Alarm in der Union: Söder setzte Merz unter Druck und spricht Klartext zu Kanzler-Ablösung


Söder weist Spekulationen über Merz-Ablöse zurück – macht aber neuen Druck auf den Kanzler

Stand: 13.09.2026, 08:26 Uhr

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In der CDU herrscht Unruhe: Kanzler Merz wird für das Wahldebakel in Sachsen-Anhalt mitverantwortlich gemacht. Spekulationen über einen Wechsel sind nicht neu.

München – Für Kanzler Friedrich Merz (CDU) war es eine harte Niederlage: Mit nur 17,2 Prozent der Wählerstimmen erlebte die CDU in Sachsen-Anhalt das reinste Wahldebakel. Und viele geben Merz und seiner Bundespolitik eine Mitschuld, wie etwa der ehemalige Ministerpräsident Reiner Haseloff. „Im Grunde ist da ein Suizid politischer Art am Laufen“, hatte er gegenüber der Zeit formuliert und damit die Regierungskoalition gemeint. Kein Wunder also, dass intern über einen Wechsel im Kanzleramt geraunt wird.

Markus Söder und Bundeskanzler Friedrich Merz geben eine Pressekonferenz nach einer Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Wahl des Fraktionsvorsitzenden.

Markus Söder (CSU) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Der CSU-Chef schließt aus, Merz als Kanzler abzulösen. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

In solchen Situationen fällt immer auch der Name Markus Söder. Der CSU-Chef war 2021 im unionsinternen Voting gegen Armin Laschet angetreten, hatte jedoch den Kürzeren gezogen. 2024 war er zunächst ebenso nicht abgeneigt – „ich würde mich nicht drücken“ –, verzichtete dann aber doch zugunsten von Merz. Dass Söder aber in der laufenden Legislaturperiode als Kanzler einspringt und den in der Bevölkerung äußerst unbeliebten Merz ersetzt, schließt er aus.

Söder will Merz nicht als Kanzler ersetzen: „Berlin muss einen deutlichen Zacken zulegen“,

„Ich glaube, wir tun in der Union gut daran, zusammenzustehen und uns jetzt nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen“, erklärte Söder in der Bild am Sonntag. Von seiner Partei werde diesbezüglich keine Initiative ausgehen: „Von der CSU auf keinen Fall.“ Für die Schwesterpartei fügte Söder der BamS zufolge an: „Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen.“ Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Kanzler sei, antwortete Söder: „Ja, er steht zu den Reformen.“ 

Söder sieht internen Verbesserungsbedarf im Kanzleramt, aber keinen Grund für personelle Konsequenzen: Das sei aktuell nach anderthalb Jahren „ein schwerer Durchhänger – vielleicht der schwerste, den man sich vorstellen kann –, aber kein Grund zum Aufgeben“.

Weiter argumentierte Söder: „Egal, wer jetzt sofort einrücken würde, wenn man die Alternativen durchspielt, der käme erst einmal mit den gleichen Problemen aus – mit einer SPD, die sich mit Reformen schwertut.“ Es sei „ein schlechtes Signal“ gewesen, „dass die SPD nach diesem Wahlergebnis plötzlich anfängt, alles infrage zu stellen“, kritisierte er die Sozialdemokraten.

Bei den Reformen mahnte Söder mehr Tempo an. „Für mich ist ganz klar, was aus Sachsen-Anhalt folgt: Berlin muss einen deutlichen Zacken zulegen“, sagte der CSU‑Chef. „Die bisherigen Ergebnisse sind zu mager, die reichen nicht.“ Über den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag sagte er: „Denn das war die größte Denkzettelwahl der deutschen Geschichte, und daraus muss man Konsequenzen ziehen.“

Wüst seit Monaten als Merz-Nachfolger im Gespräch

In verschiedenen Medien war Anfang der Woche erneut von angeblichen Überlegungen in der CDU die Rede, Kanzler Merz durch einen anderen CDU-Politiker zu ersetzen. Dabei wurde auf einen „Reformstau“ und schlechte Umfragewerte verwiesen. Bereits im Mai hatten Gerüchte die Runde gemacht, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst würde demnächst den Kanzler stellen, doch der hatte abgewunken. Im August war er als Personalie erneut Thema, doch Wüst fühlt sich Nordrhein-Westfalen verpflichtet. Dort wird im April 2027 der Landtag gewählt. Ein deutlicher Erfolg dürfte Wüst allerdings erneut Auftrieb geben. (Quelle: eigene Recherche, dpa) (ktho)