News zu Iran: USA wollen mit neuen Sanktionen Irans Einnahmequellen trockenlegen


Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Pakistan vermittelt in Iran

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg und droht Golfstaaten

Irans Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten ein 

Iran nennt Trumps „Wirtschaftskrieg“ völkerrechtswidrig

Nach Berichten über Missstände: Neuer US-Flugzeugträger in Nahost

Neue Sanktionen: USA wollen Einnahmequellen Irans trockenlegen

In ihrem „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran will die US-Regierung Teheran komplett von der Weltwirtschaft isolieren. Die neuen Sanktionen der Operation „Wirtschaftlicher Verstoßener“ (Economic Outcast) zielten darauf ab, jede potenzielle Einnahmequelle der iranischen Revolutionsgarden zu unterbinden, sagte US-Finanzminister Scott Bessent auf einer Pressekonferenz. Bessent sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ und einer letzten Warnung an andere Staaten, ihre Verbindungen zu kappen. „Unser Ziel ist es, jede wirtschaftliche Lebensader zu durchtrennen, die dieses tyrannische Regime am Leben erhält, bis Teheran allein dasteht“, sagte Bessent.

Und weiter: Das Finanzministerium habe „jeden Knotenpunkt, jeden Vermittler und jedes Netzwerk erfasst, das Iran für Ölschmuggel und die Umgehung von Sanktionen genutzt hat“. Mitarbeiter des Finanzministeriums, des Außenministeriums sowie des Militärs der Vereinigten Staaten träfen sich derzeit mit „internationalen Partnern“, um die Erwartungen Washingtons zu adressieren. Diese sollten ihre Zusammenarbeit mit Teheran einstellen.

Das Finanzministerium teilte mit, es habe Maßnahmen gegen fünf Sektoren ergriffen, darunter Kryptowährungen, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Zudem belegte das Ministerium fast 60 Unternehmen, Einzelpersonen und Schiffe mit Sanktionen.

Huthi-Rebellen greifen Schiff vor saudi-arabischer Küste an

Die jemenitischen Huthi-Rebellen greifen nach Angaben ihres Militärsprechers ein Schiff vor der saudi-arabischen Hafenstadt Janbu im Roten Meer an. Die staatliche saudi-arabische Reederei Bahri teilt dazu mit, ihr Schiff Amzan sei in einen Zwischenfall verwickelt. Die Besatzung sei unversehrt. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit dem Schiff und stimme sich mit den zuständigen Behörden ab.

Zuvor meldete die britische Seefahrtbehörde UKMTO, ein Tanker sei rund 117 Kilometer westlich von Janbu von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Auch hier heißt es, die Mannschaft sei in Sicherheit und es gebe keine Umweltschäden. Janbu ist der wichtigste Ölhafen Saudi-Arabiens am Roten Meer. Die vom Iran unterstützten Huthi verhängten im vergangenen Monat eine Blockade für Schiffe mit Verbindungen zu dem Königreich.

Pakistan vermittelt in Iran

Unter dem Druck massiver Sanktionsdrohungen der USA gegen Iran nimmt Pakistan einen neuen Anlauf für Vermittlungen. Armeechef Asim Munir traf am Montag in Iran ein, wie dortige Medien berichteten. Laut der pakistanischen Regierung sollen Munirs Gespräche Bemühungen um Frieden und Stabilität in der Region voranbringen. Munir, der eine persönliche Beziehung zu US-Präsident Donald Trump aufgebaut hat, soll pakistanischen Kreisen zufolge mit Personen aus dem Umfeld des Obersten Führers Modschtaba Chamenei zusammenkommen.

Am Dienstag wird der omanische Außenminister in Teheran erwartet, um über die Situation in der Meerenge zwischen Iran und Oman zu beraten.

Ulrike Putz

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg und droht Golfstaaten

Iran warnt die USA vor schweren Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs gegen die Islamische Republik. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf teilte auf der Plattform X einen Comic, der nahelegte, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land die USA wie ein Bumerang selbst treffen würden. Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, warnte zudem die ölreichen Nachbarländer davor, sich Washington anzuschließen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, sagte Resai im Staatsfernsehen.

Teherans Drohungen kamen vor einer für heute angekündigten Pressekonferenz von US-Finanzminister Scott Bessent in Washington, bei der er die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen Iran vorstellen will. Nachdem die militärischen Kampfhandlungen nachgelassen haben, wollen die USA Teheran nun wirtschaftlich in die Knie zwingen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch einen „wirtschaftlichen D-Day“ für Iran angekündigt und Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen gedroht. 

Ulrike Putz

Nur 20 Schiffe durchquerten am Wochenende Straße von Hormus

Wegen der Blockaden durch Iran und die USA passieren kaum noch Frachtschiffe die für den Energietransport wichtige Straße von Hormus. Am Wochenende durchquerten nach vorläufigen Daten des Schifffahrts-Analysten Kpler weniger als 20 Schiffe die Wasserstraße. Die Angaben könnten sich laut Kpler noch verändern, da einige Schiffe ihre Transponder während der Durchfahrt ausgeschaltet haben.

Irans Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten ein 

Die USA wollen Iran wirtschaftlich in die Knie zwingen – wie genau ist noch unklar. Irans Präsident Massud Peseschkian beschwört die Widerstandskraft und Stärke des Landes, spricht aber auch die vielen Probleme an. Die Regierung setze sich dafür ein, die Inflation zu senken, sagte Peseschkian in einer Rede, wie aus einer Mitteilung auf der offiziellen Webseite des Präsidenten hervorgeht.

Peseschkian sprach von „erheblichen Ungleichgewichten“ in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin sowie in der Umwelt und im Bankensektor, die seine Regierung „geerbt“ habe. Seit seinem Amtsantritt habe das Land mit einer Kombination aus Krieg, Sanktionen, politischem Druck und Attentaten zu kämpfen gehabt.

Angesichts der angesprochenen Probleme lasen sich die Inhalte der Rede weniger gelassen als Äußerungen anderer Vertreter der iranischen Führung. So sagte Außenminister Abbas Araghtschi, wirtschaftliche Kriegsführung sei ein immer wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik Washingtons. Iran habe gelernt, damit umzugehen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf gab sich überzeugt, dass eine Verschärfung von Sanktionen die USA am Ende selbst treffen würde.

Die US-Regierung hat für Montag Details zu neuen Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Iran gewährt irakischen Öltankern Passage durch die Straße von Hormus

Iran hat mehreren irakischen Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt. Das meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Die Führung in Teheran reagiere damit auf wiederholte Bitten aus dem Irak, die sie über verschiedene Kanäle erreicht hätten. Die Erteilung der Sondergenehmigung war eine der Hauptforderungen Bagdads während des jüngsten Besuchs des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf im Irak.

Ulrike Putz

Iran nennt Trumps „Wirtschaftskrieg“ völkerrechtswidrig

Der von den USA angekündigte „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran wäre nach Überzeugung der Führung in Teheran ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Banken, Unternehmen oder Flughäfen, die der ausschließlichen Gerichtsbarkeit eines Landes unterlägen, dürften nicht von anderen Staaten dazu gezwungen werden, „auf rechtmäßigen Handel mit einem Drittstaat zu verzichten“, schrieb der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X.

Um den wirtschaftlichen Druck auf Iran nochmals drastisch zu erhöhen, hatte US-Präsident Donald Trump mit drakonischen Strafen für Staaten gedroht, die Iran weiter unterstützen. Dazu erklärte Baghai nun: „Wirtschaftlicher Zwang, der darauf abzielt, einen souveränen Staat zur Änderung seiner rechtmäßigen politischen Entscheidungen zu zwingen“, stelle einen klaren Rechtsbruch dar. Solche „Sekundärsanktionen“ verstießen gegen die Charta der Vereinten Nationen.

In Verbindung mit der von den USA verhängten Seeblockade iranischer Häfen reduziere das von Trump angekündigte Vorhaben „die Souveränität aller anderen Staaten auf etwas Vorläufiges, Bedingtes und Widerrufbares, das vom Willen einer anderen Macht abhängt“, fuhr der iranische Außenamtssprecher fort. Er warnte diesbezüglich vor einer „Rückkehr zum klassischen Kolonialismus“.

Ulrike Putz

US-Militär: 68 Handelsschiffe im Zuge von Iran-Blockade umgeleitet

Im Zuge der Blockade gegen Iran haben die US-Streitkräfte nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom 68 Handelsschiffe umgeleitet. Zudem seien drei Schiffe außer Gefecht gesetzt und zwei weitere geentert worden, teilte das US-Militär mit.

Ulrike Putz

Trump: Iran ist noch nicht bereit für richtiges Abkommen

US-Präsident Donald Trump hält Iran nach eigenen Worten noch nicht für bereit, das „richtige Abkommen“ abzuschließen. Die USA beobachteten die Entwicklungen in dem Konflikt genau, sagte Trump vor Journalisten auf die Frage, ob die militärischen Optionen der USA begrenzt seien. Die USA hätten die vollständige Kontrolle über die gesamte Region rund um die Straße von Hormus, fügte er hinzu. Die Führung in Teheran würde zwar gerne eine Vereinbarung treffen, sei aber seiner Meinung nach noch nicht bereit für den richtigen Deal.

Lorenz Zeck

Iranischer Präsident fordert Ende des Kriegs

Der iranische Präsident Massud Peseschkian forderte ein Ende des Kriegs mit den USA. „Es wäre besser, den Krieg heute zu beenden, solange wir Macht und Würde besitzen und die ganze Welt unseren Sieg anerkennt“, sagte Peseschkian laut der halbstaatlichen iranischen Studenten-Nachrichtenagentur.

Peseschkian ist der oberste gewählte Vertreter Irans, doch seine Zuständigkeiten beschränken sich größtenteils auf die innenpolitische Wirtschaftspolitik. Zuvor hatte der US-Finanzminister Scott Bessent Pläne zur wirtschaftlichen Isolierung Irans und seiner Handelspartner angekündigt. Die Pattsituation hat die Inflation in Iran verschärft und die Landeswährung gegenüber dem Dollar auf Rekordtiefstände getrieben.

Iran fordert engere Wirtschaftsbeziehungen zum Irak

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf fordert angesichts drohender neuer US-Sanktionen engere wirtschaftliche Beziehungen zum Irak. Beide Länder sollten im Handel ihre Landeswährungen nutzen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, erklärt Ghalibaf laut seinem Telegram-Kanal vor Wirtschaftsvertretern in Bagdad. Zudem müsse Iran Pläne ausarbeiten, um die „ungerechten Sanktionen“ zu überwinden.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag die nach seinen Worten bislang schärfsten Sanktionen gegen Iran angekündigt, deren Details am Montag bekanntgegeben werden sollen. Ghalibaf wirft den USA und Israel vor, einen Wirtschafts- und Informationskrieg zu führen, da sie eine direkte militärische Konfrontation scheuten.

Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht deutlich zurück 

Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus halbiert sich im Vergleich zum Vortag auf sieben Frachter. Das geht aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervor. Unter den Schiffen befinden sich demnach weder große Rohöl- noch Flüssiggastanker (LNG). Hintergrund des Rückgangs sind wachsende Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt im Nahen Osten, während die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran stocken.

Bessent zu Trumps Drohungen: Verbündete müssen Entscheidung treffen

Nach dem angekündigten „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran erhöht die US-Regierung den Druck auf ihre Verbündeten, daran mitzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass unsere Verbündeten und der Rest der Welt eine Entscheidung treffen“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender CNBC. „Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns.“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf Iran drastisch erhöhen zu wollen. Wer Iran weiter unterstütze, müsse mit drakonischen Maßnahmen rechnen, warnte er. Details zu seinen Plänen lieferte Trump zunächst nicht. Bessent teilte nun mit, am Montag auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben zu informieren.

Bessent trat dabei auch dem Argument entgegen, mit wirtschaftlichem Druck sei gegen Iran nichts zu bewirken. „Wir haben die Seeblockade, und wir werden die härtesten Sanktionen der Geschichte verhängen“, sagte er. Unter diesem Druck werde die Führung in Iran zusammenbrechen. t

Lorenz Zeck

Nach Berichten über Missstände: Neuer US-Flugzeugträger in Nahost

Nach Berichten über Missstände auf einem seit Monaten im Nahen Osten eingesetzten US-Flugzeugträger ist nun ein weiterer Flugzeugträger der Marine in der Region im Einsatz. Die USS George Washington sei am Vortag angekommen, hieß es von dem US-Kommando Centcom auf der Plattform X. Was das für die in die Kritik geratene USS Abraham Lincoln und deren Besatzung bedeutet, war zunächst nicht klar.

In Berichten war unter anderem von Versorgungsengpässen, Problemen bei den Sanitäranlagen und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Besatzung an Bord der „USS Abraham Lincoln“ die Rede gewesen – Besatzungsmitglieder hätten etwa versucht, über Bord zu springen. Das US-Militär wies die Berichte zurück. Laut CNN war der Austausch der Schiffe bereits vor den Beschwerden geplant. Das Schiff ist laut US-Medien seit dem Beginn der Militärschläge gegen Iran am 28. Februar keinen Hafen angelaufen.

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