Saarbahn im Köllertal: Diese Bahn bremst am Dienstag im Köllertal absichtlich scharf
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Saarbahn im Köllertal Diese Bahn bremst am Dienstag im Köllertal absichtlich scharf
Heusweiler/Riegelsberg/Püttlingen · Knapp 18 Jahre nach der ersten Testfahrt einer Saarbahn im Köllertal gibt es diesen Dienstag wieder ein (fast) „erstes Mal“: Die brandneue Stadler-Saarbahn macht eine Zulassungs-Testfahrt auf der Köllertal-Strecke. Das ist der Grund.
24.08.2026 , 20:00 Uhr
Erwischt! Schon am Montag, einen Tag vor der ersten „Zulassungsfahrt“ der neuen Saarbahn durch das Köllertal, war das neue Modell unterwegs durch Riegelsberg – Bürgermeister Benjamin Schmidt hat es vom Rathaus aus fotografiert.
Foto: Benjamin Schmidt
Sollten Sie an diesem Dienstag im Köllertal neben einem Saarbahn-Gleis gehen oder fahren, dann erschrecken Sie nicht, falls plötzlich neben Ihnen ein Saarbahn-Zug eine Vollbremsung macht. Es ist dann nicht wirklich etwas passiert, sondern es handelt sich dabei um den Test einer der neuen „Tram-Trains“, die das Unternehmen Stadler für die Saarbahn liefert.
Testfahrt muss vielleicht verschoben werden
Die Testfahrt ist allerdings mit einem „Aber“ versehen, denn sollte am Dienstag bei der Saarbahn den ganzen Tag gestreikt werden, dann werde die Testfahrt aller Voraussicht nach verschoben, erklärte Sabine Ramge-Wein, Leiterin der Konzernkommunikation, auf Anfrage. Ohne Streik läuft die Testfahrt voraussichtlich ab Mittag, und das, soweit es sich abschätzen lässt, auch dann, wenn es keinen ganztägigen, sondern „nur“ einen befristeten Streik gibt. Und: Am Montag gab es bereits eine unangekündigte Fahrt – jedenfalls konnte der Riegelsberger Bürgermeister Benjamin Schmidt vom Rathaus aus einen der neuen Züge – mit der Anzeige „Fahrschule“ – in Richtung Heusweiler vorbeifahren sehen.
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Selbstversuch: Eine Fahrt mit Bus und Bahn von Naßweiler nach Eiweiler (mit Zeitstempeln)
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Foto: Hannah Merk
Noch dürfen keine Fahrgäste mitfahren
In Saarbrücken werden die neuen Stadler-Saarbahnen bereits mit Passagieren getestet. An diesem Dienstag folgen noch, ohne Passagiere, Tests im Köllertal – wo der Zug als „Eisenbahn“ unterwegs ist.
Foto: Antonia Trinkaus
Dass die offizielle Testfahrt am Dienstag im Köllertal ausgerichtet wird, hat einen bestimmten Grund: Als die Saarbahntrasse gebaut wurde, nutzte man außerhalb von Saarbrücken eine bereits vorhandene Eisenbahnstrecke. Das bedeutet, dass die Technik aller Saarbahnen darauf ausgelegt sein muss, dass sie sowohl als Straßen- als auch als Eisenbahn unterwegs sein kann. Auf Teilen der Köllertal-Strecke fährt die Saarbahn als „Eisenbahn“. Die Zulassung der neuen Stadler-Fahrzeuge muss für jeden der beiden Bereiche extra erfolgen, daher dient die Köllertal-Strecke für einen Teil der „Eisenbahn-Zulassung“. Der neue Zug ist dann, ohne Fahrgäste, zwischen Etzenhofen und Lebach unterwegs, während in Saarbrücken, auf der Straßenbahnstrecke, bereits Testfahrten mit Fahrgästen laufen – wenn die Saarbahn denn fährt.
„Im Rahmen des Zulassungsverfahrens nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung fordert das Eisenbahn-Bundesamt noch verschiedene Nachweise“, erklärt Saarbahn-Betriebsleiter Michael Irsch in einer Pressemitteilung, „wir testen auf der Köllertal-Strecke unter anderem Zugsicherungsinstrumente. Sie bewirken Zwangsbremsungen, wenn beispielsweise Triebfahrzeugführer Signale missachten.“ Sollte also ein Zugführer ein Haltesignal übersehen, macht der Zug automatisch eine „Zwangsbremsung“ – und genau das wird getestet.
Genau genommen wurde alles schon gründlich getestet, aber Sicherheit geht vor
Genau genommen, so Sabine Ramge-Wein, sind die Fahrzeuge schon getestet, aber noch nicht komplett zugelassen. Insgesamt sei das ganze Test- und Zulassungsverfahren sehr komplex, aber es gehe eben auch um Sicherheit.
Da die Saarbahn gleichzeitig Straßen- und Eisenbahn ist, muss sie sowohl technisch als auch rechtlich „zweigleisig“ fahren: Straßenbahnen fahren mit 750 Volt Gleichspannung, Eisenbahnen mit 15.000 Volt Wechselspannung. Ein rechtlicher Unterschied ist zum Beispiel, dass für Bahnübergänge an Straßenbahn-Gleisen Schranken nicht zwingend vorgeschrieben sind, während an Bahnstrecken Schranken – je nach durchschnittlichem Verkehrsaufkommen – verpflichtend sein können. (ham)