Herzinfarkt auf Baustelle in Italien: Kollegen warten zwei Stunden – aus Angst vor der Polizei
Schwarzarbeiter stirbt auf Baustelle – zwei Stunden lang ruft niemand den Notruf
Stand: 07.08.2026, 14:24 Uhr
Ein Bauarbeiter aus Moldau stirbt auf einer Baustelle in Padua – doch zwei Stunden lang ruft niemand den Notruf. Sechs Beschuldigte, Schwarzarbeit und Hitze.
Der Arbeitgeber und seine Mitarbeiter haben mehr als zwei Stunden gewartet, bevor sie den Arbeiter versorgten, und haben damit womöglich seinen Tod verursacht, weil sie nicht sofort den Notruf 118 alarmierten. Der 35-Jährige war am Dienstag bei der Arbeit auf einer Baustelle in Padua von einem Schwächeanfall getroffen worden. Er war am Vortag aus der Moldau angekommen und hatte begonnen, ohne Anmeldung zu arbeiten, als er nach einem kurzen Todeskampf starb. Die Staatsanwältin von Padua, Claudia Brunino, hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Obduktion des Leichnams des jungen Mannes angeordnet, die dem Gerichtsmediziner Antonello Cirnelli übertragen wurde.
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Dieser Artikel von Giampaolo Chavan entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Nach ersten Ergebnissen der Untersuchung starb der 35-Jährige an einem Herzinfarkt, der auch durch die hohen Temperaturen am 4. August in Padua ausgelöst worden sein soll. Die Staatsanwaltschaft hat bereits sechs Rumänen als Beschuldigte wegen unterlassener Hilfeleistung, verschärft durch den Todeseintritt, in das Ermittlungsregister eingetragen. Die Anklage stützt sich vorerst auf die Aussagen, die die uniformierten Beamten wenige Stunden nach dem Tod des Arbeiters auf der Baustelle gesammelt haben. Aus den Protokollen geht hervor, dass diejenigen, die die letzten Lebensmomente mit dem Moldauer erlebten, offenbar nicht den Rettungsdienst riefen, als sie bemerkten, dass es dem Bauarbeiter sehr schlecht ging. Vergangenes Jahr kam ein Bauarbeiter in Hessen auf tragische Weise ums Leben.

Angst vor Kontrollen und fehlender Arbeitsvertrag
Dies geschah mit großer Wahrscheinlichkeit aus Angst, mit der Justiz in Konflikt zu geraten, zumal das Opfer noch keinen regulären Arbeitsvertrag besaß. Es ist 14 Uhr am 4. August, als sich der 35-Jährige unwohl zu fühlen beginnt, während er auf der Baustelle in Padua arbeitet. Er wird sofort von Kollegen erstversorgt, die ihn auf Anweisung des Inhabers der Baufirma in seine Wohnung bringen, die einige Kilometer von der Stadt des Heiligen Antonius entfernt liegt. Dort beginnen Wiederbelebungsversuche, doch die Lage verschlechtert sich, weil der 35-Jährige das Bewusstsein verliert.
Angesichts der äußerst kritischen Situation ruft der Unternehmer die Tante und eine Cousine des Mannes an. Als die beiden Frauen in der Wohnung des Rumänen eintreffen, laden sie ihren Verwandten ins Auto, um ihn ins Krankenhaus von Padua zu bringen. Während der Fahrt merken die Frauen jedoch, dass der 35-Jährige keine Lebenszeichen mehr von sich gibt, und in Panik halten sie auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Saonara im Gebiet von Padua an und wählen schließlich den Notruf 118. Vor Ort rücken sofort Carabinieri und das medizinische Team des Suem an, die versuchen, den Mann über mehr als eine Viertelstunde zu reanimieren, ihn jedoch nicht mehr retten können.
Späte Alarmierung und zahlreiche Unregelmäßigkeiten
Einige Zeugen berichteten, dass der 35-Jährige bereits leblos gewirkt habe, als die beiden Frauen das Auto abstellten und die Rettungskräfte alarmierten. Die Beamten der Carabinieri nahmen umgehend die Ermittlungen auf, und schon bei den ersten Überprüfungen traten zahlreiche Unregelmäßigkeiten zutage. In der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin ein Ermittlungsverfahren eröffnet, das noch neue Wendungen und weitere Beschuldigte mit sich bringen könnte.
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