Schiffe und Hotels warten seit Jahrzehnten auf sauberen Strom: Bauantrag noch nicht gestellt
Stand: 30.08.2026, 06:00 Uhr
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Seit Jahrzehnten warten 400 Kreuzfahrt- und Hotelschiffe auf sauberen Strom am Mainufer. Ob der Baubeginn im dritten Quartal 2027 realistisch ist, kann erst nach Genehmigung des Bauantrags gesagt werden.
Frankfurt – Schon seit Jahrzehnten wartet Frankfurt auf eine saubere Landstromversorgung für Flusskreuzfahrt- und Hotelschiffe. Wie die HFM-Managementgesellschaft für Hafen und Markt auf Nachfrage mitteilt, wird das fürs Erste auch so bleiben.
Hintergrund ist, dass die zahlreichen Schiffe am Frankfurter Mainufer nicht mehr die Luft verpesten sollen. Das tun sie aktuell, wenn sie ihre Dieselgeneratoren für die Stromversorgung an Bord laufen lassen, während sie am Mainufer liegen. Bisher fehlt dafür aber eine Landstromversorgung. Die Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main (NRM) muss zwei Umspannwerke bauen, um die jährlich etwa 400 Hotel- und Kreuzfahrtschiffe mit Strom zu versorgen.
Lange Zeit war dafür eine unterirdische Lösung angestrebt worden. Weil die teuer und kompliziert ist, entschied die Stadt sich um. Laut einem aktuellen Magistratsbericht beschloss man im August 2025, dass zunächst die drei westlichen Liegeplätze durch oberirdische Anschlussterminals mit Strom versorgt werden sollen. Der Strom soll durch den Bau einer oberirdischen Umspannanlage am Mainufer installiert werden.
Also musste neu geplant werden. Laut Magistrat ändert sich die Trassenplanung grundlegend, da die neue Umspannanlage etwa 100 Meter weiter westlich errichtet wird. Auch der Anschluss an das bestehende Leitungsnetz der NRM muss angepasst werden.
Bis zum Frühjahr 2026 hatten Vorabstimmungen mit den beteiligten Ämtern stattgefunden, erklärte HFM-Sprecherin Bianca Winkel auf Anfrage. Seitdem würden die Umspannanlage und der Trassenverlauf geplant. „Diese Planungen wurden noch nicht abgeschlossen und sind aufgrund der Vielzahl der Beteiligten und der Verortung der Umspannanlage an einer historischen Mauer in einer denkmalgeschützten Grünanlage relativ komplex“, so Winkel.
Baubeginn für die Umspannanlage und die Trasse werde voraussichtlich im dritten Quartal 2027 sein, so Winkel. „Alle Beteiligten arbeiten mit großem Engagement daran, dass die Maßnahme bis Ende 2027 abgeschlossen ist.“ Das wäre wichtig, weil das Land und der Bund als Fördermittelgeber den Umsetzungszeitraum bis dahin verlängert haben. Damit besteht weiterhin die Chance, dass die Stadt die bereits ausgegebenen Mittel von rund 400.000 Euro nicht zurückzahlen muss, wenn sie bis dahin fertig ist.
Aber: „Ob dieser Zeitplan realistisch ist, kann erst mit Genehmigung des Bauantrags verlässlich prognostiziert werden“, sagt Bianca Winkel. Und der wurde Stand jetzt noch nicht gestellt.