Rosberg weist Mercedes-Vorwurf zurück: "Gleiche Chancen für beide"
(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg hat Vorwürfe zurückgewiesen, Mercedes habe beim Großen Preis von Italien Kimi Antonelli gegenüber George Russell bevorzugt. Der Weltmeister von 2016 sieht vielmehr klare interne Regeln bei seinem früheren Team, nach denen der jeweils führende Mercedes im Rennen die erste Wahl bei der Strategie erhält.

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Nico Rosberg glaubt nicht, dass Mercedes Kimi Antonelli in Monza bevorzugt hat Zoom
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Antonelli gewann in Monza von Startplatz 19 aus und profitierte dabei von einer Virtual-Safety-Car-Phase zur Rennmitte. Der Italiener wechselte auf frische Medium-Reifen, während Russell als Führender mit harten Reifen auf der Strecke blieb. Am Ende setzte sich Antonelli gegen seinen Teamkollegen durch.
Im Anschluss wurde Rosberg bei Sky gefragt, ob Mercedes möglicherweise zugunsten des Fahrers gehandelt habe, der die WM anführt. Seine Antwort fiel deutlich aus: "Nein, nein, nein, nein, nein. Gleiche Chancen für beide. Das muss so sein. Und das ist auch so. Sie kämpfen um die Weltmeisterschaft."
Führender Mercedes bekommt erste Wahl
Rosberg kennt die internen Abläufe bei Mercedes aus eigener Erfahrung. Von 2010 bis 2016 fuhr der Deutsche für das Team und wurde dort 2016 Weltmeister. Nach seiner Einschätzung gibt es bei der Strategie eine klare Regel.
"Es ist intern im Team ganz klar", erklärt Rosberg. "George führt das Rennen. Er bekommt die beste Strategie, um so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen." Russell habe dabei grundsätzlich die erste Wahl. "Er bekommt die erste Wahl. Es spielt keine Rolle, wo Kimi ist oder was er macht oder was auch immer", sagt Rosberg.
Genau deshalb sei für Russell in der entscheidenden Situation die Strategie gewählt worden, auf den harten Reifen draußen zu bleiben. "Und das muss Mercedes jetzt bestätigen", erklärt Rosberg. Aus seiner Sicht wäre das Vorgehen dann vollkommen nachvollziehbar.
War draußen bleiben wirklich die beste Option?
Der entscheidende Punkt ist für Rosberg deshalb, ob das Team Russell tatsächlich die schnellste Möglichkeit für den weiteren Rennverlauf angeboten hat. "Zu diesem Zeitpunkt war für George die beste Möglichkeit, draußen zu bleiben und nicht hereinzukommen und diese Medium-Reifen zu nehmen", sagt er.
Dabei spielte auch die Reifen-Situation eine Rolle. Russell hatte laut Rosberg nur noch einen gebrauchten Satz Medium-Reifen zur Verfügung. Ein Boxenstopp auf diese Reifen musste deshalb nicht automatisch die bessere Variante sein. Zudem hätte er damit die Streckenposition aufgegeben, unklar, ob er Antonelli wieder am Ende des Rennens eingeholt hätte.
"Wenn das der Fall ist, dann ist alles einfach und fair", lautet Rosbergs Schlussfolgerung. Entscheidend sei also nicht gewesen, wer in der Weltmeisterschaft vorne liegt, sondern wer zum jeweiligen Zeitpunkt des Rennens die bessere Strategie bekommen sollte. Die Situation von außen zu beurteilen, sei allerdings schwierig.
Rosberg fordert klare Erklärung von Mercedes
Auf die Frage, ob Mercedes möglicherweise davor zurückgeschreckt sei, den Rennführenden an die Box zu holen, weil Russell dadurch die Führung hätte verlieren können, blieb Rosberg bei seinem Grundsatz. "George muss die beste Strategie bekommen, weil er führt", sagt er. "Er muss die beste Strategie bekommen, was auch immer sie ist."
Für Rosberg muss Mercedes deshalb vor allem erklären können, dass das Draußenbleiben tatsächlich die schnellste Variante war, um Russell bis ins Ziel zu bringen. "Und es muss so gewesen sein, dass es der schnellste Weg ins Ziel war, draußen auf den harten Reifen zu bleiben, weil er nur noch einen gebrauchten Medium-Satz hatte."
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Gleichzeitig räumt der ehemalige Mercedes-Pilot ein: "Es ist schwer, das von außen zu wissen." Er hoffe jedoch, dass genau diese Überlegung hinter der Entscheidung des Teams stand.