CDU-Abgeordnete sauer auf „Karrieristen“: Spahn bleibt mit Baby auf Sardinien und schwänzt Haushaltssitzung
Spahn bleibt mit Baby auf Sardinien und schwänzt wichtige Haushaltssitzung – neuer Posten nun „auf Bewährung“
Stand: 26.09.2026, 13:22 Uhr
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Trotz Skandal um seine Leihmutterschaft hat Jens Spahn wieder einen wichtigen Posten im Parlament inne – den er verlieren könnte, wie es heißt.
Berlin/Sardinien – Vor der parlamentarischen Sommerpause war Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender nicht mehr zu halten. Zu sehr hatte seine Leihmutterschaft in den USA auch in den eigenen Reihen für Empörung gesorgt. Reue zeigend zog sich Spahn vom Amt zurück, um künftig die Familie ins Zentrum zu rücken. Lange hielt die Elternzeit nicht, denn bereits Anfang September wurde sein neuer Posten vermeldet: Spahn ist Mitglied des Haushaltsausschusses und damit wieder wichtiger Teil der Unionsfraktion. Noch.

Denn wie es mehrere Medien vermeldeten, schwänzte er am vergangenen Mittwoch die Sitzung im Haushaltsausschuss – angeblich wegen „Krankheit“ seines Kindes. Allerdings veröffentlichte die Bild-Zeitung fast zeitgleich einen Artikel, der ein anderes Bild zeichnet: „Urlaub statt Bundestag: Hier hält Jens Spahn sein Baby auf dem Arm“. Zu sehen ist der CDU‑Politiker mit Nachwuchs und Koffern auf einem Flughafen, vermutlich auf Sardinien.
Spahn statt im Haushaltsausschuss auf Sardinien – Bild löscht Artikel
„Jens Spahn war heute wegen Krankheit nicht im Haushaltsausschuss. Die Bild schrieb vor einer Stunde aber, er sei im Urlaub. Jetzt ist der Text wieder offline. Wird sich sicher aufklären“, postete hierzu Ausschussmitglied Paula Piechotta von den Grünen. Die Bild, eigentlich nicht dafür bekannt, übermäßigen Wert auf die Privatsphäre von Prominenten zu legen, löschte den Artikel mit der Begründung, das Foto sei im „privaten Rahmen“ entstanden. Man habe hier „gegen seine eigenen Regeln verstoßen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung.
Doch die Nachricht war im Land und für die CDU, die den Unmut über Spahns Blitzrückkehr in den eigenen Reihen zu spüren bekam, ist das ein Ärgernis. Für Spahn könnte dies weitreichende Konsequenzen haben: Wie die Tagesschau schreibt, hatte sich bereits am Freitagnachmittag die Arbeitsgruppe Haushalt der Unionsfraktion zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen – um über die Personalie zu sprechen.
Weiter heißt es, dass mit dem Baby-Bild auf Sardinien die Schmerzgrenze vieler Abgeordneter erreicht und Spahns Glaubwürdigkeit erneut beschädigt sei. Nun will das ARD-Hauptstadtstudio von einer Mehrheit wissen, die Spahn wieder aus dem wichtigen Ausschuss entfernen will. Doch dazu wird es erst einmal nicht kommen, denn der skandalträchtige Politiker hat einen Fürsprecher: Neu-Unionsfraktionschef Thorsten Frei plädiert für eine Gnadenfrist bis Dezember – allerdings „auf Bewährung“.
Spahn erfährt „Sonderbehandlung“ – CDU‑Abgeordnete sehen „Ansehen“ in Gefahr
Laut Tagesschau sehen viele Abgeordnete in diesem Vorgehen eine Sonderbehandlung für Spahn, der sich „wohl alles erlauben“ dürfe. Zudem seien „Karrieristen“ wie er dem Ansehen der CDU nicht förderlich. Auf das dürfte es jedoch angesichts der desaströsen Umfragewerte derzeit ankommen. (Quellen: Tagesschau, Süddeutsche Zeitung, eigene Recherche) (ktho)