Rhein nähert sich historischem Tiefstand: Fähren fallen aus, Fische leiden – und die Wirtschaft zittert


Rhein fast auf Rekordtief: Fähren, Schiffe und Fische in Not

Stand: 29.07.2026, 12:59 Uhr

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Der Rhein nähert sich einem historischen Tiefstwert – und das mitten im Sommer. Was das nicht nur für die Menschen, sondern auch die Umwelt, bedeutet.

Der Rhein führt derzeit so wenig Wasser wie kaum je zuvor zu dieser Jahreszeit. Am Pegel Kaub im Rhein-Lahn-Kreis lag der Wasserstand zuletzt bei nur noch 27 Zentimetern – nur zwei Zentimeter vom absoluten Tiefstwert seit Messbeginn entfernt, der am 22. Oktober 2018 mit 25 Zentimetern gemessen wurde. Laut Prognose des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Rhein soll dieser Wert am 31. Juli erneut erreicht und am 1. August mit 24 Zentimetern sogar unterboten werden. „Normalerweise spitzen sich die Niedrigwasser eher zum Sommerende zu“, sagt WSA-Sprecher Moritz Axt. „Wir sind damit sehr früh dran.“ Gleichzeitig ist der Rhein ungewöhnlich warm – die für Fische kritische Marke von 25 Grad wurde seit dem 20. Juli zwar unterschritten, könnte aber in den kommenden Tagen erneut erreicht werden.

Fähren pausieren, Schiffe laden weniger – was droht jetzt?

Die Folgen des Niedrigwassers sind bereits jetzt spürbar: Zwei Fähren – die „Peter Pan“ zwischen Leimersheim und Leopoldshafen sowie die „Baden-Pfalz“ zwischen Neuburg und Neuburgweier – haben ihren Betrieb eingestellt. In Bonn saß ein Hotelschiff mit 75 Passagieren und 40 Crewmitgliedern fest. Für die Wirtschaft steht viel auf dem Spiel: Allein BASF in Ludwigshafen transportiert rund 40 Prozent seiner Güter per Schiff – bei weiter sinkendem Pegel drohen laut Konzern Lieferengpässe. Rheinland-Pfalz‘ Wirtschaftsminister Michael Ebling sieht den Bund in der Pflicht und fordert schnelleres Handeln. Eine langfristige Lösung – die Vertiefung der Fahrrinne um 20 Zentimeter – ist frühestens ab 2033 geplant. Wie die Lage am Rhein aussieht, zeigt das Video.