Schweißtreibender Kraftakt: Männer und Frauen ziehen 15-Tonner ins Ziel
Stand: 14.07.2026, 06:21 Uhr
Kommentare

Beim Dorffest des SC Seeham traten sieben Männerteams im Lastwagenziehen an. Die Frauen zogen spontan und außer Konkurrenz – barfuß und mit einem Mordstempo.
Seeham – Stramme Wadl, angespannte Arme, zugekniffene Augen und Schweiß, der in Strömen die Stirnen hinabrann: Einen anstrengenden Zeitvertreib hatten sich 28 Männer für den Sonntagnachmittag vorgenommen. Sieben Teams nahmen in Seeham am Lastwagenziehen teil. Die Frauen mussten sich heuer erst bitten lassen, zogen zum Schluss aber außer Konkurrenz davon.
Zum neunten Mal seit der Premiere 2009 wurde der schweißtreibende Gaudiwettbewerb zum Dorffest des SC Seeham heuer ausgetragen, das am Samstag und Sonntag bei Speis und Trank, Spielparcours für die Kinder, Flohmarkt und Musik von den Stürzlhamern zahlreiche Gäste anlockte. „Wir sind einzigartig im Landkreis“, erklärt Sepp Reichenberger zum Lastwagenziehen, dessen Moderation er wieder übernahm. Es galt, als Team – Männer zu viert, Frauen zu acht – einen Sattelzug an einem Seil mit bloßen Händen über 30 Meter zu ziehen, so schnell wie möglich. „Alles unter einer Minute ist super“, motivierte Reichenberger.

Der Gegner bringt etwa 15 Tonnen auf die Waage
Der Gegner stand da wie ein Koloss. Die Zugmaschine der Firma Penzenstadler samt Auflieger brachte 15 Tonnen Gewicht auf die Waage – plus Beifahrerin und Florian Holzmann-Penzenstadler auf dem Fahrersitz: Der CSU-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat 2026 hatte den wohl am wenigsten schweißtreibenden Job bei dem Wettbewerb. Er bremste den Truck, sobald das Ziel-Holz bei der 30-Meter-Marke umgefallen war, und postierte ihn fürs nächste Team zentimetergenau. „Danke fürs Gas geben!“, feixte einer der Teilnehmer Holzmann-Penzenstadler im Ziel entgegen. Aber erst, als er wieder bei Luft war.
Trotz hoher Wassertemperaturen: Keine Hygiene-Probleme an Badeseen im Kreis Miesbach

Burschen holen sich den Sieg in 32,65 Sekunden
Der größte Kraftakt: den Koloss in Bewegung bringen. Unter Einsatz des eigenen Körpergewichts stemmten sich die Teilnehmer – fast alle in festen Bergstiefeln – mit voller Kraft in den Asphalt, bis der Brummi rollte, um sich umzudrehen und zu ziehen wie die Ochsen. Nach 20 Metern ging es auf der gesperrten Kreisstraße auf Höhe des Wanderparkplatzes am Seehamer See aus dem Schatten in die pralle Sonne. Der Kreislauf hielt bei allen durch. Am schnellsten im Ziel war das Team Burschenverein Holzolling 1 mit 32,65 Sekunden, dicht gefolgt von den Gastgebern des SC Seeham (33,68) und den Seilziagern Irschenberg (34,13).
Am allerschnellsten waren die Damen – das allerdings außer Konkurrenz. Reichenberger wollte sich nicht damit abfinden, dass erstmals seit 2009 kein Frauenteam angemeldet war. Er sammelte aus den Reihen der rund 150 Zuschauer ein paar mehr oder weniger freiwillige Starterinnen. Zu zehnt statt regulär zu acht, dafür aber auch aus dem Stegreif und barfuß zogen sie den Lkw in sagenhaften 25,32 Sekunden ins Ziel. „Uns hat‘s richtig in die Sitze gedrückt“, schilderte Holzmann-Penzenstadler augenzwinkernd in Reichenbergers Mikro. Der versichert: Zu acht hätten es die Frauen auch gepackt. Zur Erinnerung: 2022 waren es die Mädels des Teams „Abschleppdienst“, die einen Rekord aufstellten. Der Moderator hofft, dass bei den Damen wieder der Ehrgeiz geweckt ist – fürs nächste Lastwagenziehen in Seeham.