Ostsee-Urlaub: Diese Orte verlieren plötzlich Gäste


Anzeige

Schleswig-Holstein

Sommer 2026: Das sind die Gewinner und Verlierer an der Ostseeküste

Ostsee-Orte wie Timmendorfer Strand verzeichneten steigende Zahlen bei Gästen und Übernachtungen.
Alexander Steenbeck

Die Tourismusregion Lübecker Bucht verbuchte im Sommer 2026 Zuwächse – doch nicht alle Ostseebäder sind gleich beliebt bei den Urlaubern.

Die Sommersaison 2026 geht langsam zu Ende – Zeit für eine erste Zwischenbilanz des Tourismus-Jahres an Ostholsteins Ostseeküste. Diese fällt beim Blick auf die Gäste-Ankünfte und Übernachtungen positiv aus. Doch nicht alle Orte an der Lübecker Bucht gehören zu den Gewinnern – es gibt auch Seebäder, die in der Gunst der Urlauber anscheinend nicht mehr so hoch im Kurs stehen.

Die vom Statistikamt Nord veröffentlichten Tourismuszahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen jedoch, dass die Region insgesamt über den durchschnittlichen Zuwächsen des Landes liegt. Demnach stieg die Zahl der Gästeankünfte im Kreis Ostholstein insgesamt um 1,4 Prozent auf rund 1,14 Millionen. Die Übernachtungen nahmen um 1,1 Prozent zu und beliefen sich auf 4,78 Millionen.

Zum Vergleich: Nach Schleswig-Holstein kamen von Januar bis Juni rund 4,28 Millionen Gäste (plus 1,3 Prozent), die Zahl der Übernachtungen stieg auf rund 15,82 Millionen (plus 0,4 Prozent). Damit wurde erneut das beste Halbjahresergebnis im Schleswig-Holstein-Tourismus erreicht.

Anzeige

Die WochenMOPO 37/26

Drei Wochenmagazine auf rotem Hintergrund, in der Mitte die „WOCHENMOPO“ mit roter Titelseite.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
• Wahlkampf in Meck-Pomm: Stoppt Manuela Schwesig die „blaue Welle“?
• Nach den Schanzen-Morden: Die Spur führt in die Niederlande
• 16 Seiten Sport: HSV-Zugang Møller Wolfe & St. Paulis Torjäger Ceesay sprechen Klartext
• 36 Seiten Rätsel und Kultur: Das Reeperbahn-Festival & Harbour Front macht Leseratten glücklich

Zu diesem Erfolg beigetragen haben insbesondere die Orte an der Lübecker Bucht. So sind beispielsweise in Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt durchweg Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Auffällig ist, dass die Entwicklung in all diesen Ostsee-Orten sogar noch etwas stärker ausfällt als im Kreis- und Landes-Durchschnitt.

So wurden in Scharbeutz im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 127.512 Ankünfte und 466.429 Übernachtungen bei den vom Statistikamt Nord gewerteten Gastbetrieben mit mindestens zehn Betten registriert. Damit stieg die Zahl der Gäste um 1,9 Prozent, die Zahl der Übernachtungen um 3,2 Prozent.

Anzeige

Badegäste, Boote und Wellen an einem Sandstrand vor bewaldeter Küste und Hochhäusern
Die Lübecker Bucht ist bei Urlaubern beliebt – insbesondere Ostsee-Orte wie Timmendorfer Strand/Niendorf.
Alexander Steenbeck

Sierksdorf verzeichnete 13.455 Ankünfte und 68.365 Übernachtungen, was ein Plus von 4,1 Prozent beziehungsweise 5,8 Prozent bedeutet. Neustadt verbuchte 47.847 Gäste und somit ein Plus von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg zudem um 6,4 Prozent auf 198.604.

„Wir freuen uns natürlich sehr über die positive Entwicklung in unseren Orten“, sagte André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. Die Zahlen würden zeigen, dass die Lübecker Bucht ein attraktives Reiseziel sei und „die Angebote der touristischen Partner aus den Bereichen Übernachtung, Gastronomie, Freizeit und Veranstaltungen gut angenommen werden“.

Anzeige

Ostsee-Urlaub: Weitere Gewinner an der Lübecker Bucht

Der Zuspruch von Urlaubern und Co. ist auch in anderen Orten an der Lübecker Bucht zu spüren: Auch für das Nachbar-Ostseebad Timmendorfer Strand finden sich in der Statistik steigende Zahlen – 185.297 Ankünfte, also 3,7 Prozent mehr als noch bis Juni 2025, und 669.503 Übernachtungen (plus 1,8 Prozent) sind es hier.

Grömitz stieg ebenfalls in der Urlauber-Gunst: 116.622 Ankünfte waren im ersten Halbjahr 2026 zu verzeichnen – 8,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – und 597.141 Übernachtungen (ein Plus von 4,6 Prozent). Ein anderer Hotspot im Norden Ostholsteins – Heiligenhafen – wiederum stagniert; hier gab es bei 89.906 Ankünften und 261.969 Übernachtungen nur ein leichtes Plus (0,7 beziehungsweise 0,8 Prozent).

Verlierer: Welche Ostsee-Orte in der Urlauber-Gunst gefallen sind

Trotz aller Zuwächse: Die Statistik weist auch einige Verlierer an der Lübecker Bucht aus – so unter anderem Travemünde. „Lübecks schöne Tochter“ verzeichnete jeweils rund sechs Prozent Einbußen bei Ankünften (155.744) und Übernachtungen (484.365).

In Großenbrode haben die Statistiker wiederum 26.006 Ankünfte und 169.203 Übernachtungen registriert – und damit ein Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 14,8 beziehungsweise 5,7 Prozent errechnet. Ebenfalls laut dem Zahlenwerk scheint Fehmarn in der Gäste-Gunst verloren zu haben: Das Statistikamt vermeldete 194.937 Ankünfte (-3,3 Prozent) und 905.965 Übernachtungen (-2,9 Prozent).

Trend auch an der Ostsee: kürzere und spontan gebuchte Reisen

Die aktuellen Zahlen des Statistikamtes Nord zeigen gleichzeitig allerdings auch, dass sich der Tourismus im Land weiterhin verändert. Nach Einschätzung der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein bleiben kürzere und spontan gebuchte Reisen – auch aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten und einer damit einhergehenden höheren Preissensibilität – eine klar erkennbare Veränderung.

Gegenwärtig liegt die Verweildauer der Gäste in Ostholstein durchschnittlich bei 4,2 Tagen – wie auch in Neustadt, während es in Grömitz 5,1, in Großenbrode 6,5 und in Scharbeutz wie auch in Timmendorfer Strand knapp mehr als dreieinhalb Tage waren.

Dieser Trend bestätigt sich auch in der Lübecker Bucht und bedeutet für die touristischen Betriebe eine geringere Planungssicherheit. „Die Rahmenbedingungen sind und bleiben herausfordernd“, sagte Rosinski, „deshalb freuen wir uns umso mehr über die gute Entwicklung in unseren Orten und nehmen die Zahlen als positives Signal mit in die zweite Jahreshälfte.“ (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)

Anzeige

Anzeige