Rundweg im Kessbachtal: Hutewald-Reste und ein Paradies mit Tücken
Stand: 19.09.2026, 12:00 Uhr
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Der Rundweg 2 ab der Spicke in Kleinern führt durch das Kessbachtal bis ins Naturschutzgebiet Paradies. Dort sind die ausgeschilderten Wege teils im Schwarzdorngestrüpp verschwunden.
Edertal-Kleinern – Auf einem abwechslungsreichen Rundwanderweg von der Spicke zum Paradies erleben Wanderer das romantische Kessbachtal, tiefe Wälder am Hirschsprung und knorrige Reste eines alten Hutewaldes.

Vom Wanderparkplatz Spicke in Kleinern führt der Rundweg 2 zunächst über einen Asphaltweg in Richtung Albertshausen. Nach einigen hundert Metern wird das Tal enger, und der Weg zweigt an einer Wiese nach rechts ab. Es folgt ein Anstieg hinauf zum Waldrand.
Imposante Baumgestalten im Paradies
Der Name Paradies hat wohl seinen Ursprung in dem einst parkartigen Aussehen des ehemaligen Hutewaldes mit seinen imposanten alten Baumgestalten. Bereits 1911 wurden die Forstorte auf fürstlichen Befehl aus der Nutzung genommen. Früher wurden im Herbst, wenn die Waldbäume Früchte trugen, Rinder, Schafe und Schweine aus Albertshausen und Gellershausen zur Mast in den Wald getrieben. Auf diese Waldweide deuten auch die heute noch vorhandenen Wacholderbüsche hin. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet (NSG) erfolgte 1980 auf Initiative des damaligen Kreisnaturschutzbeauftragten Dr. Hans Bossel (1907-1981), ehemals Leiter des früheren Forstamtes Netze. Fast alle waldtypischen Vogelarten sind im Paradies heimisch, wie Fichtenkreuzschnabel, Waldbaumläufer, Tannenmeise, Kleiber oder Eichelhäher, außer Grauspecht alle heimischen Spechtarten. 81 Schmetterlingsarten hat der heimische Forscher Bernd Hannover festgestellt. Unter den Holzkäfern ist der Eremit, auch Juchtenkäfer genannt, bemerkenswert. Angrenzende Schieferhalden eines früheren Tagebaus bieten Sonderbiotope mit Moosen und Flechten.
Von aussichtsreicher Höhe öffnet sich der Blick auf ausgedehnte Wiesen und Wälder. Die Namen der Berge Hirschkammer und Hirschsprung auf der rechten Seite des Wanderwegs erinnern an ein früheres Rotwild-Vorkommen in diesem Bereich.
Ein geheimnisvoller Holzkasten steht dort am Waldesrand. Wer ihn öffnet, findet einen Stanzer für den Wanderpass Kellerwaldsteig. An mehreren Stationen des 168 Kilometer langen Qualitätswanderweg können Wanderer nämlich Motive ausstanzen und gegen Vorlage eines vollständigen Passes eine Wandermünze erhalten. Den Wanderpass gibt es in der Geschäftsstelle des Naturparks Kellerwald-Edersee.
Informationen über das Naturschutzgebiet
Der Rundweg führt zunächst weiter am Waldrand und mündet dann auf einen Feldweg. Dort biegt er links ab und zweigt bald darauf am oberen Talende nach rechts ab. Wanderer folgen ihm noch ein kurzes Stück, und nehmen am Schilderbaum eine scharfe Kehre in Richtung Paradies.
In der Schutzhütte am südöstlichem Rand des Areals bietet eine Tafel detaillierte Informationen über das Naturschutzgebiet, das sich im Besitz der Waldeckischen Domanialverwaltung befindet. Nach Angaben des NABU hat es die längste Entstehungsgeschichte eines Naturschutzgebietes im Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Eine Erkundungstour über ausgeschilderte Rundwege endet leider im fast undurchdringbaren Dickicht. Wege sind zum Teil mit Schwarzdorngestrüpp zugewachsen, die Route ist nicht mehr auszumachen. Das Hinweisschild ist längst veraltet.

Heute sind nur noch Reste des früheren Hutewalds vorhanden, viele ältere, knorrige Hutebäume sind längst zusammengebrochen. Am Wegrand finden sich einzelne markante Exemplare, und bei einem kurzen Abstecher abseits des Weges stehen auch noch einige Baumveteranen.
Weiter geht es auf der Route Rundweg 2 zurück in Richtung Spicke. Über Waldwege und kurz vor dem Ziel entlang einer langgezogenen Waldwiese führt der Weg in Richtung Dorf mit dem Panorama von Kleinern im Blick. Am Wochenendgebiet vorbei ist der Ausgangsort der Tour, die Freizeitanlage Spicke, wieder erreicht.