Heimsieg zum HBL-Auftakt: Sieg gegen Melsungen: Füchse Berlin starten stark in neue Saison
Heimsieg zum HBL-Auftakt Sieg gegen Melsungen: Füchse Berlin starten stark in neue Saison
Stand: 27.08.2026 • 23:22 Uhr
Die Füchse Berlin haben zum Start der neuen Saison in der Handball Bundesliga direkt ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen die MT Melsungen feierten sie einen 33:31-Sieg, der deutlich ungefährderter war, als es das Endergebnis vermuten ließe.
Die Füchse Berlin sind mit einer durchaus unerwarteten Machtdemonstration in die neue Saison der Handball-Bundesliga (HBL) gestartet. Am Donnerstagabend gewannen die Berliner ihr Auftaktspiel in der Max-Schmeling-Halle gegen die MT Melsungen mit 33:31 (17:9). Im Spiel gegen das überaus ambitionierte Team aus Nordhessen dominierten die Füchse, angetrieben vom starken Torhüter Andreas Palicka, allen voran die erste Halbzeit.
Füchse von Verletzungen geplagt
Dabei waren die Vorzeichen am Donnerstagabend nicht so eindeutig positiv gewesen, wie es der Spielstand am Ende des Abends wurde. Schließlich hatten die Berliner nicht nur den Nachgeschmack einer bitteren Supercup-Niederlage gegen Magdeburg mit in die Halle gebracht, sondern auch einige sonst wichtige Spieler in Zivil. Sowohl Nils Lichtlein als auch Fabian Wiede mussten sich den Saisonauftakt verletzungsbedingt im fuchsgrünen Poloshirt von der Tribüne aus anschauen. Bei Melsungen hingegen war nicht nur der neuverpflichtete spanische Star Daniel Dujshebaev mit von der Partie, sondern auch der nach acht Jahren zurückgekehrte Nationalspieler Johannes Golla. Ein großer Name, der vielleicht bedeutendste Wechsel dieses HBL-Sommers, ein Weltklasse-Kreisläufer – der allerdings am Donnerstag lange Zeit völlig blass blieb.
Johannes Golla von der MT Melsungen | Bild: IMAGO/Beautiful Sports
Andreas Palicka dominiert hinten
Wobei Golla sich damit auf Seiten der Melsunger in unvorteilhafter, weil schlechter Gesellschaft befand. Die Gäste fanden erst nur schleppend ins Spiel und verloren dann komplett den ohnehin nur dünnen Faden. Maßgeblichen Anteil hieran hatte Andreas Palicka. Der mittlerweile 40 Jahre alte Schwede bewies früh im Spiel, warum die Füchse ihn diesen Sommer als Nachfolger für Dejan Milosavljev in die Hauptstadt lotsten. Ein ums andere Mal parierte Palicka stark, nur um sich anschließend ein ums andere Mal im eigenen Jubel und dem Applaus der Schmelinghalle emotional zu verlieren. Wobei zur Wahrheit des Donnerstags auch gehörte, dass sich die Melsunger von dem schwedischen Kraken im Berliner Tor maximal verunsichern ließen. Unzählige, teils haarsträubende Ballverluste in den ersten 30 Minuten waren das Ergebnis.
Andreas Palicka von den Füchse Berlin | Bild: IMAGO/Contrast
Matthes Langhoff glänzt vorne
Auch die Füchse leisteten sich anfangs einige solcher Fehler – stellten diese allerdings schnell ab. Das Ergebnis war die typische Füchse-Offensive, die das Publikum in Berlin liebt und der Rest der Liga fürchtet: schnell, konsequent, flüssig und gekrönt von kompromisslosen Abschlüssen. Wobei einer besonders herausstach: Matthes Langhoff. Im Sommer wurde das Eigengewächs von Füchse-Manager Bob Hanning und Trainer Nicolej Krickau – zumindest für diese Saison – zum Erben des abgewanderten Lasse Andersson auserkoren. Angesichts der Weltklasse des heimgekehrten Dänen ist das eine Aufgabe, die durchaus auch zu einer Bürde hätte werden können. Wurde sie aber scheinbar nicht, denn Langhoff machte am Donnerstag ein überragendes Spiel. Allein in der ersten Halbzeit erzielte er fünf Tore, am Ende waren es neun. Das Ergebnis war ein Spiel, das einseitiger nicht hätte sein können. Nach 15 Minuten führten die Füchse mit 9:4. Beim 14:7 hatten sie plötzlich doppelt so viele Punkte auf dem Konto, wie ihre Gegner. Zur Halbzeit der im Vorfeld zum "Spiel auf Augenhöhe" auserkorenen Partie führten sie mit 17:9.
Melsungen kommt in der zweiten Halbzeit zu spät ran
Und auch in der zweiten Halbzeit ließen die Berliner anschließend zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Wobei die MT Melsungen nun durchaus besser ins Spiel fand. Angeführt vom wiedergenesenen Erik Balenciaga, dessen Bewegungen so edel und elegant sind, wie die gleichnamige Modemarke teuer ist, brauchte sie nur neun Minuten, um ihre neun Tore aus der ersten Halbzeit mit neuen weiteren zu verdoppeln. Aber die Füchse blieben stabil. Denn während weder Andreas Palicka noch der zeitweise eingewechselte Lasse Ludwig im Tor weiter glänzen konnten, marschierte die Berliner Offensive einfach weiter. Wie immer auch dank Mathias Gidsel, der im ersten Spiel seiner erst fünften Saison mit den Füchsen am Donnerstag sein 1.000. Bundesligator erzielte. Wobei dem teamdienlichen Dänen der nur auf dem Papier knappe 33:31-Sieg, den seine Mannschaft am Ende feierte, vermutlich deutlich wichtiger gewesen sein dürfte.
Beitrag: rbb|24, 27.08.2026, 22:00 Uhr Video: rbb|24, 27.08.2026, Dennis Wiese