HSV-Frauen vor schwerer Saison? Expertin macht Hoffnung
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Fußball
„Sie haben Potenzial“: Expertin Rann glaubt an HSV-Frauen – und einen neuen Fanrekord
Wer wird Meister? Welche Stars sind dabei? Und was ist drin für die HSV-Frauen? Die Hamburger TV-Kommentatorin Christina Rann macht den Bundesliga-Check.
Die Bundesliga ist zurück! Eine Woche vor den Männern starten an diesem Wochenende bereits die besten deutschen Frauen-Teams in die neue Saison. Auch der HSV ist nach dem erfolgreichen Klassenerhalt 2025/26 wieder mit dabei. Eine Hamburgerin, die die Liga bestens kennt, ist Christina Rann. Die 44-Jährige wird auch in diesem Jahr wieder jeden Montag das Topspiel der Frauen-Bundesliga live bei Sport1 kommentieren. In der MOPO macht sie vor dem Ligastart den großen Check: Wer sind die Favoritinnen? Wer sind die Stars? Worauf dürfen sich die Fans besonders freuen? Und welche Rolle wird der HSV spielen?
Die Favoritinnen – Bayern ist einsame Spitze
FC Bayern München: Die Bayern sind auch dieses Jahr wieder der klare Favorit. Sie dominieren die Liga und bleiben der Maßstab für alle anderen Teams. Es wird spannend, wie sie den auch emotional schweren Abgang von Georgia Stanway verkraften. Mit Klara Bühl haben sie die in meinen Augen vielleicht beste Spielerin der Liga, die ein Spiel auch mal alleine entscheiden kann.
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Die Verfolgerinnen – Union kann alle überraschen
VfL Wolfsburg: Wolfsburg steht vor einer neuen Phase ohne Alex Popp und Ralf Kellermann, sie bleiben aber erste Herausfordererinnen der Bayern. Mit ihren verschiedenen Spielerinnentypen – erfahrene wie Gio Hoffmann, vielseitige wie Cora Zicai und hoffnungsvolle wie Mara Alber – haben sie ein starkes Team zusammen, gegen das es immer unangenehm wird.
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Bayer 04 Leverkusen: In Leverkusen hat sich ein Team entwickelt, das es geschafft hat, konstant immer wieder oben dabei zu sein. Ihren Kader finde ich sehr spannend, insbesondere den Doppelsturm aus Cornelia Kramer und Caroline Kehrer. Mit Natasha Kowalski haben sie zudem eine Standard-Spezialistin und mit Caro Simon eine neue Leaderin, die auch in der Kabine vorangeht.
Eintracht Frankfurt: Mit der gebürtigen Hamburgerin Larissa Mühlhaus haben sie eine Top-Stürmerin dazugewonnen, für die das der richtige nächste Schritt ist. Wenn sie schnell als Mannschaft zusammenfinden, können sie auch in der Bundesliga wieder ganz oben angreifen. Am besten mit Doppelbelastung: Die Eintracht will unbedingt wieder in die Champions League und muss sich dazu im K.o.-Duell gegen PSG durchsetzen.
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Union Berlin: Mit Union ist in dieser Saison zu rechnen. Marie-Louise Eta mit ihrer Erfahrung als Männer-Bundesliga-Trainerin ist ein großer Zugewinn. Dazu hat man einen starken Kader zusammen und mit der Alten Försterei einen echten Heimvorteil. Jetzt fehlt nur noch das internationale Geschäft. Ich glaube, dass sie die Top 5 angreifen können.
Gesichertes Mittelfeld: Köln spielt nicht gegen den Abstieg
TSG Hoffenheim: Hoffenheim kann ein Überraschungsteam sein. Zwar haben sie viele internationale Verstärkungen hinzubekommen, doch der Abgang von Nationalspielerin Selina Cerci wiegt schwer. Vielleicht schaffen sie es, das im Kollektiv aufzufangen. Trainerin Eva-Maria Virsinger hat einen guten Plan, aber die Mannschaft braucht Zeit und Konstanz.
Werder Bremen: Auch Werder sollte man im Blick haben. Alleine Fritzy Kromp als Trainerin ist ein echter Trumpf. Die Mannschaft hat sich vom Abstiegskandidaten zu einem gestandenen Bundesligisten entwickelt, der nicht mehr wegzudenken ist. Ich würde es den Spielerinnen wünschen, dass sie noch mehr Highlightspiele im Weserstadion bekommen. Das haben sie sich verdient.
RB Leipzig: Der Fußballstandort Leipzig macht echt was her. Die Bedingungen am Cottaweg sind echt gut, auch wenn es natürlich noch nicht vergleichbar mit den RB-Männern ist. Sie haben einen ausgeglichenen Kader, vor allem offensiv mit Marleen Schimmer, Delice Boboy oder Nikée van Dijk. Bisher reicht es aber noch nicht für die Spitzengruppe.
1. FC Köln: Anders als in den letzten Jahren kann Köln nicht mehr behaupten, dass man nur gegen den Abstieg spielt. Britta Carlson, die viele noch vom HSV kennen, hat ein Team mit sehr viel Potenzial zusammen. Das wurde auch noch gezielt verstärkt, etwa mit der sehr erfahrenen Nationalspielerin Kathy Hendrich (34). Mit dem Abstieg werden die Kölnerinnen dieses Jahr nichts zu tun haben.
SC Freiburg: Freiburg ist immer schwer einzuschätzen. Ich frage mich oft vor der Saison, was man von ihnen erwarten kann. Mit Marco Konrad haben sie einen erfahrenen neuen Trainer und mit Nils Petersen einen Edel-Fan. Sie müssen ihre Heimstärke im Dreisamstadion, wo sie eine tolle Kulisse haben, noch besser ausspielen. Trotzdem glaube ich, dass der Abstieg kein Thema sein wird.
Abstiegskampf: Der HSV braucht seine Fans
HSV: Natürlich wird es für den HSV wieder eine Saison, in der es um den Klassenerhalt gehen muss. Wir haben aber gesehen, welches Potenzial da ist. Ich glaube, dass Rodolfo Cardoso als Cheftrainer der Mannschaft Entwicklung, Stabilität und Selbstvertrauen geben kann. Und auch der Kader kann sich sehen lassen, den sie unter anderem mit drei polnischen Nationalspielerinnen verstärkt haben (Mittelfeldspielerin Sylwia Matysik aus Köln, Stürmerin Nikola Karczewska von Lazio Rom und Torhüterin Kinga Szemik von West Ham United; d. Red.). Der Mannschaft muss der Übergang vom besonderen Erlebnis hin zum Bundesliga-Alltag gelingen. Da kann auch das Volksparkstadion mit seinen Fans wieder sehr wichtig werden. Und dass die Hamburgerinnen und Hamburger den Fanrekord aus dem Vorjahr noch einmal challengen wollen, ist doch klar. (lacht)
VfB Stuttgart: Der Kader des VfB ist nicht üblich für einen Aufsteiger. Nicole Billa, Maxi Rall, Chantal Hagel, Verena Wieder, Adriana Achcinska – da steckt schon so viel Bundesliga-Erfahrung drin. Dazu haben sie mit Nico Schneck einen großartigen Trainer. Ich denke, man kann Stuttgart den Klassenerhalt auf jeden Fall zutrauen. Vielleicht sogar noch ein, zwei Plätze mehr.
1. FC Nürnberg: Für die „Cluberinnen“ wird es weiterhin nicht so einfach in dieser Liga. Zwar haben sie mit Nastassja Lein eine Star-Spielerin vorne drin, die immer für Gefahr sorgt, aber sie braucht mehr Support in der Offensive. Vielleicht tauchen neben und hinter ihr noch ein paar neue Spielerinnen auf, denn das wird die Mannschaft brauchen.
1. FSV Mainz 05: Ich freue mich darauf, dass wir unser erstes Topspiel mit Sport1 am Montagabend bei den Aufsteigerinnen in Mainz haben, wenn es zum Start gegen Bremen geht. Auch sie haben ein paar bekannte Namen im Kader, etwa Paula Flach aus Essen. Dazu viele neue Spielerinnen, wie die ehemalige Werderanerin Saskia Mattheis, dazu neue Abläufe – die Mainzerinnen werden es in der Liga sehr schwer haben. Das ist leider das Los eines Aufsteigers.
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