„Hormus steht unter unserer Kontrolle“: Iran greift jede Nacht Tanker an – und wartet auf „letzte Schlacht“


Sechs Tanker an einem Tag: Iran eskaliert Angriffe auf die wichtigste Ölroute der Welt

Stand: 14.10.2026, 13:08 Uhr

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Iran greift täglich Tanker in der Straße von Hormus an. Sechs Schiffe an einem Tag sind Rekord. Teheran kämpft um die Kontrolle der wichtigen Ölroute.

Iran hat seine Angriffe auf Öltanker verstärkt, die die Straße von Hormus passieren. Teherans Streitkräfte trafen am Sonntag sechs Handelsschiffe in und um die Meerenge – ein Rekord für einen einzelnen Tag. Damit versuchen sie, die Kontrolle über die strategisch wichtigste Öltransportroute der Welt wiederherzustellen. Alireza Ozmaei, der Marinekommandeur der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), warnte, jedes Schiff, das in der Meerenge seine Navigations- und Identifikationssysteme abschalte, werde als „feindlich“ behandelt. Gegen solche Schiffe werde „entschlossen und entschieden“ vorgegangen.

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Dieser Artikel von Akhtar Makoii entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Mohsen Rezaei, der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, sagte, die Revolutionsgarden griffen jede Nacht Schiffe an. „Wir nehmen jede Nacht fünf oder sechs davon ins Visier“, sagte er im Staatsfernsehen. „Hormus steht unter der Kontrolle der Islamischen Republik.“ Er behauptete zudem, die Vereinigten Staaten nutzten kleine Boote, um iranisches Öl auf größere Tanker auf hoher See zu schmuggeln. Am späten Dienstagabend gab die Marine der iranischen Armee in Teheran bekannt, östlich der Straße von Hormus sei ein „gegen die Vorschriften verstoßender Öltanker“ in Brand geraten.

Handelsschiffe auf dem Wasser

Komplizierte Lage: Für Handelsschiffe ist die Straße von Hormus seit Monaten eine Gefahrenzone. © Vahid Salemi/dpa/AP

In einer Erklärung teilte die Marine der Armee mit, sie habe „einen gegen die Vorschriften verstoßenden Öltanker“ überwacht, „der nach dem Abschalten seiner Ortungssysteme und dem Versuch, die verbotene Zone zu durchqueren, bei der Durchfahrt durch das Gebiet östlich der Straße von Hormus beschädigt wurde und in Brand geriet“. Die Angriffe auf See sind eine Front einer umfassenderen Mobilisierung: Berichten zufolge verstärkt Iran seine Verteidigung, mobilisiert seine Anhänger und droht mit einer umfassenderen, härteren Reaktion gegen die Vereinigten Staaten und deren regionale Verbündete.

Iran verstärkt seine Verteidigung und meldet Angriffe auf Supertanker

Iran bereitet sich auf mögliche amerikanische Luftangriffe nach den Zwischenwahlen am 3. November vor. Dabei wird spekuliert, dass Donald Trump vor dem Urnengang die politischen Folgen einer Eskalation des Krieges scheut. Satellitenbilder, die das „Institute for Science and International Security“ ausgewertet hat, zeigen, dass rund um die Nuklearanlagen am Pickaxe Mountain und in Natans Erdwälle aufgeschüttet wurden.

Nach Angaben der Revolutionsgarden wurden seit Sonntag drei Supertanker getroffen. Einer davon, ein Shuttle-Tanker mit 750.000 Barrel Rohöl, soll Warnungen der Revolutionsgarden ignoriert und versucht haben, eine von Iran nicht genehmigte Route zu passieren. Daraufhin sei er auf eine Seemine gelaufen und in Flammen aufgegangen, erklärten die Streitkräfte. Ein zweiter Tanker lief im südlichen Teil der Meerenge auf eine Mine. Ein dritter, der sein Navigationssystem abgeschaltet hatte, geriet nach einem Treffer am Montagmorgen in Brand. Von Medien mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden veröffentlichte Aufnahmen zeigten brennende Tanker im Persischen Golf, aus deren Rümpfen schwarzer Rauch aufstieg.

Teheran und Washington beanspruchen die Kontrolle über die Meerenge

Die britische Stelle UK Maritime Trade Operations meldete, dass am Wochenende mindestens drei Handelsschiffe in und um die Meerenge getroffen wurden, darunter ein Tanker, der die Wasserstraße verlassen wollte, und ein Containerschiff, das in sie einfuhr. Am Dienstagabend teilte die Stelle mit, anschließend sei ein weiteres Containerschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Eine Drohne setzte am Sonntag nahe Oman den Tanker Petro Dolphin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Brand. Zwei indische Seeleute werden seitdem vermisst.

Iran stellte die Explosionen als Folge von Minen und seiner eigenen Reaktion auf Eindringlinge dar. Washington erklärte hingegen, es geleite zunehmend Tanker durch die Meerenge und der Schiffsverkehr erhole sich. Beide Seiten bestehen darauf, die Wasserstraße zu kontrollieren. Iranische Regierungsvertreter bezeichneten die Angriffe als Selbstverteidigung. Kazem Gharibabadi, der stellvertretende Außenminister für Rechtsfragen und internationale Angelegenheiten, beschrieb die Straße von Hormus als „eine rote Linie der nationalen Sicherheit und ein Instrument der Verteidigung“. Die Einschränkungen für die Schifffahrt seien eine Reaktion auf amerikanische und israelische Angriffe; vor dem Krieg hätten Schiffe frei passieren können, argumentierte er.

Esmaeil Baghaei, ein Sprecher des Außenministeriums, sagte, die Sicherheit werde nicht zurückkehren, „solange Amerika die See- und Wirtschaftsblockade Irans fortsetzt“. Mit einer Spitze gegen Trump wegen dessen angeblicher Vereinbarung zum Kauf von russischem Diesel fragte er: „Wenn Hormus offen ist, warum haben sich die Vereinigten Staaten dann wegen Treibstoff an Russland gewandt?“ Teheran habe sich mit Oman auf einen vorübergehenden sicheren Korridor für den Handelsschiffsverkehr verständigt, fügte er hinzu. Hossein Mohebbim, der Sprecher der Revolutionsgarden, sagte, diese warteten auf eine „letzte Schlacht“.