Sonnenfinsternis und Perseiden: Über Potsdam wird ein Himmelsschauspiel erwartet
Astronomiebegeisterte dürfen sich freuen, denn am 12. August ereignen sich gleich zwei Spektakel am Himmel über Potsdam. Erst schiebt sich der Mond am Abend zwischen Erde und Sonne und sorgt für eine partielle Sonnenfinsternis. Wenige Stunden später erreichen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, ihr Aktivitätsmaximum. Dass beide Ereignisse auf denselben Tag fallen, ist ein seltener Zufall. Mehrere Beobachtungsaktionen in Potsdam sind geplant.
„Je näher man an einer Totalität ist, desto intensiver wird das Erlebnis“, erklärt Simon Plate, Leiter des Urania-Planetariums in Potsdam. Mit Totalität meint er, dass die Sonne zu 100 Prozent vom Mond bedeckt wird. Das sei in diesem Jahr etwa in Spanien oder Island der Fall, Potsdam müsse dafür noch bis zum Jahr 2135 warten. Diesmal werden laut Experten rund 85 Prozent bedeckt sein, ähnlich wie zuletzt im Jahr 2015. Übrig bleibt nur noch eine schmale, leuchtende Sichel knapp über dem Horizont.
Los geht es gegen 19.15 Uhr, um kurz nach 20 Uhr erreicht die Finsternis dann ihren Höhepunkt. In Potsdam und Brandenburg werde es zwar nicht von jetzt auf gleich zur Nacht werden, erklärt Plate, aber: „Wenn man mit einer Finsternisbrille in den Himmel schaut, wird das schon ganz schön spektakulär.“ Finsternisbrillen sind Schutzbrillen mit extrem starken, zertifizierten Filtern. Ohne sie kann es gefährlich werden, eine Sonnenfinsternis zu beobachten.
Günstige Beobachtungsbedingungen im August
Was sich bei einer Sonnenfinsternis verändert, ist vor allem das Umgebungslicht. Plate beschreibt es als fahl und gedämpft. „Und wer in den Himmel guckt, sieht, wie schnell der Mond an der Sonne vorbeizieht.“ Da sich die Sonne zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits Richtung Untergang bewegt, falle der Effekt schwächer aus als bei einer Finsternis zur Mittagszeit.
Das sind mit die schönsten Meteorströme überhaupt.
Simon Plate, Leiter des Urania-Planetariums Potsdam, über die Perseidenströme
Nach Sonnenuntergang sollte man seine Brille absetzen und auf den Nachthimmel schauen. Die Perseiden entstehen jedes Jahr Mitte August, wenn die Erde eine Staubbahn durchquert, die ein bestimmter Komet auf seiner Umlaufbahn hinterlassen hat. Gelangen diese winzigen Staubteilchen in die Atmosphäre, verglühen sie und erzeugen die charakteristischen Leuchtspuren, die umgangssprachlich als Sternschnuppen bezeichnet werden.

© Ottmar Winter PNN/Ottmar Winter PNN
„Das sind mit die schönsten Meteorströme überhaupt“, sagt Plate. Bekannt seien die Perseiden vor allem wegen der günstigen Beobachtungsbedingungen im August. „Jetzt haben wir die schönen Nächte, die angenehm warm sind, wo wir lange draußen bleiben wollen. Bei den großen Meteorströmen im Dezember und Januar setzt man sich selten nachts mit einem Kaltgetränk nach draußen.“
Unter optimalen Bedingungen sind in der Nacht vom 12. auf den 13. August bis zu 100 Meteore pro Stunde möglich. „Das ist aber ein theoretischer Wert, den sollte man nicht zu ernst nehmen“, sagt Plate. In der Praxis hängt die Zahl von vielen Faktoren ab, allen voran von der Lichtverschmutzung, die schwächere Sternschnuppen verschluckt. Wer innerhalb einer Stunde zwei Dutzend Sternschnuppen entdeckt, könne sich laut dem Experten glücklich schätzen.
Gemeinsam mit dem Nachbarschaftsverein StadtrandELFen veranstaltet das Urania-Planetarium eine öffentliche Beobachtung auf der Habichtwiese im Norden der Stadt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Leibniz-Institut für Astrophysik lädt im Rahmen der Langen Nacht der Astronomie zu kostenlosen Vorträgen ein. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des AIP können Interessierte das Spektakel anschließend vom Park Babelsberg aus beobachten.
Und wer sich keiner Aktion anschließen will? „Der sucht sich einen möglichst hohen Punkt mit freiem Blick nach Westen, keine Bäume, keine Häuser“, empfiehlt Plate.
Das nächste Himmelsereignis lässt übrigens nicht lange auf sich warten: Am 28. August wird über Potsdam eine Mondfinsternis zu sehen sein. Eine Beobachtung kommt allerdings nur für Nachteulen oder frühe Vögel infrage, Aktionen bietet das Potsdamer Planetarium nicht an: Beginn der Finsternis ist um 3 Uhr morgens.