 Uhr
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Die Stadtverordneten haben den Umbau der ehemaligen Regenbogenschule mit 20 zu 4 Stimmen beschlossen. Ohne den Schritt würden rund 50 Kindergartenplätze wegfallen.
Sontra – Das ehemalige Gebäude der Regenbogenschule soll so umgebaut werden, dass drei Kindergartengruppen und das Jugendzentrum dort einziehen können. Die Umsetzung des aktualisierten Nutzungskonzepts für den Südflügel im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“ hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Sontra nun bei 20 Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen beschlossen.
Einziehen sollen mit der Awo-Kita „Villa Kunterbunt“ und der derzeit mit in Wichmannshausen untergebrachten Notgruppe eine Krippen- und zwei Regelgruppen.
Umbau für Kosten in Höhe von fast fünf Millionen Euro
Michael Stein (CDU) blickte auf die Entwicklung der freien Kindergartenplätze. Er sagte, dass nicht nur die Geburten, sondern auch die Arbeitsplätze in der Region vermutlich zurückgehen werden. Auch die Maersk-Ansiedelung bei Herleshausen werde nicht dafür sorgen, dass mehr Familien mit Kindern nach Sontra ziehen werden. Bezüglich des Obergeschosses und angesichts des nicht verpachteten Bürgerhauses fragte er: „Wofür braucht die Stadt Sontra eine Aula?“ Er verwies auf die Hessische Landeshaushaltsordnung, nach der bei Investitionen dieser Art von Anfang an die Folgekosten zu betrachten seien. Das fehle laut Stein hier. „Wir leben nun einmal in einer Zeit, wo das Geld nicht mehr so da ist“, so Stein, der gegen den Beschluss stimmte.
Zu den freien Plätzen sagte Bürgermeister Thomas Eckhardt, dass es im Krippenbereich Wartelisten gebe. Insgesamt gibt es in der Kommune mit sechs Einrichtungen derzeit 48 freie Plätze. Für Sontra wird prognostiziert, dass bei einem Geburtenrückgang von rund 5,8 Prozent 2031 insgesamt 95 Plätze frei sein werden. Derzeit ist die Betriebserlaubnis für die Notgruppe in Wichmannshausen und die Awo-Kita im katholischen Gemeindehaus jeweils befristet. Beim Erlöschen würden rund 50 Plätze wegfallen. Mit dem Umzug der Gruppen in die Regenbogenschule würden diese Plätze dort erhalten bleiben. Über die Umbaukosten von rund 4,9 Millionen Euro sagte Eckhardt, dass ein Neubau laut Berechnungen des zuständigen Architekten teurer ausfallen würde und beim Umbau zudem Fördermittel genutzt werden. Die Aula könne für den Schul- und vor allem Vereinssport als Ausweichmöglichkeit für die mittlere Turnhalle dienen und sei ohnehin vorhanden.
Alexander Volkenant (AfD) sagte zur Aula: „Das sind wieder zusätzliche Kosten, die wieder obendrauffallen.“ Für die in Zukunft mehr freien Kindergartenplätze fehle ihm das Konzept. Die AfD stimmte geschlossen gegen die Umsetzung.
Evangelischer Kindergarten beschäftigt Gremium in Sontra
Dass gerade Kindergärten und Schulen Standortvorteile seien, um Fachkräfte und dabei vor allem junge Menschen von einem Ort zu überzeugen, sagte Nadja Lang (BfS/Grüne). Auf ihre Frage zur Hohl- und Bringsituation sowie zu den Parkplätzen antwortete Eckhardt, dass der Kindergarten über die Weldaer Straße, aber auch über den Kirchplatz erreichbar sein soll. Dort, wo die Turnhalle abgerissen wurde, sollen einige Parkplätze entstehen, die teils für die Kirche und teils für den Kindergarten vorgesehen sind.
Sontra werbe damit, familienfreundliche Stadt zu sein, so Marcel Hahn (CDU). Auch wenn die Aula ein Streitpunkt sein könne, werde sich die CDU-Fraktion daher mehrheitlich für den Umbau aussprechen. Dem schloss sich Jorias Bach (BfS/Grüne) an. Einige Zweifel könne er nachvollziehen, doch als familienfreundliche Stadt benötige Sontra Kindergartenplätze. Mit dem Beschluss hoffe er, „dass dann bald die Bagger rollen“ und Bewegung in das Thema Regenbogenschule komme.
Auch der evangelische Kindergarten beschäftigte das Gremium. Angesichts der finanziellen Situation der evangelischen Kirche, sollen die Kindergartenbetriebsverträge im Kirchenkreis Werra-Meißner zum Jahresbeginn 2027 so verändert werden, dass die Kommunen einen höheren Kostenanteil tragen. Detlef Nizold (SPD) beantragte, den Punkt zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss zu überweisen, was einstimmig beschlossen wurde.