„Sie werden mich hängen“: Putin setzt laut Bericht auf Eskalation, weil er um sein Leben fürchtet
Stand: 01.09.2026, 07:15 Uhr
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Viele Russen sind über die Lage im Ukraine-Krieg besorgt, die eigene Elite ist frustriert: Interne Quellen berichten von wachsender Panik im Kreml.
Moskau – Wladimir Putin will laut einem Bericht den Ukraine-Krieg angeblich aus persönlicher Furcht weiter vorantreiben. Wie die britische Wochenzeitung The Economist berichtet, fürchtet der Kremlchef um sein politisches und physisches Überleben, sollte er den militärischen Überfall auf das Nachbarland ohne einen klaren Sieg beenden.

Die internen Sorgen des Kremlchefs scheinen massiv zu sein. Der Economist berichtet unter Berufung auf kremlnahe Quellen, Putin habe in seinem Umfeld sogar geäußert: „Sie werden mich hängen.“ Ein Rückzug ohne das Minimalziel – die Eroberung des gesamten ostukrainischen Donbass – gelte für ihn demnach als lebensbedrohlich.
Kremlchef Putin: Angst vor dem eigenen Ende
Gleichzeitig schwindet die Zustimmung in der russischen Bevölkerung. Laut dem unabhängigen russischen Lewada-Zentrum empfinden derzeit 57 Prozent der Bürger die Lage im Land als „angespannt“. Auch in der russischen Elite wächst laut dem Economist die Frustration über den zermürbenden Stellungskrieg: „Es wächst das Gefühl, dass der Zar nackt dasteht“, zitiert die Zeitung einen hochrangigen Insider.
Da ein Einfrieren des Konflikts für den Kreml als strategische und wirtschaftliche Sackgasse gilt, wählt Moskau nach Ansicht des Economist die Flucht nach vorn. Westliche Geheimdienste und militärische Quellen gehen laut dem Bericht konkret von folgenden Maßnahmen aus:
- Sabotage im Westen: Verstärkte hybride Angriffe auf europäische Rüstungsfabriken, die Material für die Ukraine produzieren.
- Energie-Terror: Eine erneute Welle massiver russischer Luftschläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur im kommenden Winter.
- Schleichende Mobilmachung: Die Rekrutierung von 300.000 bis 400.000 zusätzlichen Soldaten. Dies soll durch massiven Druck lokaler Behörden geschehen, um eine offizielle und unpopuläre landesweite Mobilmachung zu vermeiden.
Putin und der Ukraine-Krieg: Propaganda-Schlacht um Kaliningrad
Parallel dazu bereitet Russland offenbar ideologisch eine mögliche Ausweitung des Konflikts vor. Wie das Portal t-online berichtete, baut die russische Staatspropaganda derzeit gezielt ein Bedrohungsszenario rund um die Exklave Kaliningrad auf. Dem russischen TV-Publikum werde unbelegt suggeriert, die NATO plane einen Präventivschlag gegen das Gebiet.
Diese Umkehrung von Täter und Opfer ist ein bekanntes Muster des Kremls. Das westliche Verteidigungsbündnis fürchte an seiner Ostflanke genau dieses Narrativ als Vorwand für eine sogenannte „horizontale Eskalation“, meint t-online in seiner Analyse – also eine geografische Ausweitung des Krieges durch Russland über die ukrainischen Grenzen hinaus.
CIA-Besuch in Moskau und Putins vermeintliche Schwäche
In dieses extrem angespannte Klima fiel jüngst ein überraschender Kurzbesuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau. Während der SWR-Auslandsgeheimdienstchef Sergej Naryschkin das Treffen öffentlich zu einem bloßen „Arbeitskontakt“ degradierte, werteten europäische Beobachter die Visite als scharfe Warnung der USA.
Der Militärhistoriker Sönke Neitzel betonte indes in einem Interview mit der Tagesschau, dass ein derartiger Angriff Russlands auf die NATO nicht zwingend aus einer Position der Stärke erfolgen müsse. „Russland kann aus einer militärischen Stärke heraus das Baltikum angreifen – aber auch aus einer militärischen Schwäche heraus“, erklärte Neitzel.
Die Ausläufer der russischen Eskalation seien in Europa bereits spürbar. Neitzel mahnte angesichts zahlreicher Vorfälle – wie etwa jüngst am Flughafen Leipzig/Halle – ein konsequenteres Handeln der Bundesregierung bei der Drohnenabwehr an. Die Politik diskutiere nur, kritisierte Neitzel im Tagesschau-Interview: „Und sie entscheiden nicht.“ (Quellen: The Economist, t-online, Tagesschau) (frs)