Rekordvolksfest für neuen Freisinger Wirt – der will trotz großen Lobs noch besser werden


Stand: 16.09.2026, 19:00 Uhr

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Bunter Besuchermagnet: Das Freisinger Volksfest verzeichnete einen Besucherrekord. Dazu trug auch der attraktive Fuhrpark bei.

Bunter Besuchermagnet: Das Freisinger Volksfest verzeichnete einen Besucherrekord. Dazu trug auch der Fuhrpark bei, der deutlich aufgewertet wurde. © Mann

Das Freisinger Volksfest hat einen Besucherrekord aufgestellt – ein Traumeinstand für den neuen Festwirt. Doch der Vielgelobte will manches noch besser machen.

Freising – Exakt 179.126 Besucherinnen und Besucher sind an den zehn Volksfesttagen auf die Freisinger Luitpoldanlage geströmt. Das sind 43.238 mehr als 2025. Wie Magdalena Treptow, Fachbereichsleitung Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Freising, bei der Bilanzkonferenz am Mittwoch im Rathaus mitteilte, entspricht das einer Steigerung von 31,8 Prozent zum Vorjahr. Mit Blick auf 2024 sind es sogar 45,8 Prozent mehr. „Das ist enorm viel.“

Seit drei Jahren messen Security-Kräfte die Besucherströme an den Eingängen mit sogenannten Klickern. Meist sonnige Tage und milde Abende dürften zum hohen Gästezuspruch beigetragen haben. „Das Wetter hat sein Bestes gegeben“, sagte Treptow. Auch der Fuhrpark war attraktiver als zuletzt. Vor allem aber dürfte der neue Volksfestwirt viele Neugierige angelockt haben.

Das Wetter hat sein Bestes gegeben.

Sehr präsent bei den Gästen, mal „Highway to Hell“ singend auf der Bühne, dann Karussell-Coupons an Kinder verteilend, dazu lösungsorientiert und mit sozialer Ader präsentierte sich Holger Nagl. Übrig gebliebene Hendl vom Seniorentag gab er an die Tafel weiter. Als die Beschwerde eines Rollstuhlfahrers einging, dass die Festzelteingänge nicht barrierefrei gestaltet seien, reagierte er prompt und ließ vier rollstuhlgerechte Rampen verbauen.

Beim Pressegespräch erhielt Nagl viel Lob. Dass das Volksfest äußerst friedlich verlaufen sei (Bericht folgt), habe man auch dem neuen Mann zu verdanken. Feuerwehr-Kommandant Oliver Stude betonte, eine derart gute Zusammenarbeit mit einem Festwirt in Sicherheitsfragen selten erlebt zu haben. Oliver Lentz, Geschäftsführer des Gräflichen Hofbrauhauses Freising, betonte, Nagl sei von den Gästen nicht als Festwirt, sondern als Gastgeber wahrgenommen worden.

Die Agenda21 - Gruppe Menschen mit Behinderung bedankte sich beim Festwirt für die rasche Umsetzung der Vorschläge zur Barrierefreiheit des Volksfestzeltes und des Behinderten-WC. „Nicht nur für Rollstuhlfahrer ist das Festzelt somit viel einfacher und sogar ohne Begleitperson erlebnisbar“, meldete die Agenda.Ald jkoeuiesbn Dankeschön gab es süße „Nervennahrung“ und einen Anhänger mit Rolli-Symbol. Unser Bild: (v. l.) Stefanie Elsinger, Heike Albrecht (Agenda21), Uli Schneider, Festwirt Holger Nagl und Manuela Wegler Agenda21 und zertifizierte Hör- und Sehbehinderten-Assistenz).

Die Agenda21-Gruppe „Menschen mit Behinderung“ bedankte sich beim Festwirt für die rasche Umsetzung der Vorschläge zur Barrierefreiheit des Volksfestzeltes und des Behinderten-WC. „Nicht nur für Rollstuhlfahrer ist das Festzelt somit viel einfacher und sogar ohne Begleitperson erlebbar“, meldete die Agenda. Als Dankeschön gab es süße „Nervennahrung“ und einen Anhänger mit Rolli-Symbol. Unser Bild: (v. l.) Stefanie Elsinger, Heike Albrecht (Agenda21), Uli Schneider, Festwirt Holger Nagl und Manuela Wegler (Agenda21/zertifizierte Hör- und Sehbehinderten-Assistenz). © Lehmann

Oberbürgermeisterin Monika Schwind gratulierte ebenfalls. „Ein solch erfolgreiches Volksfest gab es seit vielen Jahren nicht. Wir hatten ein hervorragendes Niveau, das wir nur noch ein klitzekleines Bisserl steigern können.“ Manche Freisinger vermissten auf der Speisekarte den Wert der Bier- und Hendlmarken, andere hätten gerne mehr vegane Gerichte gehabt. Zudem funktionierte das digitale Bezahlsystem nicht immer.

Ich messe den Erfolg nicht an Zahlen, sondern an der Zufriedenheit.

Nagl räumte ein, dass der bargeldlose Service noch nicht perfekt funktioniere, warb aber um Verständnis für das technisch aufwendige Pilotprojekt. „Wir waren sogar der Münchner Wiesn voraus, die das jetzt auch zum ersten Mal anbietet.“ Man werde hier ebenso nachbessern wie beim kulinarischen Angebot. „Wir haben die Speisekarte bewusst schlank gehalten, um gut und schnell zu sein.“ Man werde nun aber auch über vegane Wurstplatten nachdenken. „Denn ich messe den Erfolg nicht an den Zahlen, sondern an der Zufriedenheit.“

Auch sein Team sei Feuer und Flamme. „Zum Abschluss am Sonntagabend waren alle stehend k.o., am Montag herrschte dann Funkstille in unserer WhatsApp-Gruppe, aber schon am Dienstag kamen die ersten Nachrichten: ‚Chef, das können wir nächstes Jahr noch besser machen.‘“

Da sind wir unfassbar großzügig und sehr gelassen.

659 Hektoliter Festbier wurden im Zelt ausgeschenkt – 30 mehr als im Vorjahr. Bedeutet aber angesichts steigender Besucherzahlen auch: Der Pro-Kopf-Konsum ist gesunken. Josef Plank, kaufmännischer Leiter der Staatsbrauerei Weihenstephan, äußerte dafür Verständnis: „Man trinkt zwar am Volksfest Massen, doch es heißt ja, man soll in Maßen trinken.“ Umso mehr nehme der Trend zu alkoholfreiem Bier zu, der in der Statistik nicht erfasst sei.

Beim Ausschank hatte die Staatsbrauerei die Nase vorn. Während in der ersten Hälfte 318 Hektoliter Festbier des Hofbrauhauses flossen, wurden in der zweiten Hälfte 341 Hektoliter Weihenstephan gezapft. Was es mit ihm mache, dass der Mitbewerber knapp die Nase vorn habe, wollte das FT von Hofbrauhaus-Geschäftsführer Lentz wissen. Der reagierte schlagfertig: „Da sind wir unfassbar großzügig und sehr gelassen.“ Sehe man sich die Besucherzahlen an, die zum Ende hin noch zugenommen haben, sei auch die Verteilung nachvollziehbar. Planks salomonisches Schlusswort: „Die Freisinger sind es gewohnt, dass sie von beiden Brauereien ein gescheites Bier bekommen.“