Regionaler Leitartikel: Der LEP bleibt besser als sein Ruf


Regionaler Leitartikel Der LEP bleibt besser als sein Ruf

Meinung | Saarbrücken · Die überarbeitete Fassung des Landesentwicklungsplans zeigt, dass das Land den Kommunen entgegengekommen ist. Unterm Strich erweist sich der LEP als Schritt in die richtige Richtung.

14.09.2026 , 08:00 Uhr

 Mehr entsiegelte Flächen sind ein Ziel des LEPs. Die Netto-Null (für jede weitere Versiegelung muss ebenso viel entsiegelt werden) ist darin weiterhin nur ein Fernziel.

Mehr entsiegelte Flächen sind ein Ziel des LEPs. Die Netto-Null (für jede weitere Versiegelung muss ebenso viel entsiegelt werden) ist darin weiterhin nur ein Fernziel.

Foto: Gemeinde Kirkel/Wolf

Der neue Landesentwicklungsplan (LEP) ist unterm Strich, allen kommunalen Unkenrufen zum Trotz, kein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Dass er angesichts der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung im Saarland – bis 2040 ist eine Schrumpfung um 70.000 Einwohner zu erwarten – auf Nachverdichtung statt Ausweitung setzt, ist überfällig und folgerichtig. Dass manche Städte und Gemeinden sich dadurch in ihrer Planungshoheit beschnitten sehen, ist zwar nachvollziehbar.

Ohne Landesvorgaben aber könnten sie weiter den Weg des geringsten Widerstands gehen und immer neue Neubauprojekte realisieren. Statt erst einmal Bestandssanierungen oder der Nachnutzung von Leerstand den Vorrang zu geben, weil nun mal nicht immer weiter nur blindwütig versiegelt werden kann. Dass die CDU gleich den Tod des Eigenheims prophezeit, ist billige Polemik und völlig unangebracht.

Vorgaben des Landes fallen eher moderat aus

Dass im neuen LEP insoweit endlich auch ökologische und klimapolitische Aspekte eine maßgebliche Rolle spielen, ist ein Gewinn. Die elementare Bedeutung von Entsiegelungen für die Schwammfähigkeit der Böden, ihre Kühlfunktion und ihr Speicherpotenzial von Kohlenstoff sollten sich langsam herumgesprochen haben. Auch sind die nun von Landesseite hier künftig eingezogenen Leitplanken eher moderat.

Berechtigt ist die kommunale Kritik, dass die Beteiligungsfrist viel zu kurz war und angesichts der Fülle von Einwänden manches schlicht ignoriert blieb. Die überarbeitete LEP-Fassung zeigt dennoch, dass grundlegende Bedenken der Kommunen nicht auf taube Ohren stießen. Allzu starre Vorgaben wurden gelockert. So müssen sie nun nicht mehr partout alle fünf Jahre ihre Wohn- und Gewerbeentwicklung minutiös darlegen. Sondern nur dann, wenn sie tatsächlich Dinge planen. Auch fallen die meisten Restriktionen des neuen LEP so flexibel aus, dass man hoffen muss, dass die Ausnahmen nicht zur Regel werden.