90 Jahre Diesel: Wie der Selbstzünder die Welt eroberte – und sie wieder verlor
90 Jahre Diesel: Wie der Selbstzünder die Welt eroberte – und sie wieder verlor
Noch vor einem Jahrzehnt war der Diesel so wichtig, dass selbst Porsche ihn verbaute. Dann bremste ein Betrugsskandal ihn aus. Ein Rückblick zum 90. Geburtstag des Antriebs.
Vor 90 Jahren war schon der erste Diesel im Mercedes-Benz 260 D (W 138) auf Erfolgskurs. Foto: Mercedes
Köln. Läuft die Zeit des Diesels ab? Nur noch gut zehn Prozent Marktanteil an den deutschen Neuzulassungen erreichten die nicht hybridisierten Selbstzünder im Sommer 2026 – bis zur Aufdeckung des VW-Dieselskandals im Jahr 2015 wurde fast jeder zweite Neuwagen, sogar Cabrios oder Sportwagen, von einem Ölbrenner befeuert. Diese Karriere seines 1893 patentierten Antriebs mit Selbstzündung ohne Zündkerzen hätte sich der geniale Erfinder Rudolf Diesel nicht träumen lassen.
Ging es doch zunächst darum, große Stand-Maschinen oder Schiffsantriebe effizienter laufen zu lassen. Ab den 1920er Jahren gelang die Implementierung der sogenannten Schwerölmotoren in Lastwagen und Pkw-Prototypen, aber erst vor 90 Jahren, also 1936, forderte der Diesel den Ottomotor im Pkw zum Duell.
Während Cadillac oder Maybach gerade mit seidenweichen V16- und V12-Benzinern für Furore sorgten, verblüffte Mercedes-Benz mit dem luxuriös ausgestatteten, aber karg motorisierten Typ 260 D (W138): Unter der Motorhaube arbeitete ein speziell im Kaltlauf aufdringlich nagelnder Vierzylinder-Diesel, der zudem manch dunkles Rußwölkchen aus dem Auspuff schickte.

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