SC Riessersee liefert Spektakel mit Schönheitsfehlern
Stand: 29.08.2026, 07:02 Uhr
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Zehn Tore fallen in Miesbach, dazu gibt es jede Menge Freibier und Rollbraten. Doch erfreulich verläuft der Abend für den SC Riessersee beim Bayernligisten dennoch nicht.
Miesbach – Solch ein Abend lässt die Herzen eines jeden Eishockeyfans höher schlagen: Weit vor dem Anpfiff schenkten die Miesbacher zur Saisoneröffnung 30 Liter Freibier aus. In den Drittelpausen lockten Hendl und Rollbraten die treuen Seelen an den Grillstand und die sorgten noch vor der Schlusssirene für den Ausverkauf. Die 405 Zuschauer hatten Hunger. Appetit auf Eishockey. Dafür sorgten der Bayernligist und der SC Riessersee am Freitagabend mit insgesamt zehn Toren. Das machte schon vor dem eigentlichen Saisonstart Lust auf mehr.
SCR findet Antwort auf frühen Rückstand
Allerdings mussten die rund 60 weiß-blauen Anhänger ihre Mannschaft bis zum Schluss lautstark nach vorne peitschen. Bereits nach 27 Sekunden schockte der TEV die Gäste mit einem abgefälschten Schuss von der blauen Linie. Ein Weckruf, der seine Wirkung nicht verfehlte. Die Werdenfelser drückten auch ohne den angeschlagenen Johann Porsberger – der Schwede war vorsichtshalber zu Hause geblieben – aufs Tempo. Und belohnten sich prompt. Der Berliner Tryoutspieler Matthias Harr hatte das Auge für Nico Geidl, dann verwertete Tim Hettich einen Abpraller von der Torumrandung. Nach fünf Minuten war die Partie gedreht.
Doch schnell wurde deutlich: Der Oberligist braucht Geduld, spielt noch nicht die Sterne vom Himmel. Die rundum erneuerte Mannschaft muss sich weiter finden, die Beine sind nach intensiven Trainingstagen schwer. Entsprechend groß waren zeitweise die Lücken im Abwehrverbund. Das zeigte sich mehrfach. Immer wieder holten sich die Miesbacher die Führung zurück. Gerade in Unterzahl passte die Abstimmung noch nicht. Drei ihrer sechs Treffer erzielten die Gastgeber im Powerplay. Das dürfte SCR-Coach Leif Carlsson weder verwundern noch beunruhigen. Bislang stand vordergründig die Defensivarbeit auf der Agenda, in dieser Woche kam das Offensivspiel hinzu. Dort präsentierten sich vor allem Eigengewächs Hettich und Robin Johansson als ständige Unruheherde. Die Special Teams hingegen tauchten noch nicht auf dem Trainingsplan auf.
Profis bekommen restliches Wochenende frei
Dass am Ende eine 4:6-Niederlage für die Riesserseer zu Buche stand, ist in dieser Phase der Vorbereitung und nach vielen Stunden auf dem Eis und im Kraftraum verschmerzbar. Eingeplant war sie freilich nicht. Carlsson dürfte sich in seiner Einschätzung bestätigt sehen, dass bis zur defensiven Stabilität noch ein weiter Weg vor den Werdenfelsern liegt. Nach intensiven Tagen gab er seinen Profis für das restliche Wochenende frei. Danach beginnt der nächste Abschnitt auf dem Weg zum Saisonstart in drei Wochen.