«Hallo, ich bin Lio»: Ein Roboter entlastet die Pflege
Sind Roboter die Zukunft unserer Pflege? Wie Assistenzroboter Lio bei Patientinnen und Pflegepersonal ankommt.
07.08.2026, 08:04
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Die Rehaklinik Zihlschlacht im Kanton Thurgau ist eine der grössten neurologischen Kliniken der Schweiz und betreibt dank robotergestützter Trainingsgeräte das grösste Robotikzentrum Europas.
Vor sieben Jahren zog in Zihlschlacht noch ein anderer Roboter ein: Er heisst Lio, schwirrt durch die Gänge und erledigt kleinere Arbeiten fürs Pflegepersonal.
Ein «Schwan» auf Rädern
Lio ist ein Assistenzroboter. Er sieht nicht aus wie ein klassischer Roboter-Gehilfe, sondern eher wie ein Industriearm mit Augen – oder wie ein Schwan auf unsichtbaren Rädern. Sein grauer Schnabel dient als Greifzange.
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Bild 1 von 4. Wenn der Roboter keine Aufträge hat, wartet er am Empfang auf Gäste oder Aufgaben.
Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 4. Zudem hat er auf seinem Rücken eine graue Transportkiste, um Zeitungen, Brot, Blumen oder Blutproben zu transportieren.
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Bild 3 von 4. Die beiden Roboter orientieren sich mithilfe einer digitalen Karte. Die Kamera hilft, Hindernisse zu erkennen.
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Bild 4 von 4. Gjuli Amiti, Stationsleiterin Pflege (erste v. l.), Aleksander Pelikan, Verantwortlicher des Projekts Lio und Lia (zweiter v.r.) und Alina Gasser vom Roboterhersteller F&P Robotics (erste v.r.).
Bildquelle: SRF.
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Lio pflegt weder Patienten, noch dient er der Unterhaltung. Seine Aufgaben sind kleine Transporte, die er mit einer grauen Box auf dem Rücken erledigt. Lio navigiert selbstständig per digitaler Karte durch die Klinik und erkennt dank seiner Kamera Hindernisse. Er bringt die Zeitung oder Blumen zu den Patientinnen und Patienten oder transportiert Blutproben an den Empfang.
Doch Lio kann noch mehr: Er erzählt Besuchern, wer er ist, und macht Witze. Während Corona half er zudem bei den Hygienemassnahmen und desinfizierte nachts alle Türgriffe.
Beliebt wie ein Haustier
Seit 2018 war Lio in verschiedenen Heimen und Kliniken zu Gast. Heute sind in der Schweiz rund 20 Lios im Einsatz. Die Erfahrungen seien sehr positiv, sagt Alina Gasser von der Schweizer Herstellerfirma F&P Robotics.
Er sei fast wie ein Haustier: «Er ist immer ein grosses Gesprächsthema. Die Bewohnenden warten teilweise vor der Tür auf ihn.» Für die Pflege sei das praktisch, weil der Roboter etwas Ablenkung vom Klinikalltag bringe.
Entlastung im Klinikalltag
Sind Lio und dessen Pendant Lia nur eine Spielerei – oder bringen sie echten Nutzen? Stationsleiterin Pflege, Gjuli Amiti, sagt: «Die Rückmeldung der Pflege ist positiv. Die beiden entlasten uns vor allem am stressigen Morgen.»
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Dass Roboter später Menschen pflegen – also beim Anziehen oder Duschen helfen – kann sich Gjuli Amiti nicht vorstellen: «Es fehlt die Empathie und das Feingefühl.» Auch ein Patient winkt ab: «Das kann ich mir nicht vorstellen. Es fehlt der persönliche Kontakt.»
Mehr Zeit für die Pflege
Das sieht auch Alina Gasser vom Roboterhersteller so. Roboter würden Pflegekräfte nicht so rasch ersetzen: «Der menschliche Kontakt ist wertvoll. Wir wollen das Rundherum so einrichten, dass die Pflege mehr Zeit erhält.»
Genau das sei das Ziel, bestätigt Aleksander Pelikan, der die Roboter in der Klinik betreut. Dass Roboter auch pflegen, werde vielleicht in fünf oder zehn Jahren ein Thema: «In China wird das schon gemacht. Aber bei uns war das bisher noch nicht der Gedanke.» Doch die Entwicklung geht rasant weiter: Mit dem nächsten Update sollen Lio und Lia dank KI richtige Gespräche führen können.
Lio darf nicht mit Menschen in den Lift
Ganz ohne Probleme ist der Roboter-Einsatz aber nicht: Wegen der Brandgefahr seiner Batterien darf Lio nicht zusammen mit Patienten Lift fahren.
Auch der Datenschutz ist streng geregelt: Der Roboter darf weder Ton noch Bild aufzeichnen.
Radio SRF1, Espresso, 4.8.2026, 8:10 Uhr; rama