Minijobs vor dem Aus? Söder mit Ansage – doch drei Neuerungen kommen wohl sehr bald


Söder gibt Minijob-Versprechen ab – doch einige Änderungen kommen wohl schon bald

Stand: 13.10.2026, 19:54 Uhr

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Fällt der Sonderstatus von Minijobs, steht das gesamte Konzept auf der Kippe. Markus Söder beruhigt nun. Doch die Merz-Regierung plant schon einige Änderungen.

Berlin – Stehen Minijobs vor dem Aus? Diese Sorge treibt viele Menschen in Deutschland um, denn: Die Rentenkommission hatte im Sommer vorgeschlagen, die Minijobs in die Rentenversicherung einzubeziehen. Damit würde der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus fallen. CSU-Chef Markus Söder sieht Minijobs an sich aber nicht in Gefahr.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt aus dem Kanzleramt. Zum ersten Mal seit den Reformbeschlüssen im Juli treffen sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt aus dem Kanzleramt. Zum ersten Mal seit den Reformbeschlüssen im Juli treffen sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss. © Fabian Sommer/dpa

„Die Minijobs als solche werden nicht abgeschafft“, sagte Söder am Sonntag in der ARD-Sendung „Caren Miosga“. Auf Nachfrage schränkte der CSU-Chef aber direkt ein: „Ob sie bleiben werden, wird sich dann am Ende zeigen. Aber ich gehe fest davon aus, dass wir uns dafür einsetzen.“ So ganz sicher ist sich also selbst Söder nicht.

„Minijobs bleiben“: Söder-Ansage in Rentendebatte – doch diese Änderungen drohen

Die Rentenkommission der Bundesregierung hatte im Juli vorgeschlagen, Minijobs künftig regulär in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. Ziel ist es, mehr Menschen sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen und die spätere Altersvorsorge zu verbessern.

Doch bislang sind diese Vorschläge nicht beschlossen. Allerdings hat das Bundeskabinett am 2. September den Entwurf des Einkommensteuerreformgesetzes beschlossen. Und darin finden sich auch Änderungen für Minijobs. Danach soll die Pauschalsteuer für Minijobs ab 1. Januar 2027 von zwei auf fünf Prozent des Lohns angehoben werden. Die Anhebung der Pauschalsteuer kann unter bestimmten Umständen an den Arbeitnehmer weitergegeben werden. Der Bundestag muss hier noch zustimmen.

Bereits verkündet ist dagegen, dass der Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung 2027 von 13 auf voraussichtlich 17,5 Prozent steigen soll. Diesen Beitrag zahlen ausschließlich die Arbeitgeber.

Zudem droht mit der Pflegeversicherung die nächste Belastung für Minijobs. Einem Referentenentwurf nach sollen Arbeitgeber zukünftig auch bei Minijobs den vollen Beitrag von 3,6 Prozent bezahlen. Als Start wird der 1. Januar 2028 genannt. Immerhin: Die Verdienstgrenze für Minijobs soll schon 2027 auf 633 Euro (7569 Euro im Jahr) steigen. Dafür verantwortlich ist der gestiegene Mindestlohn (14,60 Euro brutto pro Stunde).

Rente und Minijobs?

Aktuell sind Minijobs bis zu einer Einkommensgrenze von 603 Euro pro Monat möglich. Beschäftigte können sich von der Rentenversicherung befreien lassen. Dann steigt ihr Nettolohn.

Rentendebatte und Minijob-Angst: Söder macht Druck – doch SPD-Ministertausch kostet wohl Zeit

Insgesamt drängt Söder auf eine schnelle Umsetzung der Rentenreform und auf Kompromisse in verbliebenen Streitfragen. Aus seiner Sicht könne es „nächste Woche“ ein geeintes Rentenpaket geben, so der bayerische Ministerpräsident in der Sendung am Sonntagabend. Es könne bald „eine Lösung“ geben.

Allerdings hat sich die Sachlage mittlerweile dramatisch geändert. Arbeitsministerin Bärbel Bas ist aus persönlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten. SPD-Mann Alexander Schweitzer soll übernehmen. Dieser muss sich nun erst einarbeiten. Damit könnte sich die Rentenreform noch einmal verzögern. Dabei liegt das Projekt schon seit Juli im Arbeitsministerium. Angesichts dessen hat am Dienstag auch Kanzler Friedrich Merz Druck auf Schweitzer gemacht, schnell zu Ergebnissen zu kommen. Der hatte allerdings schon vor seiner Rolle als neuer Minister dafür eingesetzt das Rentenpaket noch einmal aufzuschnüren und zu diskutieren.

Insgesamt soll mit der Reform die Alterssicherung neu gestaltet und die Regelaltersgrenze perspektivisch leicht angehoben werden. Als die am weitesten gehende Abweichung von den Reformvorschlägen fordern zahlreiche Politikerinnen und Politiker einen Erhalt der abschlagsfreien Frührente nach 45 Versicherungsjahren. Vor allem mehrere Ministerpräsidenten und weite Teile der SPD wollen die beliebte, aber teure Rentenart beibehalten. Söder sagte, es werde Übergangsfristen geben. (Verwendete Quellen: Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027, ARD, dpa) (rjs)