RTL/ntv-Trendbarometer: Union fällt auf 19 Prozent, SPD gewinnt deutlich hinzu
RTL/ntv-TrendbarometerGrüne bleiben schwacher Union im Nacken - und die AfD weit vorn
13.10.2026, 14:00 Uhr
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Im neuen RTL/ntv Trendbarometer liegen CDU und CSU die dritte Woche in Folge unterhalb von 20 Prozent - und nur knapp vor den Grünen. Der Umfragespitzenreiter AfD kann seinen Vorsprung halten. Nur jeder dritte Befragte glaubt, dass Merz volle vier Jahre Kanzler bleibt.
Am Wochenende hat sich die CDU an einem Neustart versucht und in einer Präsidiumsklausur ein Papier unter dem Titel "Was jetzt passieren muss" erarbeitet. Aus Sicht der Union tut ein Stimmungsumschwung dringend not: Im RTL/ntv Trendbarometer liegen die Schwesterparteien die dritte Woche in Folge unterhalb der 20-Prozent-Marke. Viel fehlt nicht und die Kanzlerparteien fallen auf den dritten Platz hinter die Grünen zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz, zu dem sich die CDU in ihrem Papier ausdrücklich bekennt, traut nur noch eine Minderheit zu, dass er bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleibt.
Im Vergleich zur Vorwoche bewegen sich die Zustimmungswerte der Parteien fast nicht: Die AfD kann mit 26 Prozent Zustimmung ihren Sieben-Punkte-Vorsprung auf die Union halten. CDU und CSU kommen auf 19 Prozent und liegen damit aus Sicht der Grünen in Schlagdistanz. Die Partei hat in der Vorwoche ihren "Plan für Deutschland" vorgestellt, strebt also durchaus nach Platz eins unter den Parteien der politischen Mitte. Die SPD, die nach dem überraschenden Rückzug ihrer Co-Vorsitzenden Bärbel Bas ihre gesamte Führungsriege neu aufstellen will, ist mit 14 Prozent unverändert viertstärkste Kraft.
Zulegen kann die Linke, die mit einem Plus von einem Prozentpunkt nun wieder bei 12 Prozent rangiert. Die Extremismus- und Antisemitismusvorwürfe gegen den Berliner Linke-Landesverband schaden ihrem bundesweiten Zuspruch offensichtlich nicht. Die FDP scheint beim Wert von 4 Prozent wie festgetackert.
Das BSW wird vom Umfrageinstitut Forsa erneut nicht gesondert ausgewiesen, weil die Partei unter 3 Prozent gemessen wird. Die Partei gehört damit zur Gruppe der Sonstigen, die um einen Punkt auf 8 Prozent schrumpft. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 25 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Zusätzlich wurden im Rahmen des RTL/ntv Trendbarometers Meinungen zum Bundeskanzler abgefragt. So gaben 31 Prozent der Befragten an, sie glaubten, dass Merz bis zur regulären Neuwahl des Bundestags Anfang 2029 im Amt bleiben werde. Rund zwei Drittel der Befragten, 65 Prozent, glauben demnach an ein vorzeitiges Aus. Einzig unter den Anhängern von CDU und CSU geht eine knappe Mehrheit von 50 Prozent davon aus, dass Merz am Ende seiner Regierungszeit volle vier Jahre Kanzler gewesen sein wird. 48 Prozent der Unionswähler glauben das nicht.
Merz hatte am Montag deutlich gemacht, in seiner Partei bestehe Einigkeit darüber, dass aus der CDU ausgeschlossen gehört, wer AfD-Politiker in Regierungen oder Staatsämter wählt. In einer geheimen Abstimmung hatte AfD-Politiker Tobias Rausch in der vergangenen Woche mutmaßlich vier CDU-Stimmen erhalten bei der Wahl zum neuen Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt. Gefragt, ob Merz als Parteivorsitzender in seiner CDU "alles in allem noch im Griff" habe, stimmten nur 11 Prozent der Umfrageteilnehmer mit Ja ab. Dagegen nehmen 83 Prozent der Befragten einen Autoritätsverlust des Parteivorsitzenden wahr. Selbst unter Unionsanhängern haben 69 Prozent der Befragten nicht den Eindruck, dass Merz die Partei noch im Griff hat. 25 Prozent der CDU/CSU-Anhänger sehen das anders.
Die wöchentlich abgefragte Beleibtheit des Kanzlers bleibt unverändert: 11 Prozent sind mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden, 87 Prozent sind es nicht. Unter den Unionsanhängern ist der Anteil der Zufriedenen mit 37 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt, aber 61 Prozent Unzufriedene unter den CDU/CSU-Anhängern werden die Union nicht kaltlassen.
Bei der Frage, welche Partei mit Deutschlands Problemen am besten fertig wird, rangiert die Union mit einem Anteil 9 Prozent erneut auf Platz zwei. Die AfD liegt mit 14 Prozent vorn, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. SPD und Grüne verbleiben bei jeweils 7 Prozent. Die Linke legt bei der Frage nach der politischen Kompetenz ebenfalls leicht zu und kommt nun auf 6 statt 5 Prozent. 2 Prozent der Befragten nennen sonstige Parteien. 55 Prozent der Befragten sprechen keiner Partei politische Kompetenz zu, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.
Die Wirtschaftserwartungen verbessern sich leicht: 18 Prozent der Befragten sagen: "Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland werden sich in den kommenden Jahren verbessern." Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Um einen Prozentpunkt wächst das Lager derjenigen, die eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse erwarten, auf nun 62 Prozent.
Im Themenradar liegt die Innenpolitik klar vorn: 37 Prozent der Befragten nennen die Bundesregierung als wichtigstes Thema, gefolgt von den Landtagswahlen im September und den laufenden Regierungsbildungen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit 22 Prozent. Genauso viele Befragte nennen die wirtschaftliche Lage als eines der wichtigsten Themen.
Es folgen der Krieg in der Ukraine mit 19 Prozent, Rechtsradikalismus mit 15 Prozent und Benzinpreise mit 11 Prozent. Mit jeweils einstelligen Werten werden außerdem genannt: die Lage in den USA, das Rentensystem, die Kriege im Nahen Osten, das Gesundheitssystem und Kriege und Konflikte im Allgemeinen.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 6. und 12. Oktober erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Zur politischen Kompetenz der Parteien wurden 1001 Menschen befragt. Die Meinungen zu Friedrich Merz wurden zwischen dem 9. und 12. Oktober unter 1006 Befragten erhoben. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
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Quelle: ntv.de, shu/cwo