Ski alpin: Plötzlich Topfavoritin – Diese Ankündigung ändert alles für Aicher
Stand: 11.10.2026, 17:30 Uhr

Wenn am 24. Oktober die neue Saison im Ski alpin beginnt, richten sich viele Augen auf Emma Aicher. Die hochbegabte Deutsch-Schwedin ist plötzlich die Topfavoritin auf den Sieg im Gesamtweltcup. Das hat auch mit einer überraschenden Entscheidung von Mikaela Shiffrin zu tun.
Sölden – Bis zum Saisonfinale in Norwegen duellierten sich Emma Aicher und Mikaela Shiffrin im vergangenen Winter um den Gesamtweltcup. Am Ende lag die US-Amerikanerin 87 Punkte vor der Deutsch-Schwedin und feierte ihren sechsten Sieg in der Gesamtwertung. Schon zur kommenden Saison könnte sich das Blatt wenden.
Plötzlich ist Aicher die Topfavoritin im Kampf um die große Kristallkugel, mit der am Ende der Saison die erfolgreichste Skifahrerin gekürt wird. Diese Entwicklung hat zwei zentrale Faktoren.
Ski alpin: Vielseitigkeit ist Aichers große Stärke – Und dann ist da Shiffrins Ankündigung
Zum einen liegt es am vielschichtigen Talent der 22-Jährigen, die mit 16 Jahren ihre Heimat Schweden verließ und sich dem Deutschen Skiverband anschloss. Aicher ist geschlechterübergreifend eine der ganz wenigen Athletinnen, die in allen vier Disziplinen unterwegs ist.
Abfahrten und Super-Gs hat Aicher schon gewonnen. Im Slalom fuhr sie in der Vorsaison erstmals aufs Podium. In ihrer nach eigenen Angaben schwächsten Disziplin, dem Riesenslalom, zeigt sie eine konstant gute Entwicklung und näherte sich in der Vorsaison auch dort dem Treppchen an. Aicher bestreitet fast alle Rennen, meist auf hohem Niveau. Das ist per se eine gute Ausgangslage, wenn man am Saisonende die meisten Punkte auf dem Konto haben will.
Dass die Skiwelt Aicher jetzt zur Topfavoritin auf den Gesamtweltcup auserkoren hat, hängt aber auch mit einer Entscheidung ihrer Konkurrentin zusammen. Rund zwei Wochen vor dem Saisonstart kündigte Shiffrin an, im anstehenden Winter weniger Slalom fahren zu wollen. Dort holte sie im Weltcup 25/26 satte 980 ihrer 1410 Gesamtpunkte. Stattdessen soll der Fokus mehr auf Riesenslalom und Super-G gelegt werden.
Aber warum kürzt die 31‑Jährige ausgerechnet ihre Paradedisziplin? Die kommende Saison sei eine „Erkundung“, sagte der US-Star gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Ich versuche nicht, weniger zu tun, weil mir die Sache weniger am Herzen liegt. Ich versuche etwas anderes, weil es mir nach wie vor unglaublich wichtig ist“, ergänzte Shiffrin.
Aichers Konkurrenz mit klaren Nachteilen – Shiffrin lässt Hintertür offen
Da zudem Lara Gut-Behrami aus der Schweiz ihre Karriere beendet hat und die Italienerinnen Federica Brignone und Sofia Goggia mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, rückt Aicher zwangsläufig in die Position der Topfavoritin. Neue Hauptkonkurrentinnen könnten die Schweizerin Camille Rast, Alice Robinson aus Neuseeland und die für Albanien startende Italienerin Lara Colturi sein. Rast und Colturi sind allerdings nur im Riesenslalom und Slalom auf Weltklasseniveau und Robinson fährt keinen Slalom.
Aicher hat also sehr gute Chancen, erstmals in ihrer noch jungen Karriere den Titel zu holen, der unter den Athleten als am wichtigsten eingestuft wird. Zu sicher sollte sich das deutsche Aushängeschild aber nicht fühlen. Denn Shiffrin lässt in ihren Planungen eine Hintertür offen. „Wenn wir mitten in der Saison sind und ich wirklich gute Rennen hatte und konkurrenzfähig bin, dann können wir das, glaube ich, wieder zu einer Priorität machen“, sagte sie gegenüber ‚Eurosport‘. (Quelle: chiemgau24.de, truf)