Nach der schwachen Leistung gegen Mainz schrillen bei Schalke 04 die Alarmglocken
Eigentlich hatten die Mainzer genau so agiert, wie es die Schalker eigentlich machen wollten - mit dem Unterschied, dass sie auf vielen Positionen über die qualitativ besseren Spieler verfügen. Das Fischer-Team hatte die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen (54 Prozent) und deutlich mehr Ballbesitz (56 Prozent). "Mainz war uns in allen Belangen überlegen", urteilte Karaman.
Torhüter Karius als einziger Lichtblick
Die Defizite der Schalker traten in der bisherigen Saison noch nie so deutlich zum Vorschein wie in dieser Partie. Die mangelnde Schnelligkeit fast aller Spieler im Vergleich zum Gegner ließ sich nicht übersehen. Zudem nahm die Ideenlosigkeit im Spielaufbau fast schon dramatische Züge an. Bei allem läuferischen Einsatz ist der gezielte Umgang mit dem Ball mittlerweile ein nicht mehr zu leugnendes Problem.
Die Folge: Die Schalker haben - auch im dritten Heimspiel - keinen Treffer erzielt. Der erste nennenswerte Torschuss wurde erst in der 75. Minute abgegeben. Das lag auch daran, dass Edin Dzeko, der für den verletzten Moussa Sylla in der Startelf stand, überhaupt nicht ins Spiel fand.
Dzeko überhaupt nicht im Spiel
Weshalb Dzeko nur ein Schatten seiner selbst blieb? Weil es seine Kollegen überhaupt nicht schafften, das Spiel in den gegnerischen Strafraum zu tragen und ihn mit Flanken zu bedienen. Und weil die Kollegen sogar versuchten, den 40 Jahre alten Ex-Weltklasse-Angreifer in direkte Laufduelle mit den flinken Mainzer Verteidigern zu schicken - was völlig sinnlos war.
Und so lag die grundsätzliche Frage in der Luft, ob es nicht sinnvoller wäre, Dzeko vor allem als Einwechselspieler zu nutzen, der seine großen Qualitäten erst in der Schlussphase eines Spiels, wenn die Schalker Druck erzeugen müssen, zeigen sollte. Darauf wird Trainer Muslic eine Antwort finden müssen.
Sportdirektor Mulder macht sich Sorgen
Diese Niederlage tat den Schalkern zum einen besonders weh, weil sie ihre Spielweise völlig überraschend vergessen hatten. Zum anderen, weil der eigentlich recht gelungene Saisonstart immer mehr verschwimmt.
"Wir müssen wenigstens Überzeugung auf den Platz bringen. Wenn man zwei Mal hintereinander verliert, dann darf man sich Sorgen machen", sagte Sportdirektor Youri Mulder.
In der nächsten Woche, beim Auswärtsspiel beim 1. FC Köln, stehen die Schalker erstmals unter Druck - und müssen zunächst einmal zu ihrer ureigensten Spielweise zurückfinden.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Bundesliga-Statistik
Sendung: "Schalke unter Druck", WDR.de, 17.10.2026, 23.50 Uhr