Top-Chance vergeben? Franco Colapinto ärgert sich über seinen "großen Fehler"
(Motorsport-Total.com) - So dicht war Franco Colapinto in seiner bisherigen Karriere wohl noch nie an der Spitze: Der Alpine-Pilot kämpfte sich nach dem ersten Start zum Grand Prix von Italien (Rennbericht) vom siebten Startplatz bis auf die vierte Position nach vorne und schnupperte beim Restart sogar am Podium, als er kurzzeitig auf dem dritten Rang lag.

© Sutton Images
Franco Colapinto war nach dem Rennen in Monza sichtlich enttäuscht Zoom
Download
In der ersten Lesmo-Kurve verlor Colapinto allerdings die Kontrolle über seinen Alpine und rodelte spektakulär durch das Kiesbett. Der Argentinier wurde dadurch bis auf den 16. Platz durchgereicht. "Ich hatte eine großartige Chance und habe sie nicht genutzt, deshalb bin ich wirklich sehr traurig darüber", gibt er zu.
"Ich denke, es hätte ein großartiges Rennen werden können, und das war ein großer Fehler", sagt Colapinto nach dem Rennen gegenüber ESPN Argentinien, mit Tränen in den Augen: "Ich habe eine sehr wichtige Chance für das Team und für mich selbst verpasst, deshalb bin ich ein bisschen traurig darüber. Daraus zu lernen, ist schwierig."
Auch im Gespräch mit anderen Medien, darunter Motorsport-Total.com, zeigt sich der Alpine-Pilot enttäuscht - obwohl er sich am Ende noch auf den neunten Platz und damit sogar zurück in die WM-Punkte kämpfen konnte. Teamkollege Pierre Gasly war mit dem siebten Platz nur minimal besser.
Franco Colapinto nach Fahrfehler "einfach frustriert"
"Ich bin einfach frustriert", meint der Argentinier dennoch. "Ich denke, ich habe einige gute Dinge gemacht. Ich weiß nicht, ich habe das Auto in Kurve fünf, sechs einfach komplett verloren, ein bisschen aus dem Nichts heraus. Das ist sehr frustrierend."
"Ich denke, wir hätten einige gute Dinge erreichen können, P2 und P3 zusammen, und du weißt, du fühlst dich so stark und kämpfst plötzlich mit den Topteams. Dadurch bist du sehr schnell sehr motiviert, und ein Fehler wie dieser wirft alles weg. Ich bin einfach frustriert."
Der Alpine-Pilot kann sich den Fahrfehler auch nach dem Rennen nicht wirklich erklären. "Ich habe das Auto sehr aggressiv verloren, bin sehr schnell durch das Kiesbett gefahren und hatte viel Schaden", bilanziert er. "Ich dachte, ich müsste aufgeben."
Colapinto: "Wir hätten mehr Punkte holen müssen"
Dem Team gelang es allerdings, die Auswirkungen der Schäden zu minimieren. "Und ja, wir haben es geschafft, Punkte zu holen", kann Colapinto immerhin noch Schadensbegrenzung betreiben. Ein Kampf um das Podium wäre ohnehin schwierig gewesen, wie Teamkollege Gasly demonstrierte.
Das konnte Colapintos Frust allerdings kaum lindern. "Ich bin einfach frustriert darüber, dass wir das Auto und die guten Dinge, die wir gemeinsam gemacht haben, nicht maximiert haben. Und ich denke, ich muss für die Zukunft daraus lernen."
"Aber wir bekommen nicht viele solcher Chancen, dort oben und an der Spitze zu kämpfen, und deshalb ist es besonders frustrierend, solche Momente zu haben", weiß der aktuelle Alpine-Pilot, der auch 2027 für das Team fahren wird. "Ich denke, wir hätten mehr Punkte holen müssen. Also: Entschuldigung an das Team."
Alpine-Pilot freut sich: "War cool, mit ihnen zu kämpfen"
Dass vielleicht etwas mehr als der neunte Platz möglich gewesen wäre, zeigt das Überholmanöver gegen Max Verstappen kurz nach dem Neustart. "Wenn du im Auto sitzt, fühlst du den Unterschied nicht wirklich, ob es der eine oder der andere ist", spielt Colapinto die Situation gegen den viermaligen Weltmeister allerdings herunter.
"Aber es war cool, mit ihnen zu kämpfen. Genau das meinte ich zuvor: Mit den Topautos und den Topteams Seite an Seite zu kämpfen, können wir normalerweise nicht wirklich. Und deshalb ist es sehr schmerzhaft, eine solche Chance einfach zu verpassen."
"Ich habe bei den Restarts vier Autos der Topteams hinter mir gelassen, und genau deshalb tut es so weh, das wegzuwerfen", betont der 23-Jährige. "Wenn du dort oben mit ihnen bist und gleichzeitig mehr Risiken eingehst, merkst du gar nicht, dass es eigentlich nicht dein Kampf ist."
Meistgelesen in unserem Netzwerk
- Formelsport
IndyCar Laguna Seca: Mick Schumacher nach vier Stopps abgeschlagen - Langstrecke
WEC Austin 2026: Riesenpech für Toyota bringt Ferrari den Sieg - Motorrad
Geplanter MotoGP-Stadtkurs in Adelaide: Fahrer von ersten Videos überrascht - Langstrecke
China GT in Shanghai: GT3-Pilot zieht seinen Gegner aus brennendem Wrack
"Du fühlst das Podium und willst weitermachen und Risiken eingehen, und vielleicht hat das keinen Sinn ergeben", meint Colapinto. "Also noch einmal: Daraus lernen und versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen, wenn ich wieder eine solche Chance bekomme."