Rhythmische Sportgymnastik: Nach Schrecksekunde: Varfolomeev begeistert zum WM-Auftakt


Nach einer kurzen Schrecksekunde zu Beginn hat Darja Varfolomeev die Fans am ersten Tag der Heim-WM in der Rhythmischen Sportgymnastik mit zwei starken Auftritten verzaubert. Die Olympiasiegerin und elfmalige Weltmeisterin erhielt in der Qualifikation 29,250 Punkte mit dem Reifen und 29,700 Punkte mit dem Ball - und für beide Übungen tosenden Applaus vom begeisterten Publikum in der Frankfurter Festhalle. 

„Ich bin schon ein wenig erleichtert. Es ist wichtig, dass ich sauber durchgekommen bin“, sagte Varfolomeev nach ihren ersten beiden Auftritten. Mit insgesamt 58,950 Zählern übernahm die 19-Jährige nach zwei von vier Geräten im Mehrkampf vorerst die Spitzenposition und erklärte: „Jetzt ist die Nervosität etwas weg. Vor dem Wettkampf weiß man nie, wo man steht.“

Die Qualifikation wird erst am späten Donnerstagabend abgeschlossen. Pro Gerät erreichen die besten acht Teilnehmerinnen die Einzel-Finals am Sonntag. Für die Mehrkampf-Entscheidung am Freitag qualifizieren sich die ersten 18. 

WM-Star mit Frühstart

Zum Auftakt ihrer Medaillen-Mission war Varfolomeev einen Tick zu früh dran. Als sie ihre Übung begann, hatte die Musik noch nicht eingesetzt. „Es war sehr laut in der Halle. Ich habe einen Ton gehört und gedacht, es ist die Musik. Das ist mir zum ersten Mal passiert. Ich wusste zunächst gar nicht, was ich machen sollte“, schilderte sie den Schreckmoment.

Die Sportlerin des Jahres von 2024 stoppte sofort und durfte nach einer kurzen Pause noch einmal von vorn anfangen. Trotz des kleinen Fauxpas behielt sie die Nerven und lieferte einen fehlerfreien Auftritt ab, der ihr vorläufig den vierten Platz einbrachte. 

Ihr Rückstand auf die führende Italienerin Sofia Raffaeli (30,100) beträgt 0,850 Punkte. „Ich wusste, dass ich gut trainiert habe und die Übung schaffen kann“, sagte Varfolomeev zu ihrer Nervenstärke. Mit dem Ball lief dann auf Anhieb alles glatt - Lohn war vorerst Platz eins mit einem Vorsprung von 1,250 Zählern vor Raffaeli. 

Weniger glücklich verliefen die Auftritte von Lada Pusch, die sowohl mit dem Reifen als auch mit dem Ball patzte. Für die 18-Jährige ist die erhoffte Teilnahme am Mehrkampf-Finale damit in weite Ferne gerückt. „Ich bin traurig, dass es nicht so gut gelaufen ist“, sagte Pusch.

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