Nun ist das für den Rhein eingetreten, was Experten befürchtet haben
Am Rhein ist eingetreten, was Experten befürchtet haben: Pegel Kaub auf Null gesunken
Stand: 26.09.2026, 13:19 Uhr
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Historischer Tiefpunkt am Mittelrhein, der Pegel Kaub steht bei null Zentimetern. Große Frachter kommen kaum noch durch. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Das hat es in der Geschichte der Rheinschifffahrt noch nie gegeben. Der Pegel Kaub, das berühmte Nadelöhr am Mittelrhein, ist auf null Zentimeter abgesackt. Erst am Freitag (25. September) waren es noch zwei Zentimeter, und schon das war ein neuer Allzeit-Rekord.

Doch keine Panik: Der Rhein ist nicht leer. Die Zahl ist nur eine Rechengröße für die Schifffahrt, in der Fahrrinne steht immer noch gut ein Meter Wasser. Für die Binnenschiffer ist das allerdings ein schwacher Trost. Normal gilt ein Wert von 77 Zentimetern als Grenze, ab der die volle Fahrrinnentiefe garantiert ist. Und schon unter 40 Zentimetern lohnt sich der Gütertransport kaum noch.
Rhein praktisch zweigeteilt
Genau das ist jetzt eingetreten, was Experten seit Wochen befürchtet haben. Für große Frachtschiffe ist die Strecke zwischen Koblenz und Bingen faktisch dicht. Der wichtigste Fluss Europas ist damit für den Großteil des Güterverkehrs in zwei Hälften zerfallen. Wer noch fährt, lädt nur einen Bruchteil der normalen Menge, die Frachtraten schießen in die Höhe. Kohle, Getreide, Baustoffe, Benzin und Heizöl stecken fest oder müssen teuer auf Lkw und Bahn umgeladen werden.
Ein offizielles Fahrverbot gibt es zwar nicht, aber wenn kaum noch ein Schiff wirtschaftlich durchkommt, läuft es aufs Gleiche hinaus. Auch am Niederrhein wird es eng: In Düsseldorf rutscht der Pegel ins Minus, in Köln wackelt der Rekord.
Kein Regen in Sicht – es wird noch schlimmer
Und jetzt kommt die eigentlich schlechte Nachricht. Nachschub von oben ist nicht in Sicht. Weder in Baden-Württemberg noch in Rheinland-Pfalz und schon gar nicht in der Schweiz, wo der Rhein seinen Ursprung hat, fällt in den kommenden Tagen nennenswert Regen. Die Gletscherschmelze ist vorbei, die Böden sind knochentrocken, jeder Tropfen versickert sofort. Und aktuell zeigt sich das Wetter auch schon wieder von seiner warmen Seite, in manchen Regionen klettern die Temperaturen sogar auf über 30 Grad.
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Der Pegel dürfte also weiter fallen, Kaub könnte schon bald sogar ins Minus rutschen. Für Verbraucher heißt das: Heizöl und Sprit könnten pünktlich zum Start der Heizsaison teurer werden. Wer noch tanken oder den Öltank füllen muss, sollte die Preise jetzt ganz genau im Auge behalten.