WM-Final 2026: Slavko Vincic in Tränen bei Nominierung
Aktualisiert19. Juli 2026, 18:12
Argentinien - SpanienSex-Party, Kokain, Waffen – und mittendrin der Final-Schiri
Slavko Vincic pfeift den WM-Final zwischen Spanien und Argentinien. Und das, obwohl der Slowene eine wilde Vergangenheit hat. Bei der Nominierung bricht der Referee in Tränen aus.

Darum gehts
- Der Slowene Slavko Vincic (46) leitet am Sonntag in New York den WM-Final 2026 zwischen Argentinien und Spanien.
- Ein Fifa-Video zeigt, wie Vincic bei der Bekanntgabe seiner Nomination in Tränen ausbricht.
- 2020 wurde er bei einer Razzia in Bosnien vorübergehend festgenommen, kam aber ohne strafrechtliche Konsequenzen frei.
Im ersten Moment kann er es kaum fassen – Sekunden später laufen die Tränen. Als Fifa-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina die Nomination des Final-Referees bekannt gibt, fällt Slavko Vincic fast vom Stuhl.
Ein offizielles Fifa-Video zeigt, wie der 46-jährige Slowene vor all seinen Schiedsrichter-Kollegen das Gesicht in den Händen vergräbt und mit nassen Augen seine Freude ausstrahlt.
Am Sonntag wird Vincic in New York das absolute Highlight seiner Karriere erleben: Er leitet den WM-Final 2026 zwischen Titelverteidiger Argentinien und Spanien.
Waffen, Kokain und ein Instagram-Model
Dass der Slowene einmal auf der grössten Bühne des Weltfussballs stehen würde, schien vor sechs Jahren noch undenkbar. Im Mai 2020 geriet Vincic nämlich unfreiwillig in die Negativschlagzeilen.

Bei einer gross angelegten Razzia im bosnischen Bijeljina stürmte die Polizei eine mutmassliche Sex-Party, um einen Waffen-, Drogen- und Prostitutionsring auszuheben. Die Einsatzkräfte stellten unter anderem Kokain, Schusswaffen, Schutzwesten und Bargeld sicher. Organisiert worden war die wilde Feier offenbar vom Instagram-Model Tijana Maksimovic.

Mittendrin: Slavko Vincic. Der Schiedsrichter wurde vorübergehend festgenommen, beteuerte aber sofort seine absolute Unschuld. Er sei als Inhaber einer Metallfirma nach einem Geschäftstreffen lediglich einer Einladung zum Essen gefolgt und habe den grössten Fehler seines Lebens begangen.
Wie gehst du damit um, wenn Sportler oder Offizielle eine umstrittene Vergangenheit haben?
Jeder hat eine zweite Chance verdient, wenn die Sache geklärt ist.
Das Vertrauen ist weg, ich sehe sie danach kritischer.
Es kommt stark auf die Schwere des Vorfalls an.
Ich trenne die sportliche Leistung von privaten Angelegenheiten.
Ich informiere mich nicht über solche Details, das ist mir zu viel.
Weil ihm die Ermittler glaubten, dass er mit den gesuchten Kriminellen nichts zu tun hatte, kam er ohne strafrechtliche Konsequenzen wieder auf freien Fuss. Seiner Karriere schadete der Vorfall letztlich nicht, er pfiff unter anderem bereits 2024 den Champions-League-Final.
Ex-Schiedsrichter wittert Verschwörung
Während der Skandal von damals fast vergessen ist, sorgt die Final-Ansetzung nun hinter den Kulissen für politische Diskussionen. Der ehemalige deutsche Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe wittert ein abgekartetes Spiel: «Das ist von der Fifa ein Friedenszeichen an die Uefa.» Es sei ein cleverer Schachzug von Fifa-Boss Gianni Infantino und Collina.
Vincic im Final zu nominieren, sei ein direktes Geschenk an den slowenischen Uefa-Präsidenten Aleksander Ceferin, um sich weniger Widerstand für Infantinos Wiederwahl zu sichern.
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Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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