Sozialverhalten: Kind nicht zur Entschuldigung zwingen


Stand: 07.08.2026, 14:21 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Symbolbild - Zwei Jungen raufen sich auf ihrem Schulweg

Kleine Kinder handeln oft spontan, während sich ihr Einfühlungsvermögen noch entwickeln muss. © Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

„Jetzt entschuldigst du dich aber bitte mal!“ Auf so eine Aufforderung kann ein Kind bockig reagieren. Oder es sagt das Zauberwort, meint es aber gar nicht so. Wie Eltern es besser machen können.

Hamburg - Die kleine Schwester geschubst oder dem anderen Kind die Sandschaufel aus der Hand gerissen: Kleine Kinder reagieren impulsiv, und ihre Fähigkeit, sich einzufühlen, muss sich erst entwickeln. Welche Gefühle ihr Handeln bei anderen auslöst, wissen sie also schlichtweg oft (noch) nicht. Häufig erschrecken sie auch über ihr Missgeschick und müssen erst mal verstehen, was gerade passiert ist, heißt es auf dem Onlineportal „leben-und-erziehen.de“.

Kein „Sorry“ erzwingen

Das Kind in so einem Fall zu einer Entschuldigung zu zwingen, wäre unklug. Schließlich geht es nicht nur um eine Floskel, sondern um echte Empathie und ein ehrlich gemeintes Wiedergutmachen. Doch wie können Eltern das beim Kind bewirken?

Zum einen, indem sie das Einfühlungsvermögen des Kindes stärken. Statt eines Vorwurfs also darauf hinweisen, dass der oder die andere gerade traurig ist. Und nachfragen in der Richtung „Wie würdest du dich fühlen, wenn dir das passiert wäre?“, erklärt der Ratgeber.

Vorschläge machen

Eltern können auch Anregungen geben, etwa: „Willst du mal schauen, wie es dem Jungen jetzt geht?“ oder auch: „Vielleicht möchtest du ihm sagen, dass du nicht wolltest, dass der Ball ihn trifft.“ Ist das Kind noch nicht so weit, sollten Eltern ihm Zeit geben. Auch später lässt sich noch darüber reden.

Letztlich kommt es auch weniger darauf an, dass unbedingt das Wort „Entschuldigung“ fällt. Vielleicht hilft das Kind dem anderen, die zerstörte Sandburg wieder aufzubauen. Damit übernimmt es Verantwortung für sein Handeln und macht es wieder gut. Dann sollten Eltern ihre Kinder auch loben, heißt es auf der Erziehungswebseite.

Gutes Vorbild wirkt am meisten

Zu guter Letzt nicht zu vergessen: Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn es Eltern selbst nicht schwerfällt, die Gefühle anderer wahrzunehmen und sich bei anderen - auch beim Kind - aufrichtig zu entschuldigen, ist das mit die beste Voraussetzung. dpa