Hamburg will Wohnungen künftig wie Autos bauen
Hamburg
Serienfertigung in der Fabrik: Hamburg will jetzt Wohnungen wie Autos bauen
Um der Wohnungsknappheit in Hamburg entgegenzuwirken, will die Koalition in der Bürgerschaft durch eine serielle Fertigung mehr kostengünstiges Bauen möglich machen.
Um schneller, effizienter und günstiger Wohnraum zu schaffen, macht sich die Koalition in der Hamburgischen Bürgerschaft in einem Antrag für den vermehrten Einsatz von Fertigbauteilen bei Neubauten stark. Auch bei Neubauten öffentlicher Gebäude sollen vermehrt Fertigbauteile genutzt werden, so die Koalitionäre in einer Pressemitteilung. Über den Antrag soll heute in der Bürgerschaft abgestimmt werden.
Leon Alam, Sprecher für Bauen, Mieten und Wohnen der Grünen-Fraktion, vergleicht diesen Vorschlag mit der Serienfertigung von Autos. „Dabei können wir von der Produktionslogik von Autos lernen: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden Autos am Fließband in großen Stückzahlen aus standardisierten Teilen und mit einheitlichen Genehmigungsverfahren gebaut“, erklärt er. „Dieses Prinzip wollen wir auf den Gebäudebau übertragen und bei der Planung, Genehmigung und Förderung von Bauvorhaben berücksichtigen.
Koalitionäre sehen große Chance in seriellem Bauen
Außerdem betont Alam, dass die serielle Bauweise zusätzlich zu den finanziellen Vorteilen auch deutlich ressourcen- und klimaschonender sei.
Mithat Çapar, Experte für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion Hamburg, ist es bei der seriellen Fertigung wichtig, dass die Lebensqualität nicht durch die Bauweise beeinflusst wird: „Hamburg muss schneller und kostengünstiger bauen können, ohne bei Architektur und Lebensqualität Abstriche zu machen. Serielles und modulares Bauen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn Bauteile oder ganze Module unter kontrollierten Bedingungen vorgefertigt werden, lassen sich Abläufe besser planen, Bauzeiten verkürzen und Kosten reduzieren.“